Held, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Helden · Nominativ Plural: Helden
Aussprache
Wortbildung mit ›Held‹ als Erstglied: ↗Heldenblick · ↗Heldenbrust · ↗Heldendichtung · ↗Heldenehrung · ↗Heldenepos · ↗Heldenfach · ↗Heldengedenktag · ↗Heldengedicht · ↗Heldengeist · ↗Heldengesang · ↗Heldengeschichte · ↗Heldengestalt · ↗Heldenklau · ↗Heldenlied · ↗Heldenmut · ↗Heldenmutter · ↗Heldenrolle · ↗Heldensage · ↗Heldenstück · ↗Heldentat · ↗Heldentenor · ↗Heldentod · ↗Heldentum · ↗Heldenverehrung · ↗Heldin · ↗heldenhaft
 ·  mit ›Held‹ als Letztglied: ↗Barrikadenheld · ↗Dramenheld · ↗Filmheld · ↗Hauptheld · ↗Kriegsheld · ↗Maulheld · ↗Märchenheld · ↗Nationalheld · ↗Opernheld · ↗Pantoffelheld · ↗Revolverheld · ↗Romanheld · ↗Superheld · ↗Titelheld · ↗Tugendheld · ↗Volksheld · ↗Weiberheld · ↗Widerstandsheld
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
jmd., der Hervorragendes leistet
a)
jmd., der Hervorragendes leistet aufgrund seines Mutes, besonders im Kampf
Beispiele:
ein kühner, tapferer, wahrer, großer Held
Siegfried ist ein Held der deutschen Sage
die gefallenen Helden des Befreiungskrieges, der Revolution, die Helden der Widerstandsbewegung wurden geehrt
die Helden der Vorzeit, des klassischen Altertums
obwohl wir den König sehen ... sind die plebejischen Krieger, die namenlosen Helden, die die Geschichte machen [Bild. Kunst1954]
Dieser Herr Hall ist einer jener jungen Männer, deren Blondheit und Blauäugigkeit genügt, sie zu strahlenden Helden zu machen [RinserMitte257]
umgangssprachlich, spöttisch
Beispiele:
du bist mir ein schöner, netter, rechter Held!
ihr seid mir zwei (traurige) Helden!
Aber Hauke war kein Held den Frauen gegenüber [StormSchimmelr.7,187]
bildlich
Beispiel:
abwertend den Helden spielen (= sich brüsten)
b)
jmd., der auf seinem Gebiet Hervorragendes leistet
Beispiel:
DDR Held der Arbeit (= Ehrentitel)
umgangssprachlich, spöttisch kein Held in etw. seinetw. nicht gut können
Beispiele:
er ist kein Held im Rechnen, Turnen, in Physik
er ist kein großer Held in der Schule
2.
Hauptgestalt einer Dichtung
Beispiele:
der tragische, positive, negative Held des Dramas, Romans
die Erzählung hat keinen Helden
Theater der jugendliche Held (= Schauspieler, der die jugendliche Hauptgestalt darstellt)
übertragen
Beispiel:
er war der Held des Tages (= stand im Mittelpunkt des Interesses)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Held · heldenhaft · Heldenmut · heldenmütig · Heldentat · Heldentum
Held m. ‘durch kühne Taten sich auszeichnender Mann, tapferer Kämpfer’, ahd. helid (9. Jh.; vgl. auch furisthelid ‘fürstlicher Kämpfer’), mhd. helt, asächs. helið, mnd. helt, aengl. hæleþ ‘Mann’, mnl. hēlet, heelt, helt, nl. held, anord. halr und (mit anderer Stammbildung) anord. hǫlðr ‘Erbbauer, Mann’. Für germ. *haliþa-, *haluþa- ergibt sich eine Bedeutung ‘(freier) Mann, Krieger, Held’. Die Herkunft ist nicht geklärt. Möglich ist Anschluß an die unter ↗halten (s. d.) angeführte Wurzel ie. *kel- ‘treiben, zu schneller Bewegung antreiben’ mit aind. kaláyati ‘treibt (Vieh), hält, trägt, macht’ (de Vries Nl. 248), wobei das Substantiv ursprünglich den ‘Hirten, der sich im Kampf gegen menschliche und tierische Räuber bewähren muß’ bezeichnet haben könnte. Unsicher ist sowohl eine Verbindung mit aind. kalyaḥ ‘gesund, gerüstet, geschickt’, griech. kalós (καλός) ‘schön, edel, gut’ und der Wurzel ie. *kal- (*kali-, *kalu-) ‘schön, gesund’, vgl. Pokorny 1, 524, als auch mit got. hallus ‘Fels’, anord. hallr ‘Stein’, aengl. heall ‘Fels’, lat. callus, callum ‘verhärtete dicke Haut, Schwiele’, air. mir. calath, calad ‘hart’ und der Wurzel ie. *kal- ‘hart’, vgl. Wagner in: Zs. f. vgl. Sprachforsch. 97 (1984) 281 ff. Seit dem 18. Jh. steht Held nach dem Vorbild von engl. hero auch für ‘Hauptperson eines literarischen Werkes’, dann für ‘Hauptgestalt einer Begebenheit’ und bezeichnet schließlich den, ‘der auf seinem Gebiet Hervorragendes leistet’. heldenhaft Adj. ‘sehr tapfer, heroisch’ (17. Jh.). Heldenmut m. ‘heldenhafter Mut, große Tapferkeit’, heldenmütig Adj. (beide 17. Jh.). Heldentat f. (17. Jh.). Heldentum n. ‘Wesen, Haltung eines Helden, große Tapferkeit’, von Wieland als Ersatz für Heroismus nach dem Vorbild von Menschentum gebildet (1767).

