Heilbutt, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
WorttrennungHeil-butt
Duden GWDS, 1999

Bedeutung

(in nördlichen Meeren lebender) großer, zu den Raubfischen gehörender Fisch mit graubrauner bis schwärzlicher Oberseite und auf der rechten Seite des Kopfes sitzendem Augenpaar
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Butt · Heilbutt · Steinbutt
Butt m. Plattfisch. Der aus dem nd.-nl. Bereich stammende Name mnd. but(te), nd. Butt(e), heute meist Bütt, bzw. mnl. bot(te), but(te), nl. bot ist in andere germ. Sprachen entlehnt worden, vgl. schwed. butta, engl. butt. Auch frühnhd. Butt(e) ist Übernahme aus dem Nd. Der die Gestalt des Fisches charakterisierende Name gehört zum Adjektiv nd. butt ‘stumpf, plump’, mnl. nl. bot ‘stumpf, stumpfsinnig’; vgl. auch nd. Butt ‘kurzes, dickes Ende’. Verwandtschaft besteht mit anord. butr ‘abgehauener Klotz’ und mit den Verben mnd. bȫtel(e)n, bȫten, mnl. bōten, booten, südnl. boten, ahd. mhd. bōʒen (s. ↗Amboß). aengl. bēatan, engl. to beat, anord. bauta ‘schlagen’ sowie aengl. bīetl ‘Hammer’. Die Ausgangsbedeutung für die oben genannte Wortgruppe ist also ‘kurz abgeschlagen’. Man vergleicht lat. cōnfūtāre ‘niederschlagen, -halten, widerlegen, überführen’, refūtāre ‘zurückdrängen, widerlegen’ und führt die germ. Formen auf ie. *bhaud-, *bhū̌d-, die lat. auf ie. *bhaut-, *bhū̌t- zurück. Offen bleibt, wieweit unter Hinzuziehung anderer, auch zur Wortgruppe von lat. battuere (s. ↗Batterie) gehöriger oder mehrdeutiger (jedoch fast immer mit Dental gebildeter) Formen eine Wurzel ie. *bhā̌u-, *bhū̌- ‘schlagen’ erschlossen werden kann. Heilbutt m. älter auch Heiligebutt, wohl als ‘Butt für Heiligenfeste’ gleichfalls dem Nd.-Nl. entlehnt (Ende 18. Jh.); vgl. nd. Helbutt, Hell(e)bütt, Hillebutt, Hilligbutt, nl. heilbot sowie engl. halibut, älter auch holibut. Steinbutt m. (18. Jh.), wohl nach seinen die Oberseite bedeckenden Knochenwarzen, die wie kleine Steine aussehen, benannt.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aal Bestand Dorsch Fang Fangquote Filet Fisch Flunder Gewässer Hering Kabeljau Krabbe Lachs Makrele Neufundland Rotbarsch Schellfisch Scholle Schwertfisch Seelachs Steinbutt Thunfisch Tonne Zander fangen geräuchert grönländisch schwarz weiß

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Heilbutt‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da der Heilbutt erst mit zehn Jahren geschlechtsreif ist, aber auch mit grobmaschigen Netzen gefischt wird, fehlen fortpflanzungsfähige Tiere.
o. A. [wor]: Grönländischer Heilbutt. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1995]
Der Heilbutt hält sich im Sommer in der Nähe der Küste auf und wandert zum Winter in größere Meerestiefen.
Lucanus, Friedrich von: Im Zauber des Tierlebens, Berlin: Wegweiser-Verl. 1926 [1926], S. 154
Der Fang von Rotbarsch, aber auch die Jagd nach dem edlen Schwarzen Heilbutt sind Saisongeschäfte.
Die Welt, 21.01.2000
Zu den Fettfischen gehören z. B. Hering, Sprotte, Sardine, Heilbutt, Lachs und Aal.
Grahneis, Heinz u. Horn, Karlwilhelm (Hg.), Taschenbuch der Hygiene, Berlin: Verlag Volk u. Gesundheit 1972 [1967], S. 436
Das Vitamin A selbst ist von P. Karrer aus dem Leberöl des Heilbutts isoliert worden.
Langenbeck, Wolfgang: Lehrbuch der Organischen Chemie, Dresden: Steinkopff 1938, S. 332
Zitationshilfe
„Heilbutt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Heilbutt>, abgerufen am 22.10.2019.

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