Hänfling, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Hänflings · Nominativ Plural: Hänflinge
WorttrennungHänf-ling
WortzerlegungHanf-ling
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2017

Bedeutungen

1.
(zu den Finken gehörender) kleiner bräunlicher oder grauer Singvogel, bei dem das Männchen während der Brutzeit an Stirn und Brust rot gefärbt ist
Beispiele:
Neben den nistenden Lerchen filmte das Team Hänflinge, Wiesenpieper und Bachstelzen. [Die Zeit, 03.01.2012, Nr. 1]
Hänfling, Zeisig und Gimpel lassen die von ihnen gesammelten Pflanzensamen […] langsam aufweichen, bevor sie diese [an ihre Jungen] weitergeben. [Natzmer, Gert von: Tierstaaten und Tiergesellschaften, Berlin: Safari-Verl. 1967, S. 91]
Zur Haltung im Zimmer eignen sich z. B. […] wegen ihres schönen Aussehens: Papagei, Gimpel, Stieglitz, Zeisig, Hänfling […]. [o. A.: Das Lexikon der Hausfrau, Berlin: Ullstein 1937 [1932], S. 317]
2.
abwertend Mensch von dünner, schwächlicher Statur
Beispiele:
Der Vater ist besorgt, dass der Sohn ein dürrer Hänfling bleiben könnte, er schickt ihn in den Ferien ins Meer, damit er kräftig schwimme. [Süddeutsche Zeitung, 15.04.2014]
Glücklich war der Freizeitsportler aber immer noch nicht, denn nun fühlte er sich »wie ein Hänfling« und bewunderte die Trainingskollegen, die wunderbar muskulös aussahen[…]. [Der Spiegel, 08.01.2007, Nr. 2]
Im Vergleich zu seinem Konkurrenten […] Tim Lobinger, wirkt er trotz des behutsamen Krafttrainings nach seiner Schulteroperation […] wie ein Hänfling: 1,92 lang, nur 78 Kilogramm schwer. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.02.2004]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hanf · Hänfling
Hanf m. Der Name der zu den Nesselgewächsen gehörigen langstieligen Faserpflanze ahd. hanaf, hanuf (um 900), hanef (11. Jh.), hanif (um 1100), mhd. hanef, han(i)f, asächs. hanup, mnd. nl. hennep, mnl. han(n)ep, hennep, hennip, aengl. henep, hænep, engl. hemp, anord. hampr, schwed. hampa dürfte bereits vor der germ. Lautverschiebung aus einer osteurop. oder südosteurop. Sprache, vermutlich dem Skyth. oder Thrak., entlehnt worden sein. Diese Annahme stützt sich vor allem auf den Vergleich mit griech. kánnabis (κάνναβις), woraus lat. cannabis, und die Aussage Herodots, daß es dieses Gewächs im Lande der Skythen und Thraker als Wild- und Kulturpflanze gibt. Zur Verbreitung des Pflanzennamens in europ. und asiat. Sprachen vgl. Vasmer 1, 615 und Marzell 1, 775 f. ; erwogen wird auch Herleitung des Wanderwortes aus sumer. kunibu. Hanf bezeichnet außer der Pflanze die aus ihr gewonnene Faser und den u. a. als Vogelfutter dienenden Samen (vgl. die verdeutlichenden Zusammensetzungen Hanffaser, Hanfsamen). Hänfling m. ‘kleiner bräunlicher Singvogel, Mensch von schwächlicher Figur und Konstitution’, mhd. henfelinc (14. Jh.), Ableitung vom Pflanzennamen, nach der von dem Vogel bevorzugten Nahrung.

Thesaurus

Synonymgruppe
Hänfling · Schmächtling  ●  ↗Hering  ugs. · ↗Kümmerling  ugs. · Mickerling  ugs. · ↗Schmachtlappen  ugs., rheinisch · ↗Spargeltarzan  ugs. · Spinnewipp  ugs., ruhrdt., veraltet · ↗Spucht  ugs., norddeutsch · Strich in der Landschaft  ugs. · halbe Portion  ugs. · schmales Handtuch  ugs.
Assoziationen
Antonyme
  • Hänfling
Synonymgruppe
Bluthänfling · Flachsfink  ●  Carduelis cannabina  fachspr., lat. · Hänfling  ugs.
Oberbegriffe
Zitationshilfe
„Hänfling“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Hänfling>, abgerufen am 25.06.2019.

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