Gutachten, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungGut-ach-ten
Wortbildung mit ›Gutachten‹ als Erstglied: ↗gutachtlich  ·  mit ›Gutachten‹ als Letztglied: ↗Expertengutachten · ↗Fachgutachten · ↗Frühjahrsgutachten · ↗Gegengutachten · ↗Herbstgutachten · ↗Jahresgutachten · ↗Rechtsgutachten · ↗Sachverständigengutachten · ↗Sondergutachten · ↗Vaterschaftsgutachten · ↗Wertgutachten
 ·  mit ›Gutachten‹ als Grundform: ↗begutachten
eWDG, 1969

Bedeutung

meist schriftlich gegebenes, fachmännisches Urteil
Beispiele:
ein Gutachten anfordern, einholen, verfassen, abgeben
papierdeutsch ein Gutachten erstatten
ein Gutachten liegt vor
ein detailliertes, juristisches, psychiatrisches, medizinisches, technisches Gutachten
nach ärztlichem Gutachten
ein negatives, positives Gutachten
die Einholung neuer Gutachten
das Gutachten des Experten, Fachmannes, Sachverständigen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gut · Gut · Güte · vergüten · Vergütung · begütert · gütig · begütigen · gütlich · Gutachten · Gutdünken · Guthaben · gutheißen · gutmütig · Gutschein · gutwillig
gut Adj. ahd. (8. Jh.), mhd. guot, asächs. aengl. gōd, mnd. gōt, engl. good, mnl. goet, nl. goed, afries. god, anord. gōðr, schwed. dän. god, got. gōþs (germ. *gōda-) gehört ablautend zu der unter ↗Gatte (s. d.) dargestellten Wurzel ie. *ghadh- ‘vereinigen, eng verbunden sein, zusammenpassen’ (vgl. auch aind. gádhyaḥ ‘was man gerne festhält, was einem paßt’, aslaw. godьnъ ‘gefällig, geeignet’ sowie ahd. gigat ‘passend’). Als Ausgangsbedeutung von germ. *gōda- wird danach etwa ‘passend, geeignet’ anzusetzen sein. Das Wort zeigt, teils schon in sehr früher Zeit, eine reiche Bedeutungsentwicklung, die, von ‘passend’ ausgehend, zunächst zu ‘für einen Zweck geeignet, tauglich, brauchbar’, in spezifischer Anwendung auf Personen ‘tüchtig, geschickt’ führt. Aus dem Begriff des Geeignetseins für einen bestimmten Zweck entwickelt sich gut zum Wertbegriff im Sinne von ‘wertvoll, kostbar, hochwertig, qualitativ einwandfrei’ (bei Sachen), ‘vornehm, edel, angesehen, ehrlich’ (auf Personen oder deren Verhältnisse bezogen), ferner zum Ausdruck des Wohlgefallens, der Freude, die jemand an einer Sache oder einem Zustand hat, wird also zu ‘angenehm, bequem, vorteilhaft, erfreulich, fein, schön’. Aus ‘passend, geeignet’ entwickelt sich auch, gleichfalls schon in ältester Zeit, die Bedeutung ‘geneigt, wohlmeinend, freundlich, gefällig, gütig’; in allgemeiner ethischer Verwendung steht gut im Sinne von ‘rechtschaffen, tugendhaft, anständig’. gut wird auch zur Bezeichnung von Mengen- oder Maßangaben im Sinne von ‘richtig, ordentlich’ verwendet, woraus sich ‘reichlich, beträchtlich’ (eine gute Stunde, gute acht Tage) ergibt; schließlich kann gut als Mittel der Steigerung etwa im Sinne von ‘tüchtig, gehörig, völlig’ (ich habe gute Lust, in gutem Einvernehmen) gebraucht werden. Gut n. ‘Besitz, Vermögen, versandfertige Ware, Ladung, Material, Stoff für einen bestimmten Arbeitsprozeß (Saat-, Steingut), größerer landwirtschaftlicher Betrieb’, ahd. guot ‘Gutes, Vermögen, Besitz’ (8. Jh.), mhd. guot, auch ‘Landgut’, asächs. aengl. gōd, anord. gott, Substantivierungen des Adjektivs. Güte f. ‘hilfreiche, großherzige Gesinnung, Nachsicht, Freundlichkeit, gute Beschaffenheit, Qualität (einer Ware)’, ahd. guotī (9. Jh.), mhd. güete, asächs. gōdi. vergüten Vb. ‘entschädigen, zurückerstatten, die Güte, Beschaffenheit verbessern’, spätmhd. vergüeten ‘entschädigen, auf Zinsen anlegen’; dazu Vergütung f. (18. Jh.). begütert Adj. ‘mit Gütern, Reichtum ausgestattet, reich, wohlhabend’ (16. Jh.). gütig Adj. ‘voller Güte, hilfreich und verzeihend’, mhd. güetec. begütigen Vb. ‘gut zureden, besänftigen, beschwichtigen’ (15. Jh.). gütlich Adj. ‘in gutem Einvernehmen, ohne Streit, friedlich’, ahd. guotlīh ‘gut, heilbringend, segensreich’ (8. Jh.), mhd. guotlich, güetlich ‘gut, gütig, freundlich’. Gutachten n. ‘ausführlich begründete Stellungnahme eines Sachverständigen’ (Anfang 16. Jh.), substantivierte Zusammenrückung aus etw. für gut achten. Gutdünken n. ‘eigenes, persönliches Ermessen’, spätmhd. guotdunken, Substantivbildung aus Verbindungen wie eʒ dunket mich guot. Guthaben n. ‘worauf man Anspruch hat, zur Verfügung stehendes (gespartes) Geld, geldliche Forderung an jmdn.’ (um 1800), Substantivierung aus etw. gut haben (heute guthaben) ‘etw. zu fordern haben’. gutheißen Vb. ‘für gut befinden, billigen’ (16. Jh.), Zusammenrückung aus etw. gut heißen. gutmütig Adj. ‘von guter Gemütsart, nicht streitsüchtig, leicht zu beeindrucken, mitleidig’ (15. Jh.). Gutschein m. ‘Schein über ein Guthaben in Waren oder Geld’ (19. Jh.), Verdeutschung für ↗Bon (s. d.). gutwillig Adj. ‘guten Willen zeigend, gefügig’, ahd. guotwillīg (um 1000), mhd. guotwillic.

