Grundstock, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungGrund-stock (computergeneriert)
eWDG, 1969

Bedeutung

Anfangsbestand, Grundlage
Beispiele:
den Grundstock für eine Armee, Bibliothek, ein Vermögen legen
etw. bildet den Grundstock
der Grundstock besteht aus etw.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Stock · Stockwerk · Grundstock · Stockente · Stockfisch · Stockzahn
Stock m. ‘Baumstumpf mit Wurzel, Knüttel, Stab, Geschoß eines Hauses, Grundlage’, ahd. (8. Jh.), mhd. stoc ‘Baumstumpf, Knüttel, Balken, Stange, Stab’, asächs. stokk, mnd. stok, mnl. stoc, nl. stok, aengl. stoc(c), engl. stock, anord. stokkr, schwed. stock (germ. *stukka-) sind verwandt mit ↗Stück und ↗verstauchen (s. d.) sowie außergerm. mit aind. tujáti, tuñjáti ‘bewegt sich heftig, treibt an, reizt auf, schleudert’, mir. tūag ‘Axt, Bogen’, tōcht ‘Teil, Stück’, lit. stū́gti ‘in die Höhe stehen’, stùguras ‘dürrer, verstrockneter Stengel, Strunk, Pfosten’. Alle Formen lassen sich auf ie. *(s)teug- zurückführen und damit letztlich auf eine (allerdings nur in Erweiterungen vorliegende) Wurzel ie. *(s)teu- ‘stoßen, schlagen’ (wozu auch ↗stoßen, s. d.). Als Ausgangsbedeutung ist ‘abgeschlagener Ast, Stamm’, auch ‘Stumpf’ anzunehmen. Die Bedeutung ‘in der Erde stehengebliebener Baumstumpf mit den Wurzeln, Klotz’ ist erhalten in (über) Stock und Stein ‘(durch) ungerodetes Land, ohne Weg’, mhd. stoc unde stein, ähnlich Stock und Block, Stock und Stumpf; ferner in ↗Bienenstock (s. d.), Opferstock ‘kirchlicher Kollektebehälter’ (15. Jh.), dafür mhd. stoc, eigentlich ‘ausgehöhlter, verschließbarer Holzklotz’. Sie wird vielfach in Bezeichnungen aus Holzklötzen hergestellter Geräte bewahrt (vgl. Amboßstock, Hackstock, Prägestock) und dient in übertragenem Sinne zur Bezeichnung einer Masse (vgl. Eiterstock, Gebirgsstock). Die Bedeutung ‘Balken, Stab’ (so noch in Spazier-, Takt-, Zeige-, Zollstock) entwickelt sich zu ‘hölzernes Ständerwerk eines Hauses’ (im Unterschied zum gemauerten Fundament), dann (spätmhd.) zu ‘Geschoß eines Gebäudes’ (vgl. Stockwerk n. um 1500). Bereits ahd. stoc steht für den ‘Hauptschoß einer Pflanze’, vgl. ahd. kōl-, reba-, wīnstoc, danach ‘in einen Topf gesetzte Blumenpflanze’ (16. Jh.), vgl. Blumenstock. Aus Vergleichen (z. B. mhd. lac er stille alsam ein stoc) entwickelt sich stock- zu einem verstärkenden Kompositionselement zunächst bei Adjektiven, vgl. stockstill ‘unbeweglich, schweigsam’, stockfinster, stockblind (16. Jh.), stockdumm, stockdunkel, stocksteif (17. Jh.), stocktaub (18. Jh.), stockreaktionär (19. Jh.), dann auch bei Personenbezeichnungen, die einen Menschen als befangen in den Ansichten, Anschauungen, Überzeugungen seines Landes, Stammes oder Standes charakterisieren sollen, z. B. Stockengländer, Stockpreuße, Stockaristokrat, Stockphilologe (19. Jh.). Grundstock m. ‘Grundlage, Beginn einer Anhäufung’, besonders ‘(Grund)vermögen, Fonds’ (18. Jh.), aus ↗Grund (s. d.) und Stock in der übertragenen Bedeutung ‘Masse, Menge’ (s. oben); vgl. engl. stock ‘Kapital’. Stockente f. ‘Wildente’ (17. Jh.), oft in Baumstümpfen oder -höhlen brütend. Stockfisch m. ‘getrockneter Kabeljau’, spätmhd. stocvisch, eigentlich ‘an einer Holzstange, einem Stangengerüst zum Trocknen aufgehängter Fisch’, als eingeführte Fastenspeise nach mnd. (hansisch) stokvisch. Stockzahn m. ‘Backenzahn’ (15. Jh.), zu Stock im Sinne von ‘(Baum)stumpf, Klotz’ (s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
Auswahl · ↗Bestand · ↗Fundus · Grundstock · ↗Sammlung
Synonymgruppe
Anfangsbestand · Grundstock · anfänglicher Vorrat
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Archiv Bestand Bibliothek GPRS-Datenfunkstandard Galerie Geldbestand Kollektion Kunstmuseum Kunstsammlung Museum Nationalgalerie Nationalmuseum Patent Pinakothek Reichtum Repertoire Sammlung Standard Stiftung Stiftungskapital Vermögen Wohlstand beachtlich bilden finanziell legen solid solide stiften wertvoll

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Grundstock‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Damit kann ich leben, weil ich weiß: Ich habe einen Grundstock gelegt, und irgendwann wird er sich durchsetzen.
Die Zeit, 18.11.2013, Nr. 46
Einen gewissen Grundstock können die beiden Partner bereits jetzt vorweisen.
Der Tagesspiegel, 09.07.1998
Vor 150 Jahren wurde der Grundstock zu unserem Bunde gelegt.
o. A.: Weihe der neuen Fahnen des Deutschen Reichskriegerbundes "Kyffhäuser" im Berliner Sportpalast, 08.04.1936
Da es zahlreiche Musterbeispiele aus den klassischen Autoren bot, vermittelte es zugleich einen Grundstock literarischer Kenntnisse.
Curtius, Ernst Robert: Europäische Literatur und lateinisches Mittelalter, Tübingen: Francke 1993 [1948], S. 46
Das war der Grundstock für meine künftige Tätigkeit als Finanzminister unter dem Sozialistengesetz.
Bebel, August: Aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 4362
Zitationshilfe
„Grundstock“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Grundstock>, abgerufen am 26.08.2019.

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