Hülle, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Hülle · Nominativ Plural: Hüllen
Aussprache
WorttrennungHül-le
Wortbildung mit ›Hülle‹ als Erstglied: ↗hüllenlos  ·  mit ›Hülle‹ als Letztglied: ↗Ausweishülle · ↗Ballhülle · ↗Ballonhülle · ↗Basthülle · ↗Blütenhülle · ↗Buchhülle · ↗Eihülle · ↗Elektronenhülle · ↗Fruchthülle · ↗Gashülle · ↗Handyhülle · ↗Keimhülle · ↗Kissenhülle · ↗Lufthülle · ↗Nebelhülle · ↗Papierhülle · ↗Regenhülle · ↗Samenhülle · ↗Schallplattenhülle · ↗Schirmhülle · ↗Schutzhülle · ↗Wasserhülle · ↗Zellophanhülle
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
etw., was einen anderen Körper umschließt und ganz bedeckt
a)
Beispiele:
eine schützende, wärmende, feste, undurchdringliche, durchsichtige, unscheinbare Hülle
die äußerste, letzte Hülle
die Hülle entfernen
die Hüllen abwerfen, fallen lassen
eine Hülle aus Leder, Stoff, Papier, Zellophan
bis zur Einweihung ist das Denkmal noch durch eine Hülle den Blicken der Vorübergehenden entzogen
die Hülle des Ballons
die Käferlarve umgibt sich bei ihrer Verpuppung mit einer Hülle
den Schirm aus seiner Hülle herausziehen
eine Hülle für den Ausweis
die Hülle (= der schützende feste Umschlag) des Buches
den Brief in die Hülle (= den Briefumschlag) stecken
sie suchte in ihrem Koffer nach einer warmen Hülle (= einem warmen Kleidungsstück)
Mädchen mit frischen, blühenden Mimosenzweigen, die sie sorgfältig in durchsichtigen Hüllen verwahrten [GaiserNascondo226]
um mich in meiner neuen Hülle (= in meinem neuen Anzug) anstaunen zu lassen [MarchwitzaJugend90]
die Frauen, die mit schwarzen Hüllen (= Kleidern) steif und dunkel durch die Sonne ziehen [WeisenbornMädchen9]
bildlich
Beispiele:
in der ärmlichen Hülle (= äußeren Erscheinung) verbarg sich ein großer Künstler
gehoben die Hülle der Nacht
gehoben eine neblige Hülle hatte sich über das Dorf gesenkt
gehoben eine Hülle des Schweigens
gehoben Wie ist die Welt so stille, / Und in der Dämmrung Hülle / So traulich und so hold! [M. ClaudiusAbendlied]
gehoben ich fühle, wie die letzten Hüllen des Unverstehens gefallen sind [RathenauBriefe1,182]
gehoben trotz der fremdsprachigen Hülle, in der ihnen Thomas Manns Lebenswerk entgegengetreten ist [Dt. Literaturzeitg.1962]
b)
übertragen
Beispiele:
gehoben die fleischliche, leibliche Hülle (= der menschliche Körper)
gehoben, verhüllend die sterbliche, irdische Hülle ablegen (= sterben)
gehoben, verhüllend Tausende gaben der sterblichen Hülle (= dem Leichnam) des großen Staatsmannes das letzte Geleit
gehoben, verhüllend daß ich von seiner Hülle nicht Abschied nehmen ... konnte [Th. Mann11,250]
b)
Botanik Hüllkelch
Beispiele:
die Hülle umgibt den Blütenstand
bei den Doldengewächsen befinden sich Hüllchen am Grunde der einzelnen kleinen Dolden
2.
umgangssprachlich in Hülle und Fülle, die Hülle und Füllesehr viel, im Überfluss
Beispiele:
etw. in Hülle und Fülle haben, besitzen
es gibt Obst in Hülle und Fülle
Alle Welt verdient Geld in Hülle und Fülle [Kellerm.Totentanz335]
er könne sagen, daß es Arbeit die Hülle und Fülle gegeben habe [Th. MannKönigl. Hoheit7,330]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

hüllen · Hülle · verhüllen · Verhüllung
hüllen Vb. ‘rundum bedecken, einpacken, verbergen’, ahd. hullen (9./10. Jh.; vgl. bihullen, 8. Jh.), mhd. mnd. hüllen, asächs. bihullian, aengl. hylian, mnl. nl. hullen, anord. hylja, schwed. hölja, got. huljan steht ablautend zu dem unter ↗hehlen (s. d.) angeführten Verb und führt wie dieses auf die dort behandelte Wurzel ie. *k̑el- ‘bergen, verhüllen’. Hülle f. ‘bergend Umschließendes, Bedeckung’, ahd. hulla ‘Überwurf, Schleier, Übergewand’ (9. Jh.), mhd. hülle ‘Umhüllung, Mantel, Kopftuch’. Dazu die Reimformel Hülle und Fülle ‘Kleidung und Nahrung’ (16. Jh.), danach ‘Überfluß’ (um 1700). verhüllen Vb. (16. Jh.); Verhüllung f. (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Decke · Hülle · ↗Hülse · ↗Lage · ↗Schale · ↗Schicht
Synonymgruppe
Abdeckung · Hülle · ↗Umschlag
Assoziationen
Synonymgruppe
Buchumschlag · Hülle · ↗Umschlag  ●  ↗Schutzumschlag  Hauptform
Assoziationen
Synonymgruppe
Etui · ↗Futteral · Hülle
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Synonymgruppe
Drumherum · Hülle · ↗Umhüllung · ↗Verpackung
Oberbegriffe
  • nicht lebendes Objekt · unbelebtes Objekt
Unterbegriffe
Antonyme
  • Hülle

Typische Verbindungen
computergeneriert

Atom Eizelle Elektron Fülle Hülle Kern Nervenfaser Virus abstreifen architektonisch baulich durchsichtig dünn fallenlassen gläsern irdisch leblos leer leiblich schlüpfen schälen schützend sterblich transparent umgeben umschließen vergänglich verpacken wärmend äußer

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hülle‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Verdammt, der Winter ist so kalt, und wenn wir ihm nun ade sagen, fallen zwangsläufig die Hüllen.
Die Welt, 11.03.2002
Denn diese Hüllen halten eben viel länger als die Inhalte.
Der Tagesspiegel, 26.10.2000
Doch ohne das Wort drohte es zur glanzvollen, aber leeren Hülle zu werden.
o. A.: Die mittelalterliche Kirche. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1966], S. 21325
Und Eier, bekommt Ihr die dort auch wieder in Hülle und Fülle?
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 06.04.1941, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Ich warte also, bis Du mal schreibst und vielleicht irgendwo gibt es wieder in Hülle und Fülle.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 02.04.1941, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Zitationshilfe
„Hülle“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Hülle>, abgerufen am 22.10.2019.

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