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Helle, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Helle · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungHel-le (computergeneriert)
eWDG, 1969

Bedeutung

Helligkeit
Beispiele:
die Helle des Raumes, der sternklaren Nacht
blendende, gedämpfte, fahle, dämmrige Helle
in strahlender Helle
Mag sein ... daß sich das Dunkel noch nicht hebt, daß schon Helle oder Dämmerung herrscht [KolbSchaukel71]
Aber in dem Saal war es hell, eine fade verschwommene Helle [GaiserSchlußball12]
übertragen
Beispiel:
die vereinzelten Lichtträger [Leuchtbakterien], die nun genau untersucht worden sind, haben in eine dunkle Geschichte Helle (= Aufklärung) gebracht [SchnackTropenwunder47]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

hell · Helle · hellen · Helldunkel · helldunkel · hellhörig · Helligkeit · Hellseher · hellsehen · hellauf
hell Adj. ‘mit viel Licht erleuchtet, leuchtend, sich im Farbton dem Weiß nähernd, von hohem Klang, hoch tönend’. Das nur im Dt. und Nl. vorkommende Adjektiv ahd. hel ‘tönend’ (11. Jh.; vgl. gihelli ‘harmonisch’, 10. Jh., unhelli ‘mißtönend’, um 1000), mhd. hel ‘tönend, laut, glänzend, licht’, mnl. nl. hel ‘licht, klar, rein’ gehört zum starken Verb ahd. (8. Jh.), asächs. hellan, mhd. hellen ‘ertönen, erschallen’ (in frühnhd. Zeit abgelöst von ↗hallen, s. d.); vgl. auch verwandtes (ablautend) anord. hjala ‘sprechen, sich unterhalten’ sowie ↗Hall und ↗holen (s. d.). Außergerm. vergleichen sich aind. uṣākalaḥ ‘Hahn’ (wohl ‘in der Frühe rufend’), griech. kalé͞in (καλεῖν) ‘(herbei)rufen, nennen’, lat. calāre ‘aus-, zusammenrufen’, (mit m-Erweiterung) clāmāre ‘laut rufen, schreien’, lett. (älter) kalot ‘schwatzen’, air. cailech ‘Hahn’, so daß von einer Schallwurzel ie. *kel(ə)- mit den langvokalischen Ablautstufen *klē-, *klā- ‘rufen, schreien, lärmen, klingen’ auszugehen ist (wozu mit s- mobile auch ↗Schall, ↗Schelle, ↗schelten, s. d.). Das Adjektiv bezeichnet zunächst akustische, vom Mhd. an auch visuelle Eindrücke; Luther verwendet es als Gegenwort zu ↗dunkel anstelle des älteren ↗licht (s. d.), mit dem es formelhaft verbunden wird: am hellen lichten (später hellichten) Tage. Auf Farben bezogen bezeichnet hell den sich dem Weiß nähernden Farbton (hellrot, -blau im Gegensatz zu dunkelrot, -blau); s. auch ↗grell, ursprünglich ‘laut schreiend’, dann auf Farbtöne übertragen (mit ähnlicher Entwicklung vgl. schreiend, knallig). Bei durchsichtigen Stoffen (Wasser, Glas) nimmt hell die Bedeutung von ‘klar, rein, ungetrübt, durchsichtig’ an; später wird es auf Geistiges, auf den menschlichen Verstand im Sinne von ‘klug, aufgeweckt, leicht und schnell auffassend’ angewandt, umgangssprachlich dafür helle, eigentlich Adverb (vgl. adverbielles mhd. helle). Schließlich drückt hell (seit dem 16. Jh.) eine Verstärkung ‘groß, stark, heftig’ aus (in hellen Haufen, seine helle Freude haben, in helle Wut geraten), adverbiell ‘sehr’ (hell begeistert sein). Helle