Greis, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Greises · Nominativ Plural: Greise
Aussprache
Wortbildung mit ›Greis‹ als Erstglied: ↗Greisenalter · ↗Greisenantlitz · ↗Greisenart · ↗Greisenauge · ↗Greisenblick · ↗Greisenfinger · ↗Greisengeschwätz · ↗Greisengesicht · ↗Greisenhaar · ↗Greisenhand · ↗Greisenhaupt · ↗Greisenlaune · ↗Greisenmiene · ↗Greisenschwäche · ↗Greisenstimme · ↗Greisin · ↗greisenhaft
 ·  mit ›Greis‹ als Letztglied: ↗Heldengreis · ↗Jammergreis · ↗Mümmelgreis · ↗Silbergreis · ↗Tappergreis · ↗Urgreis
 ·  formal verwandt mit: ↗ergreisen · ↗vergreisen
eWDG, 1969

Bedeutung

sehr alter Mann
Beispiele:
ein würdiger, schöner, ehrwürdiger, noch jugendlicher, rüstiger, schwacher Greis
er war ein Greis, zum Greis geworden
die Stimme, Worte des Greises
eine Versammlung von Greisen
Die Großen nennen ihre Eltern »die Greise« – nicht hinter ihrem Rücken, sondern ... in aller Anhänglichkeit [Th. Mann9,670]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

greis · Greis · greisenhaft
greis Adj. ‘sehr alt, hochbetagt’. Das Adjektiv ist auf nd. Sprachgebiet heimisch, vgl. asächs. (8./9. Jh.), mnd. afries. grīs ‘grau’, dringt aber schon früh ins Hd. ein und entwickelt auf obd. Gebiet (da vornehmlich vom altersgrauen Haar gebraucht) die Bedeutung ‘betagt’, vgl. ahd. (10./11. Jh.), mhd. grīs ‘grau, alt’. Es wird auf eine Erweiterung ie. *g̑hrēi- der unter ↗grau (s. d.) behandelten Wurzel ie. *g̑her(ə)-, *g̑hrē- ‘strahlen, glänzen, schimmern’ zurückgeführt. Aus dem Adjektiv entwickelt sich die Substantivierung Greis m. ‘sehr alter, hochbetagter Mann’, mhd. (schwach flektierend) grīse. greisenhaft Adj. (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Greis · sehr alter Mensch  ●  ↗(ein) Methusalem  ugs. · ↗Tattergreis  derb, stark abwertend
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Uralt... · aus grauer Vorzeit · sehr alt · ↗uralt  ●  ↗steinalt  ugs.
  • alter Mann  ●  (alter) Opa mit Hut  ugs., veraltet · (so'n) Oller  ugs., norddeutsch · ↗(so'n) Opa  ugs. · ↗(so'n) Opi  ugs. · alter Knacker  ugs., abwertend · alter Sack  derb, abwertend
  • (die) jungen Alten · ↗alt · alt und grau (sein / werden) · ↗angejahrt · gealtert · gehobenen Alters · im Rentenalter · im reifen Alter von · in fortgeschrittenem Alter · in vorgerücktem Alter · nicht mehr der (die) Jüngste · nicht mehr ganz (so) jung · vorgerückten Alters · ↗ältlich  ●  auf meine (deine, seine...) alten Tage  ugs. · fortgeschrittenen Alters  geh. · in (jemandes) reife(re)n Jahren  geh. · in Ehren ergraut  geh. · in die Jahre gekommen  ugs. · in die Tage gekommen  ugs. · in hohen Jahren stehen  geh. · in höheren Jahren stehen  geh. · ↗oll  derb · viele Jahre auf dem Buckel haben  ugs. · zwischen 80 und scheintot  derb, variabel
  • (...) Jahre jung sein · (...) Lenze zählen (lit. oder veraltet) · (...) geboren sein · ↗(...) sein · Jahrgang (...) sein · es auf (...) Jahre bringen · im Jahr(e) (...) geboren sein  ●  (...) Jahre alt sein  Hauptform · (...) Jahre zählen  veraltet · (...) Jahre auf dem Buckel haben  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Greisin Jüngling Kleinkind Knabe Säugling bärtig ehrwürdig erblindet gebeugt gebrechlich gütig hager hinfällig kindisch klapprig lüstern munter rüstig sabbernd senil störrisch todkrank unwürdig verdorben verwirrt weißbärtig weißhaarig würdig zahnlos zitternd

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Greis‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er besuchte die Greise in ihren Häusern, ließ sie erzählen.
Der Tagesspiegel, 02.12.2000
Wunderbar lasziv verwandelt sie sich vom traurigen Greis in eine schlängelnde Lady.
Süddeutsche Zeitung, 25.10.1997
Greise sanken sich in die Arme, die Veteranen von dunnemals.
Loest, Erich: Völkerschlachtdenkmal, München: Dt. Taschenbuch-Verl. 1987 [1984], S. 30
Als ich den Dichter persönlich kennenlernte, war er ein Greis.
Ebner-Eschenbach, Marie von: Meine Erinnerungen an Grillparzer. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1916], S. 10970
Und wieder hatte der eifrige Greis Gift abzuhalten vom Blute.
Rilke, Rainer Maria: Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge. Prosa 1906 bis 1926, Frankfurt a. M.: Insel-Verl. 1966 [1910], S. 839
Zitationshilfe
„Greis“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Greis>, abgerufen am 23.04.2019.

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