Grausamkeit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Grausamkeit · Nominativ Plural: Grausamkeiten
Aussprache
WorttrennungGrau-sam-keit (computergeneriert)
Wortzerlegunggrausam-keit
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
nur im Singular
das Grausamsein, die Rohheit, Gefühllosigkeit
Beispiele:
die menschliche, eine seelische Grausamkeit
die Grausamkeit des Raubtieres
jede Grausamkeit verabscheuen
mit Grausamkeit wurden Andersdenkende unterdrückt
Es ist eine unermeßliche Grausamkeit, die in dieser über Tage, Wochen, Monate verlängerten Todesangst liegt [FalladaJeder stirbt517]
2.
grausame Handlung
Beispiel:
er hatte furchtbare Grausamkeiten begangen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

grausam · Grausamkeit
grausam Adj. ‘gefühllos, schrecklich, entsetzlich’, mhd. grū(we)sam ‘Grauen, Schrecken erregend’, abgeleitet von mhd. grūwe, nhd. Grau m. ‘Schauder’ (s. ↗Grauen). Die heute geläufige Bedeutung ‘rücksichtslos, hart, gefühllos’ sowie die Verwendung als Verstärkung im Sinne von ‘heftig, stark, überaus’ (vgl. grausam tief, grausam wüten, grausame Stärke) kommen bereits im 15. Jh. auf. Grausamkeit f. (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Erbarmungslosigkeit · ↗Gefühlskälte · Gnadenlosigkeit · Grausamkeit · ↗Schonungslosigkeit · ↗Unbarmherzigkeit · schonungslose Härte
Assoziationen
Synonymgruppe
Barbarei · ↗Bestialität · Grausamkeit · ↗Inhumanität · ↗Unmenschlichkeit

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bosheit Brutalität Habgier Heimtücke Härte Mordmerkmal Ungerechtigkeit Unmenschlichkeit Willkür Wollust Zärtlichkeit barbarisch begangen begehen beispiellos bestialisch entsetzlich kindlich nachstehen seelisch sinnlos unbeschreiblich unerhört unfassbar unmenschlich unsäglich unvorstellbar verüben verübt überbieten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Grausamkeit‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und dieser Schluß ist von derart unerwarteter Grausamkeit, daß ich ihn einem kleinen Sohn, wenn ich denn einen hätte, ersparen würde.
Der Tagesspiegel, 30.07.1999
Sie verweist auf "geistige Grausamkeit", und schon ist sie frei.
Süddeutsche Zeitung, 09.03.1998
Zu keiner Zeit ist die absolute Grausamkeit des Stalinschen Regimes so deutlich zutage getreten wie in den Jahren 1934 bis 1938.
Gitermann, Valentin: Die Russische Revolution. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 6662
Inwiefern dort Grausamkeiten passiert sind, das kann ich nicht beurteilen.
o. A.: Einhundertvierundneunzigster Tag. Samstag, 3. August 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 26864
Mir sind die Grausamkeiten gegen Juden, wie wir sie in der Presse gelesen haben, nicht bekannt gewesen.
o. A.: Neunundsiebzigster Tag. Dienstag, 12. März 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 1444
Zitationshilfe
„Grausamkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Grausamkeit>, abgerufen am 16.10.2019.

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