Hürde, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Hürde · Nominativ Plural: Hürden
Aussprache
WorttrennungHür-de (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Hürde‹ als Erstglied: ↗Hürdenlauf · ↗Hürdenläufer · ↗Hürdenrennen · ↗Hürdenspringen · ↗Hürdensprint · ↗Hürdensprinter · ↗Hürdenstaffel
 ·  mit ›Hürde‹ als Letztglied: ↗5-Prozent-Hürde · ↗Fünf-Prozent-Hürde · ↗Obsthürde · ↗Schafhürde · ↗Trockenhürde · ↗Viehhürde
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
(geflochtenes) Gestell zum Einzäunen eines Platzes für das Herdenvieh, besonders für Schafe
Beispiele:
Hürden aus Holz, Drahtgeflecht
Hürden aufstellen
der Wolf sprang über die Hürde
schützend eingezäunter Platz für das Herdenvieh, Pferch
Beispiele:
eine Hürde bauen
die Schafe in die Hürde treiben
ein Wolf bricht in die Hürde ein
zu den Hürden zieht die Herde [Grillp.TraumI]
bildlich
Beispiel:
Sei du der Wolf nicht, den der Böse in die Hürden der Menschheit losläßt! [G. Hauptm.Quint1,73]
2.
Gestell zum Aufbewahren oder Trocknen, Horde
Beispiele:
Obst, Gemüse auf Hürden ausbreiten, lagern
Käse auf der Hürde trocknen
[der Apfel] hatte lange auf der Hürde gelegen und war runzelig [ZahnIndergand61]
3.
Sport Hindernis, über das bei einem Wettlauf die Läufer, beim Pferderennen die Pferde springen müssen
Beispiele:
die Hürden nehmen, überspringen
die Läuferin siegte über 100-Meter Hürden (= beim Hürdenlauf auf einer Strecke von 80 Metern)
übertragen eine Hürde nehmenein Hindernis, eine Schwierigkeit überwinden
Beispiel:
mit dem erfolgreichen Examen hatte er die letzte Hürde seines Studiums genommen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hürde f. ‘Flechtwerk, tragbarer Zaun für Viehweiden, Gestell, der davon umschlossene Raum, Weideplatz’, auch (seit dem 19. Jh.) ‘Hindernis’, ahd. hurt (9. Jh.), mhd. hurt (Genitiv hürde) ‘Flechtwerk aus Reisern’, hürde (aus den umgelauteten flektierten Kasus) ‘als Scheiterhaufen dienendes Flechtwerk’, asächs. hurð, mnl. hurde ‘Flechtwerk, Gitter’ sowie aengl. hyrd ‘Tür’, (mit l-Suffix weitergebildet) hyrdel, engl. hurdle ‘Hindernis, Gitter, Zaun, Geflecht’, anord. hurð, got. haúrds (aus Flechtwerk bestehende) ‘Tür’ und die unter ↗Horde (s. d.) genannten md. nd. Entsprechungen verbinden sich mit aind. káṭaḥ ‘Geflecht, Matte’, kṛṇátti ‘dreht, spinnt’, griech. kýrtos (κύρτος), kýrtē (κύρτη) ‘Fischreuse, Vogelkäfig’, kártallos (κάρταλλος) ‘Korb’, lat. crātis ‘Flechtwerk, Hürde’ und führen auf ie. *kert-, *kṛti- ‘Flechtwerk’, eine Abstraktbildung zur Wurzel ie. *(s)ker- ‘drehen, biegen’, zu der sich möglicherweise auch (mit Nasaleinschub) kslaw. krętati ‘biegen’, aruss. krjatati ‘bewegen’, russ. (älter) krjátat’ (крятать) ‘berühren, bewegen’, poln. krzątać się ‘sich tummeln, sich um etw. bemühen’ sowie (ablautend) russ. krutój (крутой) ‘steil, jäh, schroff’ stellen.

Thesaurus

Synonymgruppe
Barriere · ↗Behinderung · ↗Blockade · ↗Fallstrick · ↗Hemmnis · ↗Hemmung · ↗Hindernis · Hürde  ●  ↗Bremsklotz  fig. · ↗Hemmschuh  fig. · ↗Stolperstein  fig. · ↗Schikane (Reit-/Motorsport)  fachspr.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Gehege · ↗Koppel · ↗Korral · ↗Pferch · eingezäuntes Areal  ●  Hürde  fachspr.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Sekunde Volksbegehren Volksentscheid Weg abbauen administrativ aufbauen beseitigen bürokratisch entscheidend errichten gesetzlich hoch juristisch kartellrechtlich letzt meistern nehmen parlamentarisch psychologisch rechtlich regulatorisch räumen scheitern unüberwindbar unüberwindlich vorletzt überspringen überwindbar überwinden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hürde‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er hat zwar eine wichtige Hürde genommen, weil er noch ein Kabinett zusammen bekam, nachdem so viele Minister davongelaufen sind.
Die Zeit, 15.06.2009, Nr. 24
Eine Hürde, die auch in Riad benannt wurde, ist die Sprache.
Der Tagesspiegel, 07.02.2005
Ehe wir uns näher mit diesem Ereignis befassen, gibt es zunächst eine kleine gesellschaftliche Hürde zu bewältigen.
Schäfer-Elmayer, Thomas: Der Elmayer. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1991], S. 4563
Erst wenn das der Fall ist, wird die Hürde erhöht.
Hoke, Ralph Johann u. Schmith, Otto: Grundlagen und Methodik der Leichtathletik, Leipzig: Barth 1937, S. 73
Es war nicht Zeit für objektive Betrachtung, es war Zeit, die letzten Hürden zu nehmen.
Fritsch, Gerhard: Fasching, Hamburg: Rowohlt 1967, S. 142
Zitationshilfe
„Hürde“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Hürde>, abgerufen am 18.08.2019.

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