Grundriss, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungGrund-riss
WortzerlegungGrundRiss2
Ungültige SchreibungGrundriß
Rechtschreibregeln§ 2, § 25 (E1)
Wortbildung mit ›Grundriss‹ als Erstglied: ↗Grundrisszeichnung  ·  mit ›Grundriss‹ als Letztglied: ↗Stadtgrundriss
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Mathematik senkrechte Projektion eines Körpers auf eine waagerechte Ebene
2.
Bauwesen maßstabgerechte Darstellung eines waagerecht geschnittenen Bauwerkes mit Angabe der Raumordnung und der Abmessungen
Beispiele:
der Grundriss des Hochhauses, der Werkhalle
das Gebäude hat einen quadratischen, rechteckigen Grundriss
3.
kurzgefasstes Lehrbuch über ein bestimmtes Gebiet
Beispiel:
ein kurzer, knapper Grundriss der Anatomie, Elektrotechnik, der deutschen Geschichte
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Grund · gründen · Gründer · Gründerjahre · Gründerzeit · begründen · Begründer · ergründen · gründeln1 · grundieren · gründlich · Gründlichkeit · Grundbesitz · Grundbesitzer · Grundlage · grundlos · Grundriß · Grundsatz · grundsätzlich · Grundstück · Grundel · Gründel · Gründling · Grundfisch · gründeln2
Grund m. ‘unterste Fläche, Erdboden, Bodenvertiefung, Tiefe und Boden eines Gewässers, eines Gefäßes, Fundament, Grundlage, das innerste, tiefste Wesen, Ursache, Veranlassung’, ahd. grunt (8. Jh.), mhd. mnd. grunt, asächs. grund, nl. grond, aengl. grund, engl. ground, anord. grunnr m. ‘Grund, Boden’, grund f. ‘Feld, Erde’, schwed. dän. grund, got. *grundus (in grunduwaddjus ‘Grundmauer’). Unter Annahme einer (nicht belegbaren) ursprünglichen Bedeutung ‘körniger Boden, Sandboden’ kann für germ. *grundu- über ‘Zerriebenes’ ein Anschluß an ie. *ghren-, Erweiterung der Wurzel ie. *gher- ‘hart worüber streichen, zerreiben’, hergestellt werden. Dabei ergibt sich über die dentale Erweiterung ie. *ghrendh- Verwandtschaft mit ↗Grind (s. d.). gründen Vb. ‘die Grundlage schaffen, den Grundstein legen, ins Leben rufen, auf etw. basieren, aufbauen’, ahd. grunten ‘ergründen, erforschen’ (um 1000), mhd. gründen; Gründer m. ‘Erbauer, Urheber, Begründer’ (17. Jh.); Gründerjahre Plur. und Gründerzeit f. ‘Zeit wirtschaftlichen Aufschwungs in Deutschland nach 1871’ (19. Jh.). begründen Vb. ‘Gründe angeben, den Grund legen, neu schaffen’, mhd. begründen; Begründer m. (Anfang 19. Jh.). ergründen Vb. ‘einer Sache auf den Grund gehen, sie erforschen’, ahd. irgrunten (um 1000), mhd. ergründen. Nur vereinzelt gründeln1 Vb. ‘nach dem Grund, nach der Ursache suchen’ (16. Jh.). grundieren Vb. ‘nach dem Grund, nach der Ursache suchen’ (16. Jh.). ‘die Grundfarbe, den ersten Anstrich auftragen’ (2. Hälfte 18. Jh.), in formaler Anlehnung an ältere maltechnische Begriffe wie ↗schattieren, ↗lackieren, ↗schraffieren (s. d.). gründlich Adj. ‘allem auf den Grund gehend, sorgfältig, gewissenhaft, genau’, ahd. gruntlīhho Adv. (9. Jh.), mhd. grüntlich, gruntlich; Gründlichkeit f. ‘Genauigkeit, Gewissenhaftigkeit’, allgemein seit Anfang des 18. Jhs., vereinzelt bereits im Sinne von ‘Seelen-, Herzenstiefe’ in der deutschen Mystik (14. Jh.). Grundbesitz m. Grundbesitzer m. (beide 18. Jh.). Grundlage f. ‘Unterlage, Basis, Fundament’ (Ende 16. Jh.). grundlos Adj. ‘ohne Grund und Boden, sehr tief, ohne Ursache, unbegründet’, mhd. gruntlōs, grundelōs; vgl. ahd. gruntlōsī ‘bodenlose Tiefe, Abgrund’ (8. Jh.). Grundriß m. ‘senkrechte Projektion eines Körpers auf eine waagerechte Ebene, maßstabgerechter Übersichtsplan’ (1. Hälfte 17. Jh.), älter (vereinzelt) ‘Grundlage’ (16. Jh.). Grundsatz m. ‘feste Regel, Richtlinie des Denkens und Handelns’ (17. Jh.); grundsätzlich Adj. (16. Jh.; allgemein verbreitet erst um 1800). Grundstück n. ‘abgegrenztes, als jmds. Besitz ausgewiesenes Stück Land’ (16. Jh.). Grundel, Gründel m. f. Name einiger auf dem Grund eines Gewässers lebender Fische, ahd. gruntila, grundila (Hs. 12. Jh.), mhd. grundel, mnd. grundel(e), mnl. grondel(e), nl. grondel, aengl. gryndle. Auch Gründling m. mnd. grundelingk, frühnhd. grundeling (15. Jh.) und Grundfisch m. spätmhd. gruntvisch. gründeln2 Vb. (von Wasservögeln) mit Kopf und Hals zur Nahrungssuche unter Wasser (gleichsam auf den Grund) tauchen (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Entwurf · Grundriss · ↗Konzeption · ↗Layout · ↗Plan · ↗Planung · ↗Schema · ↗Skizze · ↗Vorlage · ↗Zeichnung
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aufriß Dogmatik Formenlehre Lageplan Philologie Sozialökonomik Stadtplan Stadtschloss Volkswirtschaftslehre achteckig dreieckig elliptisch fächerförmig halbkreisförmig kreisförmig kreisrund kreuzförmig nachzeichnen oktogonal oval polygonal quadratisch rechteckig rechtwinklig schachbrettartig sternförmig symmetrisch trapezförmig unregelmäßig viereckig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Grundriss‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nur an wenigen Stellen griff er ordnend in den Grundriss ein.
Der Tagesspiegel, 08.04.2001
Der »Grundriß« widerspiegelte die These von Kurt Hager auf der 16.
Zimmermann, Hartmut (Hg.): DDR-Handbuch - A. In: Enzyklopädie der DDR, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1985], S. 721
Drittens aber stellen die politischen Artikel den Grundriß einer politischen Philosophie dar.
Schalk, Fritz: Die europäische Aufklärung. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 15858
Ihren Grundriß besitzen wir bereits in der Institution der Vereinten Nationen.
Die Zeit, 12.07.1956, Nr. 28
Nach dem Grundriß allein ist es nicht immer möglich, die Städte einer der genannten Gruppen zuzuordnen.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1939, S. 324
Zitationshilfe
„Grundriss“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Grundriss>, abgerufen am 22.04.2019.

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