Grab, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Grab(e)s · Nominativ Plural: Gräber
Aussprache
Wortbildung mit ›Grab‹ als Erstglied: ↗Grabbeigabe · ↗Grabdenkmal · ↗Grabeinfassung · ↗Grabesdunkel · ↗Grabesgruft · ↗Grabeskälte · ↗Grabesluft · ↗Grabesrand · ↗Grabesruhe · ↗Grabesschrift · ↗Grabesstille · ↗Grabesstimme · ↗Grabfeld · ↗Grabfigur · ↗Grabfund · ↗Grabgeleit · ↗Grabgeläut · ↗Grabgeläute · ↗Grabgesang · ↗Grabgewölbe · ↗Grabhügel · ↗Grabinschrift · ↗Grabkammer · ↗Grabkapelle · ↗Grabkreuz · ↗Grablegung · ↗Grabmal · ↗Grabplatte · ↗Grabpredigt · ↗Grabrede · ↗Grabredner · ↗Grabräuber · ↗Grabschrift · ↗Grabschänder · ↗Grabschändung · ↗Grabspruch · ↗Grabstein · ↗Grabstelle · ↗Grabstätte · ↗Grabtafel · ↗Grabtuch · ↗Grabvase · ↗Gräberfeld · ↗Gräberfund
 ·  mit ›Grab‹ als Letztglied: ↗Bootgrab · ↗Brandgrab · ↗Doppelgrab · ↗Ehrengrab · ↗Einzelgrab · ↗Familiengrab · ↗Felsengrab · ↗Felsgrab · ↗Gemeinschaftsgrab · ↗Heiligengrab · ↗Hockergrab · ↗Hünengrab · ↗Kindergrab · ↗Königsgrab · ↗Massengrab · ↗Megalithgrab · ↗Milliardengrab · ↗Millionengrab · ↗Reihengrab · ↗Scheingrab · ↗Seemannsgrab · ↗Soldatengrab · ↗Urnengrab
eWDG, 1969

