Hefe, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Hefe · Nominativ Plural: Hefen
Aussprache
WorttrennungHe-fe
Wortbildung mit ›Hefe‹ als Erstglied: ↗Hefebrot · ↗Hefegebäck · ↗Hefekloß · ↗Hefekuchen · ↗Hefepilz · ↗Hefestück · ↗Hefestückchen · ↗Hefeteig · ↗Hefeweizen
 ·  mit ›Hefe‹ als Letztglied: ↗Backhefe · ↗Bierhefe · ↗Nährhefe · ↗Presshefe · ↗Trockenhefe · ↗Weinhefe
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Substanz, die aus Hefepilzen besteht, zur Gärung dient und besonders zur Herstellung alkoholischer Getränke und zum Treiben von Teig verwendet wird
Beispiele:
dem Wein, Bier, Teig Hefe zusetzen
beim Bäcker für zehn Cent Hefe holen
Kuchen mit Hefe backen
mit Hefe getriebener Teig
frische, gezüchtete, wilde Hefen
eine Hefe gilt als gut, wenn sie den Teig in 60 bis 65 Minuten hebt [Urania1961]
fester Stoff, der sich bei der Gärung von Bier oder Wein am Boden absetzt
2.
nur im Singular
übertragen
a)
abwertend das Niedrigste, der Abschaum
Beispiele:
die Hefe des Volkes, der Gesellschaft
die Hefe der Stadt, Bettler, Krüppel, Dirnen und Zuhälter [Wasserm.Wahnschaffe1,328]
b)
das vorwärtstreibende, beschleunigende Element, die treibende Kraft
Beispiele:
Diese echten und wahren, unsichtbar-sichtbar erziehenden Lehrer ... sind die Hefe in dem Lehrerkorps [DiesterwegSchriften1,337]
[das indische Proletariat ist] heute die Hefe des industriellen und sozialen Fortschritts [Tageszeitung1956]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hefe f. als Gär- und Treibmittel verwendete Pilzsubstanz. Zur Bezeichnung des Treibmittels dienen in älterer Sprache mehrere Bildungen zu dem unter ↗heben (s. d.) behandelten Verb, die es als ‘Heber(in), Hebemittel’ charakterisieren, vgl. (mit stammbildendem j- bzw. i-Suffix) ahd. heva, heffa f. (11. Jh.), hevo, hepho m. (Hs. 12. Jh.), mhd. hebe, hefe, heve m. f. (das Mask. vereinzelt bis ins 18. Jh.), mnl. heffe, aengl. hæf sowie ahd. hevil ‘Hefe, Sauerteig’ (s. ↗Hebel), urhab, mhd. urhap (s. ↗Urheber). Da Hefe auch den bei der Gärung alkoholischer Getränke wie Wein und Bier entstehenden Schaum und Satz bezeichnet, kann es im Sinne von ‘Abschaum’ (15. Jh.) und ‘Bodensatz’ (16. Jh.) verwendet werden.

Thesaurus

Synonymgruppe
Gärungsstoff · Hefe
Oberbegriffe
Biologie
Synonymgruppe
Backhefe · ↗Bierhefe · Bäckerhefe · ↗Gärmittel · Hefe · ↗Triebmittel  ●  ↗Bärme  niederdeutsch · ↗Germ  österr., bair. · ↗Gest  norddeutsch · Candida robusta  fachspr., veraltet, lat. · Saccharomyces cerevisiae  fachspr., lat., griechisch
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Bier  ●  Ballerbrühe  derb, salopp, abwertend · ↗Bölkstoff  ugs., salopp, norddeutsch · Flüssigbrot  ugs., scherzhaft · Gerstenkaltgetränk  ugs. · ↗Gerstenkaltschale  ugs., ironisch, fig. · ↗Gerstensaft  ugs. · Hopfen und Malz  ugs. · Hopfenkaltschale  ugs., ironisch, fig. · ↗Hopfentee  ugs., ironisch, fig. · Krawallbrause  ugs., fig. · Maurerbrause  derb, fig.
  • Brot · ↗Brotlaib  ●  ↗Wecken  regional

Typische Verbindungen
computergeneriert

Backpulver Bakterie Enzym Fadenwurm Ferment Fruchtfliege Gerste Gerstenmalz Gärung Hopfen Malz Mehl Milchsäurebakterie Pilz Salz Sauerteig Schimmelpilz Teig Weizenmehl Wurm Zucker brauen einzellig genmanipuliert gären obergärig untergärig vergären verquirlen zugesetzt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hefe‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Biologisch gehören Pilze weder zu den Tieren noch zu den Pflanzen, sie bilden, etwa mit den Hefen, ein eigenes Reich.
Die Zeit, 19.11.2007, Nr. 48
So war eine Anreicherung des Vitamins aus Reiskleie oder Hefe möglich.
Langenbeck, Wolfgang: Lehrbuch der Organischen Chemie, Dresden: Steinkopff 1938, S. 472
Sie ist nur schwach gehopft und wird mit einem Gemisch von Hefe und Milchsäurebakterien vergoren.
Kölling, Alfred: Fachbuch für Kellner, Leipzig: Fachbuchverl. VEB 1962 [1956], S. 131
Lauwarme Milch, Hefe und Zucker verquirlen und mit der zerlassenen Margarine zum Mehl geben.
o. A.: Wir kochen gut, Leipzig: Verl. für d. Frau 1968 [1963], S. 138
Bei der modernen, untergärigen Brauweise muß das Bier während des Gärens gekühlt werden, dabei setzen sich die Hefen am Boden des Bottichs ab.
Krämer, Walter / Sauer, Wolfgang, Lexikon der populären Sprachirrtümer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 8
Zitationshilfe
„Hefe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Hefe>, abgerufen am 18.07.2019.

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