Hemd, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Hemd(e)s · Nominativ Plural: Hemden
Aussprache
Wortbildung mit ›Hemd‹ als Erstglied: ↗Hemdbluse · ↗Hemdbrust · ↗Hemdchen · ↗Hemdenknopf · ↗Hemdenkragen · ↗Hemdenmatz · ↗Hemdenzipfel · ↗Hemdhose · ↗Hemdjacke · ↗Hemdkleid · ↗Hemdknopf · ↗Hemdkragen · ↗Hemdpullover · ↗Hemdskragen · ↗Hemdsärmel · ↗Hemdzipfel · ↗Hemdärmel · ↗hemdsärmelig · ↗hemdsärmlig · ↗hemdärmelig · ↗hemdärmlig
 ·  mit ›Hemd‹ als Letztglied: ↗Armesünderhemd · ↗Armsünderhemd · ↗Barchenthemd · ↗Batisthemd · ↗Baumwollhemd · ↗Blauhemd · ↗Braunhemd · ↗Büßerhemd · ↗Campinghemd · ↗Chorhemd · ↗Dederonhemd · ↗Fischerhemd · ↗Flanellhemd · ↗Flatterhemd · ↗Frackhemd · ↗Herrenhemd · ↗Jackenhemd · ↗Kettenhemd · ↗Leichenhemd · ↗Leinenhemd · ↗Nachthemd · ↗Netzhemd · ↗Nickihemd · ↗Nylonhemd · ↗Oberhemd · ↗Panzerhemd · ↗Perlonhemd · ↗Polohemd · ↗Schneehemd · ↗Seidenhemd · ↗Smokinghemd · ↗Sommerhemd · ↗Sporthemd · ↗Sterbehemd · ↗Sträflingshemd · ↗Totenhemd · ↗Turnhemd · ↗Unterhemd · ↗Vorhemd · ↗Wollhemd
eWDG, 1969

