Heißsporn, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungHeiß-sporn (computergeneriert)
WortzerlegungheißSporn
Wortbildung mit ›Heißsporn‹ als Grundform: ↗heißspornig
eWDG, 1969

Bedeutung

Hitzkopf, Draufgänger
Beispiele:
ein verwegener, politischer Heißsporn
die Heißsporne brausten auf
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

heiß · Heißhunger · heißhungrig · Heißsporn
heiß Adj. ‘sehr warm’, übertragen ‘leidenschaftlich, heftig, erregend’, ahd. (9. Jh.), mhd. heiʒ, asächs. mnd. hēt, mnl. nl. heet, aengl. hāt, engl. hot, anord. heitr, schwed. het gehören mit ablautendem got. heitō ‘Fieber’ und den unter ↗Hitze (s. d.) behandelten Substantivbildungen zu einer d-Erweiterung der Wurzel ie. *kā̌i-, *kī̌- ‘Hitze’, an die sich ahd. hei ‘Brand an Pflanzen’ (9. Jh.), heia ‘Hitze’ (um 1100), giheii ‘Brand’ (Hs. 12. Jh.), mhd. gehei(e) ‘Brand, Hitze’ anschließt. Einer t-Erweiterung der nur im Germ. und Balt. vertretenen Wurzel folgen lit. kaĩsti ‘heiß machen, werden’, kaitrà, kaĩtris ‘drückende Hitze, Schwüle, Glut’, kaitrùs ‘Hitze verbreitend, brennend, sengend’, lett. kaist ‘heiß werden, brennen’. Heißhunger m. ‘plötzlicher Appetit auf bestimmte Speisen, starker Hunger’ (2. Hälfte 17. Jh.), aus heißhungrig Adj. (1. Hälfte 17. Jh.) rückgebildet. Heißsporn m. ‘Hitzkopf, Draufgänger’, Schlegels Übersetzung (1800) von engl. Hotspur, dem Beinamen Henry Percys in Shakespeares „Heinrich IV.“.

Thesaurus

Synonymgruppe
Draufgänger · ↗Haudegen · Heißsporn · ↗Hitzkopf · ↗Waghals · draufgängerischer Abenteurer  ●  ↗Wagehals  veraltend · ↗Teufelskerl  ugs. · Zornigel  ugs. · toller Hecht  ugs., sprichwörtlich · wilder Hund  ugs., bair.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Brausekopf · ↗Feuerkopf · ↗Hitzkopf  ●  Heißsporn  Hauptform

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ruf bremsen einstig jugendlich jung link radikal revolutionär schiitisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Heißsporn‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und hinter dem scheinbar ruhigen Typen verbirgt sich auch noch ein Heißsporn.
Bild, 07.07.2001
Einmal von den jungliberalen Heißspornen abgesehen - niemand plädiert für eine rentenpolitische Revolution.
Die Zeit, 25.10.1996, Nr. 44
Der jugendliche Heißsporn ist gereift, er freut sich ehrlich, euer Mitbürger zu werden.
Fritsch, Gerhard: Fasching, Hamburg: Rowohlt 1967, S. 10
Die Heißsporne unter ihnen möchten das Recht reformieren, wie Luther das Christentum reformiert hat.
Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 10505
Von den reaktionären Heißspornen und ihrer Interessenpolitik trennte ihn freilich eine weite Kluft.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. IV,2. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 11349
Zitationshilfe
„Heißsporn“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Heißsporn>, abgerufen am 23.04.2019.

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