f. ‘Helligkeit’, mhd. helle ‘Helligkeit, Reinheit’. hellen Vb. (reflexiv) ‘hell werden, sich erhellen’ (18. Jh.), mhd. (vereinzelt) hellen ‘hell werden, aufleuchten’, weitergeführt in frühnhd. nhd. erhellen ‘hell machen, erleuchten’ (16. Jh.), ‘klar werden, verdeutlichen’ (17. Jh.), aufhellen (17. Jh.); schwaches, vom Adj. abgeleitetes Verb. Zum starken Verb ahd. hellan s. oben. Helldunkel n. ‘Zusammenspiel von Licht und Schatten, von hellen und dunklen Farben’ (besonders in der Malerei), von dem Kunstwissenschaftler v. Hagedorn 1762 gebildet für frz. clair-obscur, das selbst aus ital. chiaroscuro entlehnt ist; dazu entsprechend helldunkel Adj. (ebenfalls 1762). hellhörig Adj. ‘mit scharfem Gehör ausgestattet, fähig, nicht Ausgesprochenes zu erraten’ (19. Jh.), heute vor allem ‘mit scharfem Verstand begabt’, auch ‘schalldurchlässig’ (von Wänden, Türen). Helligkeit f. ‘heller Zustand, helles Licht, Lichtfülle, Lichtstärke’ (16. Jh.). Hellseher m. ‘wer hellsehen kann’ (Anfang 19. Jh.), zuvor ‘scharfsinnige, klarsichtige, tiefere Zusammenhänge verstehende Person’ (1710, Übersetzung von substantiviertem frz. clairvoyant ‘scharfsinnig’); dazu hellsehen Vb. (nur im Inf. gebräuchlich) ‘räumlich und zeitlich entfernte Personen, Gegenstände und Ereignisse angeblich ohne Vermittlung von Sinnesorganen wahrnehmen, Zukünftiges vorhersehen’ (19. Jh.). hellauf Adj. ‘vergnügt, munter, flott’, Zusammenrückung der Adverbien hell und auf, zunächst in dem aufmunternden Zuruf hellauf! ‘nur zu!, frisch auf!’ (18. Jh.), anschließend häufig in der Fügung hellauf (‘fröhlich, lauthals’) lachen. Danach im Sinne von ‘überaus, sehr’ spontane emotionale Lautäußerungen (hellauf singen, jubeln, hellauf begeistert) oder Lichterscheinungen (hellauf leuchten, strahlen, lodern) verstärkend.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Angst Bewußtsein Dunkel Dunkelheit Dunkeln Düstere Finsternis Helle Himmel Klarheit Licht Mitte Mond Schatten begegnen blenden blendend geistig gewöhnen gleißend kalt kühl leuchten leuchtend plötzlich rein strahlen strahlend streben tauchen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Helle‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie hatte es dreimal versucht, zweimal im Hellen, einmal im Dunkeln.
Kuckart, Judith: Lenas Liebe, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2002, S. 197
Für die 28 Personen oben im Hellen beginnt die Zeit nervösen Wartens.
Süddeutsche Zeitung, 12.08.1996
Sehr bewußt wird dagegen das Leben verteidigt, die Helle, die Freude.
Ball, Hugo: Tenderenda der Phantast. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1914], S. 5164
Wer kann uns zwingen, die Stunden der Helle im Winter zu zählen?
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 18561
Helle, klare und ruhige Farben, wie Weiß, zartes Blau und Grün, lassen den Raum größer erscheinen.
Bild, 29.09.2004
Zitationshilfe
„Helle“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Helle#1>, abgerufen am 26.06.2019.