Bedeutung

blusenartiges Kleidungsstück oder direkt auf dem Leib getragenes Wäschestück, das aus verhältnismäßig dünnem Stoff besteht und den Körper von den Schultern bis etwa zu den Oberschenkeln bedeckt
Beispiele:
ein langes, kurzes, neues, sauberes, feines, grobes, (blüten)weißes, buntes, schmutziges, wollenes, leinenes, seidenes Hemd
ein Hemd aus Baumwolle, Nylon
ein frisches Hemd anziehen, tragen
das Hemd ausziehen, über den Kopf streifen, wechseln
umgangssprachlich seine Meinung, Gesinnung wie sein, das Hemd wechseln (= oft ändern)
sich [Dativ] das Hemd vom Leibe reißen
Hemden waschen, bügeln
im bloßen Hemd dastehen
das Hemd in die schmutzige Wäsche geben
umgangssprachlich, scherzhaft [zu jmdm., dessen Hemd zu kurz ist:] tritt (dir) nicht aufs Hemd!
a)
blusenartiges Kleidungsstück der Oberbekleidung für männliche Personen, Oberhemd
Beispiele:
ein gestreiftes, kariertes, bügelfreies, langärm(e)liges, kurzärm(e)liges Hemd
DDR die blauen Hemden (= Blauhemden) der FDJ
ein Hemd mit Reißverschluss
Hemden stärken, ausbessern
das Hemd aufknöpfen, zuknöpfen
sein Hemd stand offen
die Manschetten des Hemdes waren durchgescheuert
Dazu trugen wir offene Hemden mit Schillerkragen [HartungWunderkinder41]
b)
α)
Wäschestück für männliche Personen, Unterhemd
Beispiele:
ein Hemd mit spitzem, rundem Ausschnitt, mit kurzen, langen Ärmeln
er war nass bis aufs Hemd
β)
Wäschestück für weibliche Personen
Beispiele:
ein rosafarbenes Hemd
ein Hemd mit kurzen Ärmeln
Sie war schon naß bis aufs Hemd, denn sie war den ganzen Tag durch den Regen gegangen [RinserMitte128]
c)
bildlich
Beispiele:
umgangssprachlich kein (ganzes) Hemd mehr am, auf dem Leib haben (= sehr heruntergekommen sein)
umgangssprachlich jmdn. bis aufs Hemd ausziehen, ausplündern (= jmdn. völlig aussaugen)
umgangssprachlich alles bis aufs Hemd verlieren (= fast alles verlieren)
er würde das letzte, sein letztes Hemd hergeben, verschenken (= das Letzte opfern)
sprichwörtlich das Hemd ist mir näher als der Rock (= der eigene Vorteil ist mir wichtiger als der eines anderen)
umgangssprachlich jetzt werden wir als Kulturvolk liquidiert und bis aufs Hemd ausgeplündert [NollHolt2,7]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hemd n. ‘auf dem Leib getragenes Wäschestück’ ( Unter-, Oberhemd), ahd. hemidi (8. Jh.), mhd. hem(e)de, asächs. hemiði, mnd. hēmede, hem(me)de, mnl. heemde, hemde, nl. hemd, aengl. hemeþe führen auf germ. *hamiþja-. Aus einer Vorform (*kamiti̯a-) ist, wohl über das Kelt. (durch Soldaten in Gallien), spätlat. camisia ‘leinerner, unmittelbar auf dem Körper getragener Überwurf’ (4. Jh.) entlehnt (woraus frz. chemise, chemisette). Die abgeleitete Form *hamiþja- gehört zu germ. *hama-, *haman- ‘Hülle, Haut’, das in ahd. līhhamo ‘Leib, Körper, Gestalt, Fleisch, Leiche’ (s. ↗Leichnam), mhd. ham(e) ‘Haut, Hülle, Kleid’, asächs. gūðhamo ‘Kampfkleid, Panzer’, feðarhamo ‘Federkleid’ (der Vögel und Engel), mnd. ham ‘Decke, Hülle, Hülse, Nachgeburt (eigentlich Kindeshülle)’, aengl. ham ‘Unterkleid, Hemd’, hama ‘Gewand, Kleidung, Leib, Kindbett’, anord. hamr ‘Hülle, Gestalt’, schwed. ham ‘Haut, Balg, Gestalt’ sowie in ↗Hamen (s. d.) vorliegt. Außergerm. vergleichbar ist aind. śāmulyàm (Akkusativ Sing.) ‘Gewand (der Braut)’, so daß von einer Wurzel ie. *k̑em- ‘bedecken, verhüllen’ ausgegangen werden kann, zu der neben ↗hämisch wohl auch ↗Himmel (s. d.) gehört.

Thesaurus

Synonymgruppe
Hemd · ↗Shirt
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anzug Bluse Hose Jacke Jackett Jeans Kragen Krawatte Pullover Sakko Schlips Schuh Weste anhaben aufknöpfen ausziehen blau blütenweiß bunt bügeln gebügelt gestreift gestärkt hellblau kariert kurzärmelig schwarz tragen weiß Ärmel

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hemd‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er glaubt fast daran zu ersticken, reißt sich das Hemd wieder auf.
Die Welt, 06.04.2005
Wenn sie wüssten, was die RAF wirklich war, würden sie nicht diese Hemden tragen.
Der Tagesspiegel, 25.07.2003
Er trug ein schwarzes Hemd, von dem die Ärmel abgetrennt worden waren.
Goosen, Frank: Liegen lernen, Frankfurt am Main: Eichborn AG 2000, S. 284
Seit Monaten gehen die Kinder meiner Beamten ohne Hemd zur Schule.
o. A.: 1920. In: Overresch, Manfred u. Saal, Friedrich Wilhelm (Hgg.) Deutsche Geschichte von Tag zu Tag 1918-1949, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1982], S. 6165
Manchmal wölbte sich das Hemd hinter seinem Rücken hoch wie ein aufgepusteter Ball.
Hausmann, Manfred: Abel mit der Mundharmonika. In: ders., Gesammelte Werke, Berlin: Fischer 1983 [1932], S. 169
Zitationshilfe
„Hemd“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Hemd>, abgerufen am 22.09.2019.

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