Grammatik, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Grammatik · Nominativ Plural: Grammatiken
Aussprache
WorttrennungGram-ma-tik (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
Wortzerlegunggrammatisch-ik
Wortbildung mit ›Grammatik‹ als Erstglied: ↗Grammatiker  ·  mit ›Grammatik‹ als Letztglied: ↗Dependenzgrammatik · ↗Interaktionsgrammatik · ↗Schulgrammatik · ↗Textgrammatik · ↗Transformationsgrammatik · ↗Universalgrammatik
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
nur im Singular
Wissenschaft und Lehre vom Bau einer Sprache, Sprachlehre
Beispiele:
die Regeln der Grammatik
die deutsche, russische, französische Grammatik
die Grammatik der deutschen Sprache beherrschen
nach der deutschen Grammatik kann man von diesem Wort keinen Plural bilden
Sprachwissenschaft die deskriptive, historische, traditionelle, strukturelle, funktionale Grammatik
Sprachwissenschaft die vergleichende Grammatik der germanischen Sprachen
2.
Lehrbuch von 1
Beispiele:
eine neue Grammatik ist erschienen
eine kleine, große, veraltete, kurzgefasste Grammatik der deutschen Sprache
eine Grammatik kaufen, lesen, studieren
in der Grammatik lesen, suchen, blättern, nachschlagen
die Grammatiken geben darüber keine Auskunft
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Grammatik · Grammatiker · grammatisch · grammatikalisch
Grammatik f. ‘Wissenschaft und Lehre vom Bau und von den Regeln einer Sprache, Sprachlehrbuch’, ahd. grammatih (um 1000), mhd. grāmatic, grāmaticā, frühnhd. gramatic, gramatica (15. Jh.), Grammatik (16. Jh.) beruhen auf Übernahme bzw. Entlehnung von lat. (ars) grammatica, griech. grammatikḗ (téchnē) (γραμματικὴ τέχνη); bis ins 18. Jh. teils in lat., teils in eingedeutschter Form (mit unterschiedlicher Schreibweise); vom 19. Jh. an gilt Grammatik. Ausgangswort ist griech. grámma (γράμμα) ‘Buchstabe, Geschriebenes, Aufgezeichnetes’, eine Bildung zu griech. gráphein (γράφειν) ‘einritzen, zeichnen, schreiben’ (s. ↗-gramm). Der Ausdruck bezeichnet ursprünglich die ‘Fertigkeit, mit Buchstaben umzugehen, Kunst des Lesens und Schreibens’, in hellenistischer und römischer Zeit ‘Sprach- und Literaturwissenschaft’, seit spätantiker Zeit ‘Lehre vom Bau der Sprache’. Entsprechend wird im mittelalterlichen Wissenschaftsgebäude Grammatik Terminus für das erste Fach des Triviums (neben Rhetorik und Dialektik) der septem artes liberales (wobei hauptsächlich an die lateinische Sprache zu denken ist). Seit Notker begegnet daneben die engere Verwendung ‘Summe der Regeln einer Sprache, richtiger Sprachgebrauch’ (wofür vom 16. bis 18. Jh. auch Sprachkunst, seit dem 17. Jh. Sprachlehre üblich ist), dann ‘Regelsammlung für das Erlernen und den Gebrauch einer Sprache in Lehrbuchform’ (16. Jh.). Grammatiker m. (18. Jh.), mhd. grāmaticus ‘wer lesen, schreiben und Latein kann oder dieses lehrt’, Übernahme von lat. grammaticus ‘Sprachkundiger, -forscher’, griech. grammatikós (γραμματικός) ‘Elementarlehrer’, dann auch ‘Gelehrter’. Im Dt. (bis ins 18. Jh. in lat. Form) ‘Sprachgelehrter (besonders im Hinblick auf die Regeln der Grammatik), Sprachtheoretiker’. Vereinzelt und ohne Nachfolge bleibt die frühe Entlehnung ahd. gramatihhāri (um 1000). grammatisch Adj. (16. Jh.), grammatikalisch Adj. (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Grammatik · ↗Sprachlehre · systematische Sprachbeschreibung
Assoziationen
  • (die) Regeln · (systematische) Beschreibung einer Sprache · Regelapparat · ↗Regelwerk (einer Sprache) · ↗Sprachbau  ●  Grammatik (einer Sprache)  Hauptform
Synonymgruppe
(die) Regeln · (systematische) Beschreibung einer Sprache · Regelapparat · ↗Regelwerk (einer Sprache) · ↗Sprachbau  ●  Grammatik (einer Sprache)  Hauptform
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Astronomie Aussprache Dialektik Interpunktion Lexik Lexikographie Lexikon Logik Muttersprache Orthographie Poetik Rechtschreibung Rhetorik Satzbau Semantik Syntax Vokabel Vokabular Wortschatz Wörterbuch Zeichensetzung büffeln deskriptiv generativ hebräisch kontextfrei lateinisch pauken universal vergleichend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Grammatik‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Den Affen fehlt die Grammatik, die es uns ermöglicht, Sätze hierarchisch zu verschachteln.
Der Tagesspiegel, 23.04.2003
Und wie kommt man der Grammatik dieser Schrift auf die Spur?
P. M.: Peter Moosleitners interessantes Magazin, 1978, Nr. 12
Die Ordnung in ihr stellt sich durch die Grammatik her.
Kant, Hermann: Die Aula, Berlin: Rütten & Loening 1965, S. 104
Zu ihrer Verwirklichung benötigt man nämlich eine mathematische Beschreibung der Grammatik.
Die Zeit, 09.06.1961, Nr. 24
Dann ißt er sein Ei, die lateinische Grammatik neben dem Teller.
Wiechert, Ernst: Das einfache Leben, München: Ullstein Taschenbuchverl. 2000 [1946], S. 82
Zitationshilfe
„Grammatik“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Grammatik>, abgerufen am 23.05.2019.

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