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Helle, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Hellen · Nominativ Plural: Hellen
Aussprache
WorttrennungHel-le (computergeneriert)
eWDG, 1969

Bedeutung

umgangssprachlich ein Glas helles Bier
Beispiele:
in der Gaststätte ein Helles bestellen
Herr Ober, zwei Helle bitte
ich würde ein Helles (= helles Bier) trinken
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

hell · Helle · hellen · Helldunkel · helldunkel · hellhörig · Helligkeit · Hellseher · hellsehen · hellauf
hell Adj. ‘mit viel Licht erleuchtet, leuchtend, sich im Farbton dem Weiß nähernd, von hohem Klang, hoch tönend’. Das nur im Dt. und Nl. vorkommende Adjektiv ahd. hel ‘tönend’ (11. Jh.; vgl. gihelli ‘harmonisch’, 10. Jh., unhelli ‘mißtönend’, um 1000), mhd. hel ‘tönend, laut, glänzend, licht’, mnl. nl. hel ‘licht, klar, rein’ gehört zum starken Verb ahd. (8. Jh.), asächs. hellan, mhd. hellen ‘ertönen, erschallen’ (in frühnhd. Zeit abgelöst von ↗hallen, s. d.); vgl. auch verwandtes (ablautend) anord. hjala ‘sprechen, sich unterhalten’ sowie ↗Hall und ↗holen (s. d.). Außergerm. vergleichen sich aind. uṣākalaḥ ‘Hahn’ (wohl ‘in der Frühe rufend’), griech. kalé͞in (καλεῖν) ‘(herbei)rufen, nennen’, lat. calāre ‘aus-, zusammenrufen’, (mit m-Erweiterung) clāmāre ‘laut rufen, schreien’, lett. (älter) kalot ‘schwatzen’, air. cailech ‘Hahn’, so daß von einer Schallwurzel ie. *kel(ə)- mit den langvokalischen Ablautstufen *klē-, *klā- ‘rufen, schreien, lärmen, klingen’ auszugehen ist (wozu mit s- mobile auch ↗Schall, ↗Schelle, ↗schelten, s. d.). Das Adjektiv bezeichnet zunächst akustische, vom Mhd. an auch visuelle Eindrücke; Luther verwendet es als Gegenwort zu ↗dunkel anstelle des älteren ↗licht (s. d.), mit dem es formelhaft verbunden wird: am hellen lichten (später hellichten) Tage. Auf Farben bezogen bezeichnet hell den sich dem Weiß nähernden Farbton (hellrot, -blau im Gegensatz zu dunkelrot, -blau); s. auch ↗grell, ursprünglich ‘laut schreiend’, dann auf Farbtöne übertragen (mit ähnlicher Entwicklung vgl. schreiend, knallig). Bei durchsichtigen Stoffen (Wasser, Glas) nimmt hell die Bedeutung von ‘klar, rein, ungetrübt, durchsichtig’ an; später wird es auf Geistiges, auf den menschlichen Verstand im Sinne von ‘klug, aufgeweckt, leicht und schnell auffassend’ angewandt, umgangssprachlich dafür helle, eigentlich Adverb (vgl. adverbielles mhd. helle). Schließlich drückt hell (seit dem 16. Jh.) eine Verstärkung ‘groß, stark, heftig’ aus (in hellen Haufen, seine helle Freude haben, in helle Wut geraten), adverbiell ‘sehr’ (hell begeistert sein). Helle f. ‘Helligkeit’, mhd. helle ‘Helligkeit, Reinheit’. hellen Vb. (reflexiv) ‘hell werden, sich erhellen’ (18. Jh.), mhd. (vereinzelt) hellen ‘hell werden, aufleuchten’, weitergeführt in frühnhd. nhd. erhellen ‘hell machen, erleuchten’ (16. Jh.), ‘klar werden, verdeutlichen’ (17. Jh.), aufhellen (17. Jh.); schwaches, vom Adj. abgeleitetes Verb. Zum starken Verb ahd. hellan s. oben. Helldunkel n. ‘Zusammenspiel von Licht und Schatten, von hellen und dunklen Farben’ (besonders in der Malerei), von dem Kunstwissenschaftler v. Hagedorn 1762 gebildet für frz. clair-obscur, das selbst aus ital. chiaroscuro entlehnt ist; dazu entsprechend helldunkel Adj. (ebenfalls 1762). hellhörig Adj. ‘mit scharfem Gehör ausgestattet, fähig, nicht Ausgesprochenes zu erraten’ (19. Jh.), heute vor allem ‘mit scharfem Verstand begabt’, auch ‘schalldurchlässig’ (von Wänden, Türen). Helligkeit f. ‘heller Zustand, helles Licht, Lichtfülle, Lichtstärke’ (16. Jh.). Hellseher m. ‘wer hellsehen kann’ (Anfang 19. Jh.), zuvor ‘scharfsinnige, klarsichtige, tiefere Zusammenhänge verstehende Person’ (1710, Übersetzung von substantiviertem frz. clairvoyant ‘scharfsinnig’); dazu hellsehen Vb. (nur im Inf. gebräuchlich) ‘räumlich und zeitlich entfernte Personen, Gegenstände und Ereignisse angeblich ohne Vermittlung von Sinnesorganen wahrnehmen, Zukünftiges vorhersehen’ (19. Jh.). hellauf Adj. ‘vergnügt, munter, flott’, Zusammenrückung der Adverbien hell und auf, zunächst in dem aufmunternden Zuruf hellauf! ‘nur zu!, frisch auf!’ (18. Jh.), anschließend häufig in der Fügung hellauf (‘fröhlich, lauthals’) lachen. Danach im Sinne von ‘überaus, sehr’ spontane emotionale Lautäußerungen (hellauf singen, jubeln, hellauf begeistert) oder Lichterscheinungen (hellauf leuchten, strahlen, lodern) verstärkend.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Angst Bewußtsein Dunkel Dunkelheit Dunkeln Düstere Finsternis Helle Himmel Klarheit Licht Mitte Mond Schatten begegnen blenden blendend geistig gewöhnen gleißend kalt kühl leuchten leuchtend plötzlich rein strahlen strahlend streben tauchen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Helle‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie hatte es dreimal versucht, zweimal im Hellen, einmal im Dunkeln.
Kuckart, Judith: Lenas Liebe, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2002, S. 197
Für die 28 Personen oben im Hellen beginnt die Zeit nervösen Wartens.
Süddeutsche Zeitung, 12.08.1996
Sehr bewußt wird dagegen das Leben verteidigt, die Helle, die Freude.
Ball, Hugo: Tenderenda der Phantast. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1914], S. 5164
Wer kann uns zwingen, die Stunden der Helle im Winter zu zählen?
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 18561
Helle, klare und ruhige Farben, wie Weiß, zartes Blau und Grün, lassen den Raum größer erscheinen.
Bild, 29.09.2004
Zitationshilfe
„Helle“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Helle#2>, abgerufen am 26.06.2019.

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