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Heimchen, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Heimchens · Nominativ Plural: Heimchen
WorttrennungHeim-chen
eWDG, 1969

Bedeutung

gelbbraune Grillenart, die meist in Häusern lebt
Beispiele:
die Heimchen zirpen
das Heimchen in dem Ährengrund, / Es tut allein sich kund [VolksliedDie Blümelein sie schlafen]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Heimchen n. gelbbraune, oft in Häusern (Küchen, Backstuben) lebende Grille. Der alte Name ahd. heimo (um 900), mhd. heime, aengl. hāma mit dem Deminutivum ahd. heimilīn, heimilī (11. Jh.), mhd. heimelīn ist im Sinne von ‘dem Heim zugehöriges, vertrautes Wesen’ gebildet zu den unter ↗Heim (s. d.) behandelten Substantivformen. Er wird abgelöst von frühnhd. (westmd.) Heymken (1477), Heymchin (1540), mnd. hēmeke, das allgemein als Deminutivum empfunden wird. Eher handelt es sich jedoch um eine Weiterbildung von unverstandenem und daher einem Deminutivum angeglichenem frühnhd. Heimamuch (vgl. noch schweiz. Heimuch, schwäb. Heimmauch), das durch Umstellung aus ahd. mūhheimo (um 900), frühnhd. mūcheime hervorgegangen ist. Dessen Bestimmungswort kann entweder im Sinne von ‘etw. Sanftes, Weiches’ mit nl. muik, anord. mjūkr ‘weich, schmiegsam’, schwed. mjuk ‘weich’, got. mūka- ‘sanft’ verbunden und an die unter ↗Moder, ↗Moos, ↗Schmutz (s. d.) genannte Wurzel ie. *meu-, *mū̌- ‘feucht, modrig’ angeschlossen werden, oder man stellt es im Sinne von ‘etw. Heimliches’ zu ↗meucheln (s. d.) und der dort genannten Wurzel ie. *meug- ‘heimlich und tückisch lauern’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Aschenbrödel  ugs. · ↗Aschenputtel  ugs. · Heimchen  ugs. · Heimchen am Herd  ugs. · ↗Mauerblümchen  ugs. · ↗Stiefkind  ugs. · graue Maus  ugs., fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Grille Herd Herde Rabenmutter zirpen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Heimchen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dazu brodelte das ganze leidenschaftliche Leben der Tropennacht, Heimchen, Vögel und Katzen.
Peters, Carl: Im Goldland des Altertums, München: Lehmann 1902, S. 125
Ich fand das albern, mich zum Heimchen am Herd machen zu wollen.
Die Zeit, 22.11.2010, Nr. 47
Doch die Zeit des kickenden Heimchens am Herd war vorbei.
Der Tagesspiegel, 28.05.2004
Zweifellos macht es mehr her, einer starken autonomen Frau das Rückgrat zu brechen, als sich über ein Heimchen am Herd zu erheben.
Süddeutsche Zeitung, 21.08.1997
Ihre Schwester Giovanna (vier Kinder) ist ebenfalls kein Heimchen am Herd.
Süddeutsche Zeitung, 28.09.1995
Zitationshilfe
„Heimchen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Heimchen>, abgerufen am 19.05.2019.

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