Thesaurus

Synonymgruppe
Hauptakteur · ↗Hauptdarsteller · ↗Hauptfigur · ↗Hauptperson · ↗Hauptrolle · Held · ↗Leitfigur · ↗Protagonist · ↗Schlüsselperson · Titelperson · ↗Vorkämpfer · tragende Figur · tragende Rolle · zentrale Figur
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • (der) Stählerne · Superman
Assoziationen
Synonymgruppe
Held · ↗Heroe · ↗Heros · ↗Sieger · strahlender Held · strahlender Sieger
Assoziationen
Synonymgruppe
Flocke  ugs., scherzhaft-ironisch · Held  ugs., scherzhaft-ironisch · ↗Herzchen  ugs., Hauptform, scherzhaft-ironisch · ↗Marke  ugs. · ↗Motte  ugs., scherzhaft-ironisch, veraltet
Assoziationen
  • Du bist gut!  ugs. · Du bist lustig!  ugs. · Du bist vielleicht ein Herzchen!  ugs. · Du bist witzig!  ugs., ironisch · Du hast Nerven!  ugs. · Du hast gut reden!  ugs. · Du kannst gut (daher)reden.  ugs. · Du machst mir Spaß!  ugs. · Wie kannst du (nur) so etwas sagen!  ugs.
  • Figuren  abwertend · (schräge) Typen  ugs., abwertend · Brüder  ugs., abwertend · Fuzzis  ugs., abwertend · Gestalten  ugs., abwertend · Hanseln (herablassend)  ugs., süddt. · Männekes (herablassend)  ugs., regional · Volks  ugs., regional, abwertend · Vögel  derb, abwertend

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abend Alltag Erzählung Gott Held Heldin Lyrik Märtyrer Roman Schurke antik eigentlich einsam feiern gefallen gefeiert heimlich jugendlich männlich müde namenlos romantisch stilisieren still strahlend tot tragisch traurig verehren wahr

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Held‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Danach verschwindet der Held spurlos, nirgends lässt sich sein ungewöhnlicher Name nachweisen.
Die Zeit, 09.12.2013, Nr. 49
Er hatte es tatsächlich geschafft, mit nur vier Filmen seinen komischen Helden richtiggehend populär zu machen.
Strauß, Botho: Der junge Mann, München: Hanser 1984, S. 322
Zwar als Held sah ich mich immer noch nicht gewertet.
Sudermann, Hermann: Das Bilderbuch meiner Jugend. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 896
Die Helden waren so vorsichtig, ihre Erklärung nicht zu unterzeichnen.
Blos, Wilhelm: Denkwürdigkeiten eines Sozialdemokraten, Bd. 2. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1919], S. 1433
Ich glaube, daß es immer Helden gab, die handelten, ohne dabei an sich zu denken.
Krausser, Helmut: Eros, Köln: DuMont 2006, S. 187
Zitationshilfe
„Held“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Held>, abgerufen am 25.04.2019.

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