Thesaurus

Synonymgruppe
Anschauung · ↗Ansicht · ↗Bewertung · Gutachten · ↗Meinung · ↗Statement · ↗Stellungnahme  ●  ↗Votum  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
Abschätzung · ↗Begutachtung · ↗Beurteilung · ↗Bewertung · ↗Einschätzung · Gutachten · ↗Urteil
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Gutachten · ↗Sachverständigengutachten
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Parteigutachten · Privatgutachten
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Auftrag Erstellung Sachverständigenrat Sachverständiger Unternehmensberatung Wirtschaftsprüfer Wissenschaftsrat anfertigen anfordern bescheinigen bestellt einholen erstellen erstellt extern gegeben juristisch klären medizinisch psychiatrisch psychologisch stützen unabhängig veröffentlicht vorgelegt vorlegen vorliegen vorliegend wissenschaftlich ärztlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gutachten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In den vergangenen Monaten waren Teile der zahlreichen Gutachten in dem Fall an die Medien gelangt.
Die Zeit, 29.07.2010 (online)
Ein gerade in Auftrag gegebenes Gutachten wird die aktuelle Situation analysieren.
Bild, 16.01.2006
Sie waren sich schnell einig, daß es nun darum gehen mußte, das Gutachten Professor Mauls selbst zu erschüttern.
Hettche, Thomas: Der Fall Arbogast, Köln: DuMont Buchverlag, 2001, S. 154
Ich komme noch mit einem Wort auf die ärztlichen Gutachten.
Friedländer, Hugo: Prozeß wider das Grafen-Ehepaar Kwilecki wegen Kindesunterschiebung. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1910], S. 63
Ihnen stehen aber die übrigen Gutachten in fast geschlossener Masse gegenüber.
Goldfriedrich, Johann: Geschichte des Deutschen Buchhandels vom Beginn der klassischen Litteraturperiode bis zum Beginn der Fremdherrschaft. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Geschichte des deutschen Buchwesens, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1909], S. 3832
Zitationshilfe
„Gutachten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Gutachten>, abgerufen am 18.10.2019.

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