Gründlichkeit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Gründlichkeit · Nominativ Plural: Gründlichkeiten · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungGründ-lich-keit (computergeneriert)
Wortzerlegunggründlich-keit
eWDG, 1969

Bedeutung

Genauigkeit, Gewissenhaftigkeit
Beispiele:
etw. mit wissenschaftlicher Gründlichkeit anpacken, bearbeiten, darlegen
Gründlichkeit anstreben, fordern, vermissen
der Kommissar ... sah gedankenlos seinen Leuten zu, die mit pedantischer Gründlichkeit jedes Wäschestück auseinanderfalteten [FalladaJeder stirbt404]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Grund · gründen · Gründer · Gründerjahre · Gründerzeit · begründen · Begründer · ergründen · gründeln1 · grundieren · gründlich · Gründlichkeit · Grundbesitz · Grundbesitzer · Grundlage · grundlos · Grundriß · Grundsatz · grundsätzlich · Grundstück · Grundel · Gründel · Gründling · Grundfisch · gründeln2
Grund m. ‘unterste Fläche, Erdboden, Bodenvertiefung, Tiefe und Boden eines Gewässers, eines Gefäßes, Fundament, Grundlage, das innerste, tiefste Wesen, Ursache, Veranlassung’, ahd. grunt (8. Jh.), mhd. mnd. grunt, asächs. grund, nl. grond, aengl. grund, engl. ground, anord. grunnr m. ‘Grund, Boden’, grund f. ‘Feld, Erde’, schwed. dän. grund, got. *grundus (in grunduwaddjus ‘Grundmauer’). Unter Annahme einer (nicht belegbaren) ursprünglichen Bedeutung ‘körniger Boden, Sandboden’ kann für germ. *grundu- über ‘Zerriebenes’ ein Anschluß an ie. *ghren-, Erweiterung der Wurzel ie. *gher- ‘hart worüber streichen, zerreiben’, hergestellt werden. Dabei ergibt sich über die dentale Erweiterung ie. *ghrendh- Verwandtschaft mit ↗Grind (s. d.). gründen Vb. ‘die Grundlage schaffen, den Grundstein legen, ins Leben rufen, auf etw. basieren, aufbauen’, ahd. grunten ‘ergründen, erforschen’ (um 1000), mhd. gründen; Gründer m. ‘Erbauer, Urheber, Begründer’ (17. Jh.); Gründerjahre Plur. und Gründerzeit f. ‘Zeit wirtschaftlichen Aufschwungs in Deutschland nach 1871’ (19. Jh.). begründen Vb. ‘Gründe angeben, den Grund legen, neu schaffen’, mhd. begründen; Begründer m. (Anfang 19. Jh.). ergründen Vb. ‘einer Sache auf den Grund gehen, sie erforschen’, ahd. irgrunten (um 1000), mhd. ergründen. Nur vereinzelt gründeln1 Vb. ‘nach dem Grund, nach der Ursache suchen’ (16. Jh.). grundieren Vb. ‘nach dem Grund, nach der Ursache suchen’ (16. Jh.). ‘die Grundfarbe, den ersten Anstrich auftragen’ (2. Hälfte 18. Jh.), in formaler Anlehnung an ältere maltechnische Begriffe wie ↗schattieren, ↗lackieren, ↗schraffieren (s. d.). gründlich Adj. ‘allem auf den Grund gehend, sorgfältig, gewissenhaft, genau’, ahd. gruntlīhho Adv. (9. Jh.), mhd. grüntlich, gruntlich; Gründlichkeit f. ‘Genauigkeit, Gewissenhaftigkeit’, allgemein seit Anfang des 18. Jhs., vereinzelt bereits im Sinne von ‘Seelen-, Herzenstiefe’ in der deutschen Mystik (14. Jh.). Grundbesitz m. Grundbesitzer m. (beide 18. Jh.). Grundlage f. ‘Unterlage, Basis, Fundament’ (Ende 16. Jh.). grundlos Adj. ‘ohne Grund und Boden, sehr tief, ohne Ursache, unbegründet’, mhd. gruntlōs, grundelōs; vgl. ahd. gruntlōsī ‘bodenlose Tiefe, Abgrund’ (8. Jh.). Grundriß m. ‘senkrechte Projektion eines Körpers auf eine waagerechte Ebene, maßstabgerechter Übersichtsplan’ (1. Hälfte 17. Jh.), älter (vereinzelt) ‘Grundlage’ (16. Jh.). Grundsatz m. ‘feste Regel, Richtlinie des Denkens und Handelns’ (17. Jh.); grundsätzlich Adj. (16. Jh.; allgemein verbreitet erst um 1800). Grundstück n. ‘abgegrenztes, als jmds. Besitz ausgewiesenes Stück Land’ (16. Jh.). Grundel, Gründel m. f. Name einiger auf dem Grund eines Gewässers lebender Fische, ahd. gruntila, grundila (Hs. 12. Jh.), mhd. grundel, mnd. grundel(e), mnl. grondel(e), nl. grondel, aengl. gryndle. Auch Gründling m. mnd. grundelingk, frühnhd. grundeling (15. Jh.) und Grundfisch m. spätmhd. gruntvisch. gründeln2 Vb. (von Wasservögeln) mit Kopf und Hals zur Nahrungssuche unter Wasser (gleichsam auf den Grund) tauchen (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Akkuratesse · ↗Akribie · ↗Exaktheit · ↗Genauigkeit · Gründlichkeit · ↗Präzision
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Detailversessenheit · Liebe zum Detail

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ausführlichkeit Fleiß Genauigkeit Gewissenhaftigkeit Objektivität Ordnungssinn Pünktlichkeit Sachkenntnis Sachlichkeit Schnelligkeit Solidität Sorgfalt Systematik Umsicht Vollständigkeit Zuverlässigkeit Zähigkeit bewundernswert bohrend enzyklopädisch geboten gewohnt pedantisch penibel philologisch preußisch professoral schwäbisch sprichwörtlich teutonisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gründlichkeit‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber mit der Gründlichkeit nimmt er es manchmal nicht so genau.
Bild, 18.10.1997
Das geschieht dann natürlich mit der nötigen Gründlichkeit, und gründliches Arbeiten erfordert meistens Zeit, oft sogar sehr viel Zeit.
Berliner Tageblatt (Abend-Ausgabe), 03.03.1904
Die Pläne der totalitären Bewegungen für die Zerstörung der bestehenden Gesellschaft sind in der Tat, wie wir bereits gesehen haben, von radikaler Gründlichkeit.
Friedrich, Carl Joachim: Totalitäre Diktatur, Stuttgart: Kohlhammer 1957, S. 115
Die genaue Zahl verdanke man der deutschen Gründlichkeit, es sei über jeden erledigten Juden Buch geführt worden, und die überraschend eindringenden Russen fanden die Bücher.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1945. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1945], S. 0
Seine Arbeit macht den Eindruck großer Gründlichkeit; nach einmaligem Lesen bin ich nicht imstande, ihr voll zuzustimmen.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1934, S. 183
Zitationshilfe
„Gründlichkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Gründlichkeit>, abgerufen am 22.09.2019.

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