Bedeutung

Grube, die ausgehoben, in die ein Sarg hineingesenkt und die wieder so mit Erde gefüllt wird, dass sich ein kleiner Hügel auf ihr erhebt
Beispiele:
ein Grab schaufeln, graben, ausheben, aufwerfen, zuschütten, zuschaufeln, einebnen, bepflanzen, schmücken, schänden
das Grab eines berühmten Mannes, der Eltern besuchen
die Gräber auf dem Friedhofe
ein Grab im Walde
ein offenes, frisches, neues, altes, vergessenes, verwahrlostes, vernachlässigtes, eingefallenes, gepflegtes, geschmücktes, tiefes, schmales, leeres Grab
jmd. findet ein frühes Grab (= stirbt jung)
jmd. findet ein feuchtes Grab, findet ein Grab in den Wellen (= ertrinkt)
mit Präposition
in Verbindung mit »am«, »an«
Beispiele:
an jmds. Grab treten
am Grab stehen
in Verbindung mit »auf«
Beispiel:
Blumen, einen Kranz auf jmds. Grab legen
in Verbindung mit »in«, »im«
Beispiele:
im Grab liegen, ruhen, seine Ruhe finden
jmdn. ins Grab legen
gehoben ins Grab sinken (= sterben)
gehoben jmdm. ins Grab folgen (= nach jmdm. sterben)
in Verbindung mit »über«
Beispiel:
gehoben Treue, Dankbarkeit, Verschwiegenheit bis übers Grab hinaus (= Treue, Dankbarkeit, Verschwiegenheit für immer)
in Verbindung mit »zu«
Beispiel:
gehoben jmdn. zu Grabe tragen (= beerdigen)
bildlich
Beispiele:
jmd. ist verschwiegen wie ein Grab, schweigt wie ein Grab
jmd. gräbt, schaufelt sich [Dativ] selbst sein Grab (= führt selbst seinen Untergang herbei)
gehoben jmd. steht am Grab seiner Wünsche (= seine Wünsche stellen sich als unerfüllbar heraus)
umgangssprachlich mit einem Bein, Fuß am Rande des Grabes, im Grabe stehen (= in Todesgefahr sein)
umgangssprachlich jmdn. an den Rand des Grabes bringen (= beinahe jmds. Tod verursachen)
umgangssprachlich das wird mich noch ins Grab bringen (= mich töten)
ein Geheimnis mit ins Grab nehmen (= es niemals preisgeben)
umgangssprachlich er würde sich im Grabe herumdrehen, wenn er das wüsste (= würde damit gar nicht einverstanden sein)
»Er kassiert Rechnungen ein«, sagte Herr Tesch, ernst wie das Grab [G. HermannKubinke45]
umgangssprachlich Erkältungsattacken, deren eine 1924 ihn wohl schon an den Rand des Grabes brachte [BrugschArzt239]
gehoben etw. zu Grabe tragenetw. aufgeben
Beispiel:
eine Hoffnung, die bisherige Politik, Taktik zu Grabe tragen
etw. geht zu Grabeetw. geht zu Ende
Beispiele:
ehe die Freiheit und Größe dieser Stadt [Florenz] zu Grabe geht [BurckhardtRenaissance49]
Die Weimarer Republik ging zu Grabe [WelkBulle26]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Grab n. ‘Begräbnisstätte’. Zu dem unter ↗graben (s. d.) behandelten Verb gehören die folgenden Gegenstandsbezeichnungen, die in der Wurzelsilbe den gleichen Vokalismus wie das Präsens (und Part. Prät.) des Verbs aufweisen, jedoch unterschiedlicher Stammbildung folgen, ursprünglich ‘in die Erde gegrabene Vertiefung’, dann oft ‘Grube, in der eine Leiche bestattet wird’. Das Westgerm. zeigt einen neutralen a-Stamm in ahd. grab (8. Jh.), mhd. grap, asächs. mnd. mnl. nl. graf, aengl. græf (auch ‘Graben, Höhle’), engl. grave ‘Grab, Grube’, dem im Nordgerm. und Ostgerm. ein fem. ō-Stamm gegenübersteht in anord. grǫf, norw. dän. schwed. grav ‘Graben, Grube, Grab’, got. graba ‘Graben’, vgl. auch ahd. grabastat ‘Grabstätte’ (9. Jh.). Das Slaw. kennt, nur mit mask. Genus, die gleiche Stammbildung wie das westgerm. Neutrum, aslaw. grobъ ‘Grab, Gruft, Grabmal’, russ. grob (гроб) ‘Sarg’, älter auch ‘Grab, Gruft’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Grab · ↗Grabstätte · ↗Grube · letzte Ruhestätte  ●  letzte Ruhe  fig.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Bestattungs... · Grab...

Typische Verbindungen
computergeneriert

Apostel Blume Friedhof Gelehrte Kranz Patriarch Sarg Schändung Tote ausgehoben ausheben beisetzen besuchen beten frisch graben heilig herumdrehen leer mithaben niederlegen offen pflegen pilgern schaufeln schmücken schänden tragen umdrehen weinen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Grab‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn eine Idee nie irgendwo auf menschliche Weise verwirklicht worden ist, muss man sie dann nicht irgendwann zu Grabe tragen?
Die Zeit, 04.03.2013, Nr. 09
Wie wir wissen, war das Grab am dritten Tage trotzdem leer und der Glaube an die Überwindung des Todes in der Welt.
Die Welt, 06.04.2005
Und als wir zurückgehen, sehe ich drei frische Gräber nebeneinander.
Kopetzky, Steffen: Grand Tour, Frankfurt am Main: Eichborn 2002, S. 935
Auf seiner Mutter Grabe rief er seiner Mutter ihren Namen zu.
Voß, Richard: Zwei Menschen, Stuttgart: Engelhorn 1911 [1949], S. 136
In der Nähe der Gräber blieb er stehen und schien zu überlegen.
Aichinger, Ilse: Die größere Hoffnung, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1966 [1948], S. 213
Zitationshilfe
„Grab“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Grab>, abgerufen am 15.10.2019.

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