Handwerk, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Handwerk(e)s · Nominativ Plural: Handwerke
Aussprache
WorttrennungHand-werk (computergeneriert)
WortzerlegungHandWerk
Wortbildung mit ›Handwerk‹ als Erstglied: ↗Handwerker · ↗Handwerksberuf · ↗Handwerksbesteuerung · ↗Handwerksbetrieb · ↗Handwerksbursche · ↗Handwerksfleiß · ↗Handwerksgeselle · ↗Handwerksinnung · ↗Handwerkskammer · ↗Handwerkskunst · ↗Handwerkslehre · ↗Handwerksleute · ↗Handwerksmann · ↗Handwerksmeister · ↗Handwerksmesse · ↗Handwerksordnung · ↗Handwerksrolle · ↗Handwerkssteuer · ↗Handwerkszeichen · ↗Handwerkszeug · ↗Handwerkszunft · ↗handwerklich · ↗handwerksmäßig
 ·  mit ›Handwerk‹ als Letztglied: ↗Barbierhandwerk · ↗Bauhandwerk · ↗Bekleidungshandwerk · ↗Bäckerhandwerk · ↗Böttcherhandwerk · ↗Diebeshandwerk · ↗Drechslerhandwerk · ↗Fleischerhandwerk · ↗Friseurhandwerk · ↗Frisörhandwerk · ↗Färberhandwerk · ↗Gerberhandwerk · ↗Glaserhandwerk · ↗Kleinhandwerk · ↗Klempnerhandwerk · ↗Kriegshandwerk · ↗Kunsthandwerk · ↗Maurerhandwerk · ↗Sattlerhandwerk · ↗Schlosserhandwerk · ↗Schmiedehandwerk · ↗Schneiderhandwerk · ↗Schuhmacherhandwerk · ↗Tischlerhandwerk · ↗Töpferhandwerk · ↗Uhrmacherhandwerk · ↗Waffenhandwerk · ↗Zimmererhandwerk
 ·  mit ›Handwerk‹ als Grundform: ↗handwerkeln
eWDG, 1969

Bedeutung

(gewerbliche) Tätigkeit, die im Wesentlichen mit der Hand und einfachem Werkzeug betrieben wird
Beispiele:
ein nützliches, schweres, gefährliches Handwerk
sein Handwerk kennen, verstehen, lieben
ein gutes, sauberes Handwerk ausüben, (be)treiben
jmdm. das Handwerk verleiden
sich in seinem Handwerk auskennen
Berufszweig
Beispiele:
ein alteingesessenes, bodenständiges, holzverarbeitendes, künstlerisches, genossenschaftliches Handwerk
altertümelnd, gehoben ein ehrsames Handwerk
das Handwerk des Tischlers
ein Handwerk wählen, ergreifen, lernen
die Förderung, Erzeugnisse des Handwerks
DDR eine Produktionsgemeinschaft des Handwerks (= eine sozialistische Genossenschaft, zu der sich selbständige Handwerker und Inhaber industrieller Kleinbetriebe zusammengeschlossen haben)
die Glasbläserei ist ein Handwerk mit alter Tradition
das Bauhandwerk ist ein Handwerk von hoher, volkswirtschaftlicher Bedeutung
das Handwerk arbeitet unmittelbar für den Verbraucher
das Handwerk fördern, entschulden
dem Handwerk Aufträge erteilen
er ist ein Meister in seinem Handwerk
Ehrfurcht vor dem Handwerk haben
zu einem Handwerk gehören
sprichwörtlich Handwerk hat goldenen Boden
Auf ihrem Schild [der Herberge] waren dann natürlich alle beteiligten Handwerke vertreten [KürthWanderfahrt56]
umgangssprachlich, übertragen
Beispiele:
sich [Dativ] nicht ins Handwerk pfuschen lassen (= sich nicht in seine Angelegenheiten hineinreden lassen)
jmdm. das Handwerk legen (= jmds. Treiben ein Ende machen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Handwerk · Handwerker
Handwerk n. ‘überwiegend mit Hand und (einfachem) Werkzeug ausgeübte Berufstätigkeit, Berufsstand der Handwerker’, ahd. hantwerc ‘Handarbeit, Verfertigung’ (um 1000), mhd. hantwerc ‘Handarbeit, Gewerbe. Zunft’, aengl. handweorc (neben handgeweorc), engl. handwork, handiwork ‘Handarbeit’. Im Mhd. und älteren Nhd. (vielleicht auch schon im Ahd.?) mischt sich der Gebrauch von hantwerc mit dem von antwerc ‘(Belagerungs)maschine’ (eigentlich ‘Gegenwerk’, s. ↗ent- und vgl. mhd. entwürken ‘zunichte machen, zerstören’), so daß antwerc auch ‘Handarbeit’ und Handwerk noch im 18. Jh. auch ‘Rammbock’ bedeutet. Der Bedeutungsumfang verengt sich gegenüber dem Mhd., Handwerk bezeichnet die stoffumwandelnde und -bearbeitende Produktion und grenzt sich gegen die Landwirtschaft und bestimmte Dienstleistungsgewerbe ab. In mhd. Zeit rechnen Zweige der Urproduktion wie Gärtnerei und Fischerei zum Handwerk. Die Bedeutung des Handwerks als eines produzierenden Zweigs der Wirtschaft nimmt im Zuge der sich ausweitenden Großindustrie des 19. Jhs. ab; es behauptet sich vornehmlich als Reparatur- und Kunsthandwerk. Handwerker m. ‘wer ein Handwerk ausübt’, mhd. handwerker neben (h)antwercman, ahd. (h)antwercman (10. Jh.).

Thesaurus

Ökonomie
Synonymgruppe
Gewerbe · ↗Gewerk · Handwerk · ↗Kunst · ↗Metier
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ausübung Baugewerbe Bauwirtschaft Beherrschung Dienstleistung Einzelhandel Gastronomie Gewerbe Handel Industrie Kunst Landwirtschaft Mittelstand Pike Produktionsgenossenschaft Töten Zentralverband ausüben beherrschen blutig deutsch erlernen journalistisch legen lernen nachgehen pfuschen solid traditionell verstehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Handwerk‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das waren keine spektakulären Erfolge, aber sie waren wichtig für das deutsche Handwerk.
Die Welt, 06.12.2004
Er wendet sein Handwerk an, er geht den Pfad eines Dichters entlang.
Der Tagesspiegel, 13.03.2003
Und nun ist es zu spät, ein Handwerk zu lernen.
Alexander Granach, Da geht ein Mensch: Leck: btb Verlag 2007, S. 77
Auch Wissenschaft müsse vom Herzen Order nehmen, oder sie werde Handwerk.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1920. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1920], S. 133
Über drei Viertel der gewerblichen Arbeiter gehörten dem Handwerk an.
Bebel, August: Aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 22077
Zitationshilfe
„Handwerk“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Handwerk>, abgerufen am 23.05.2019.

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