Hanf, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Hanf(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
Wortbildung mit ›Hanf‹ als Erstglied: ↗Hanfbau · ↗Hanfbreche · ↗Hanfdarre · ↗Hanfernte · ↗Hanffaden · ↗Hanffaser · ↗Hanfgarn · ↗Hanfkuchen · ↗Hanfsamen · ↗Hanfseil · ↗Hanfstrick · ↗Hanfstängel · ↗Hänfling
 ·  mit ›Hanf‹ als Letztglied: ↗Bogenhanf · ↗Manila-Hanf · ↗Manilahanf
 ·  mit ›Hanf‹ als Grundform: ↗hanfen · ↗hänfen
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Faserpflanze mit hohen, bastreichen Stängeln und langgestielten, gefingerten Blättern, deren ölhaltige Samen für technische Zwecke und als Futter verwendet werden und deren Fasern zur Herstellung grober Gewebe dienen
Beispiel:
Hanf anbauen, brechen
bildlich
Beispiel:
umgangssprachlich im Hanf sitzen (= gut leben)
2.
Frucht von 1
Beispiel:
Kanarienvögel mit Hanf füttern
3.
im Stängel von 1 enthaltene Bastfaser
Beispiele:
Hanf spinnen
ein Seil, Gurt aus Hanf
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hanf · Hänfling
Hanf m. Der Name der zu den Nesselgewächsen gehörigen langstieligen Faserpflanze ahd. hanaf, hanuf (um 900), hanef (11. Jh.), hanif (um 1100), mhd. hanef, han(i)f, asächs. hanup, mnd. nl. hennep, mnl. han(n)ep, hennep, hennip, aengl. henep, hænep, engl. hemp, anord. hampr, schwed. hampa dürfte bereits vor der germ. Lautverschiebung aus einer osteurop. oder südosteurop. Sprache, vermutlich dem Skyth. oder Thrak., entlehnt worden sein. Diese Annahme stützt sich vor allem auf den Vergleich mit griech. kánnabis (κάνναβις), woraus lat. cannabis, und die Aussage Herodots, daß es dieses Gewächs im Lande der Skythen und Thraker als Wild- und Kulturpflanze gibt. Zur Verbreitung des Pflanzennamens in europ. und asiat. Sprachen vgl. Vasmer 1, 615 und Marzell 1, 775 f. ; erwogen wird auch Herleitung des Wanderwortes aus sumer. kunibu. Hanf bezeichnet außer der Pflanze die aus ihr gewonnene Faser und den u. a. als Vogelfutter dienenden Samen (vgl. die verdeutlichenden Zusammensetzungen Hanffaser, Hanfsamen). Hänfling m. ‘kleiner bräunlicher Singvogel, Mensch von schwächlicher Figur und Konstitution’, mhd. henfelinc (14. Jh.), Ableitung vom Pflanzennamen, nach der von dem Vogel bevorzugten Nahrung.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anbau Anbauverbot Baumwolle Dämmstoff Flachs Hopfen Inhaltsstoff Jute Kork Kulturpflanze Legalisierung Lein Leine Mais Mohn Naturfaser Nutzpflanze Opium Rap Roggen Schafwolle Seide Stroh Tabak Wolle Zellulose anbauen angebaut indisch rauschmittelarm

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hanf‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und Hanf ist eine Pflanze, aus der man alles herstellen kann.
Bild, 03.04.2001
Bei Hanf verhält es sich umgekehrt - früher legal, heute illegal.
Die Zeit, 29.12.1999, Nr. 1
Für den weiten Weg trugen sie aus festem Hanf geflochtene Sandalen an den Füßen.
Röhrig, Tilman: In dreihundert Jahren vielleicht, Würzburg: Arena 1984 [1983], S. 86
Der Preis des Hanfes steht gewöhnlich etwas niedriger, als der des Flachses.
Schlipf, Johann Adam: Schlipfs populäres Handbuch der Landwirtschaft, Berlin: Parey 1918, S. 253
Die ältesten Zweige der T. sind die Verarbeitung von Flachs, Hanf, Rohseide und Wolle.
o. A.: Lexikon der Kunst - T. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1994], S. 45610
Zitationshilfe
„Hanf“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Hanf>, abgerufen am 21.10.2019.

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