Gründer, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Gründers · Nominativ Plural: Gründer
Aussprache
WorttrennungGrün-der (computergeneriert)
Wortzerlegunggründen-er
Wortbildung mit ›Gründer‹ als Erstglied: ↗Gründerin · ↗Gründerjahr · ↗Gründerzeit · ↗Gründerzentrum
 ·  mit ›Gründer‹ als Letztglied: ↗Firmengründer · ↗Mitgründer · ↗Parteigründer · ↗Reichsgründer · ↗Staatsgründer · ↗Unternehmensgründer
eWDG, 1969

Bedeutung

jmd., der die Grundlage von etw. schafft, Urheber, Begründer
Beispiel:
der Gründer eines Betriebes, Staates, Vereins, Verlages, einer Gesellschaft, Partei, Stadt, Zeitschrift, eines Imperiums
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Grund · gründen · Gründer · Gründerjahre · Gründerzeit · begründen · Begründer · ergründen · gründeln1 · grundieren · gründlich · Gründlichkeit · Grundbesitz · Grundbesitzer · Grundlage · grundlos · Grundriß · Grundsatz · grundsätzlich · Grundstück · Grundel · Gründel · Gründling · Grundfisch · gründeln2
Grund m. ‘unterste Fläche, Erdboden, Bodenvertiefung, Tiefe und Boden eines Gewässers, eines Gefäßes, Fundament, Grundlage, das innerste, tiefste Wesen, Ursache, Veranlassung’, ahd. grunt (8. Jh.), mhd. mnd. grunt, asächs. grund, nl. grond, aengl. grund, engl. ground, anord. grunnr m. ‘Grund, Boden’, grund f. ‘Feld, Erde’, schwed. dän. grund, got. *grundus (in grunduwaddjus ‘Grundmauer’). Unter Annahme einer (nicht belegbaren) ursprünglichen Bedeutung ‘körniger Boden, Sandboden’ kann für germ. *grundu- über ‘Zerriebenes’ ein Anschluß an ie. *ghren-, Erweiterung der Wurzel ie. *gher- ‘hart worüber streichen, zerreiben’, hergestellt werden. Dabei ergibt sich über die dentale Erweiterung ie. *ghrendh- Verwandtschaft mit ↗Grind (s. d.). gründen Vb. ‘die Grundlage schaffen, den Grundstein legen, ins Leben rufen, auf etw. basieren, aufbauen’, ahd. grunten ‘ergründen, erforschen’ (um 1000), mhd. gründen; Gründer m. ‘Erbauer, Urheber, Begründer’ (17. Jh.); Gründerjahre Plur. und Gründerzeit f. ‘Zeit wirtschaftlichen Aufschwungs in Deutschland nach 1871’ (19. Jh.). begründen Vb. ‘Gründe angeben, den Grund legen, neu schaffen’, mhd. begründen; Begründer m. (Anfang 19. Jh.). ergründen Vb. ‘einer Sache auf den Grund gehen, sie erforschen’, ahd. irgrunten (um 1000), mhd. ergründen. Nur vereinzelt gründeln1 Vb. ‘nach dem Grund, nach der Ursache suchen’ (16. Jh.). grundieren Vb. ‘nach dem Grund, nach der Ursache suchen’ (16. Jh.). ‘die Grundfarbe, den ersten Anstrich auftragen’ (2. Hälfte 18. Jh.), in formaler Anlehnung an ältere maltechnische Begriffe wie ↗schattieren, ↗lackieren, ↗schraffieren (s. d.). gründlich Adj. ‘allem auf den Grund gehend, sorgfältig, gewissenhaft, genau’, ahd. gruntlīhho Adv. (9. Jh.), mhd. grüntlich, gruntlich; Gründlichkeit f. ‘Genauigkeit, Gewissenhaftigkeit’, allgemein seit Anfang des 18. Jhs., vereinzelt bereits im Sinne von ‘Seelen-, Herzenstiefe’ in der deutschen Mystik (14. Jh.). Grundbesitz m. Grundbesitzer m. (beide 18. Jh.). Grundlage f. ‘Unterlage, Basis, Fundament’ (Ende 16. Jh.). grundlos Adj. ‘ohne Grund und Boden, sehr tief, ohne Ursache, unbegründet’, mhd. gruntlōs, grundelōs; vgl. ahd. gruntlōsī ‘bodenlose Tiefe, Abgrund’ (8. Jh.). Grundriß m. ‘senkrechte Projektion eines Körpers auf eine waagerechte Ebene, maßstabgerechter Übersichtsplan’ (1. Hälfte 17. Jh.), älter (vereinzelt) ‘Grundlage’ (16. Jh.). Grundsatz m. ‘feste Regel, Richtlinie des Denkens und Handelns’ (17. Jh.); grundsätzlich Adj. (16. Jh.; allgemein verbreitet erst um 1800). Grundstück n. ‘abgegrenztes, als jmds. Besitz ausgewiesenes Stück Land’ (16. Jh.). Grundel, Gründel m. f. Name einiger auf dem Grund eines Gewässers lebender Fische, ahd. gruntila, grundila (Hs. 12. Jh.), mhd. grundel, mnd. grundel(e), mnl. grondel(e), nl. grondel, aengl. gryndle. Auch Gründling m. mnd. grundelingk, frühnhd. grundeling (15. Jh.) und Grundfisch m. spätmhd. gruntvisch. gründeln2 Vb. (von Wasservögeln) mit Kopf und Hals zur Nahrungssuche unter Wasser (gleichsam auf den Grund) tauchen (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Begründer · ↗Erschaffer · Gründer · ↗Gründervater · ↗Gründungsvater · ↗Schöpfer  ●  ↗Mutter  fig., weibl. · ↗Vater  fig., männl.
Assoziationen
Synonymgruppe
Ahn · ↗Ahne · ↗Ahnherr · ↗Begründer · Gründer · ↗Stammvater · ↗Urahn · ↗Vorläufer
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anführer Aufsichtsratsvorsitzender Chairman Chef Chefredakteur Dynastie Eigentümer Enkel Enthüllungsplattform Erfinder Firmenchef Forum Geschäftsführer Gesellschafter Großaktionär Hauptaktionär Herausgeber Hilfsorganisation Inhaber Leiter Mehrheitsaktionär Nachkomme Namensgeber Opus Urenkel Vorstandschef Vorstandsvorsitzende Vorstandsvorsitzender legendär verstorben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gründer‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er wird als der zweite Gründer der Stoa betrachtet, war ein erfolgreicher Lehrer und hat viel geschrieben.
Hirschberger, Johannes: Geschichte der Philosophie, Bd. 1: Altertum und Mittelalter. In: Mathias Bertram (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1948], S. 2894
Wie der etruskische Gründer der Stadt geheißen hat, können wir noch ahnen.
Bleicken, Jochen: Rom und Italien. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 8378
Links vorne hing hinter Glas Sir Baden-Powell, der Gründer der Pfadfinder.
Grass, Günter: Die Blechtrommel, Darmstadt: Luchterhand 1959, S. 389
Er diktierte zwei der Lebensbilder, von Gründern der Kolonie in Batavia.
Flake, Otto: Scherzo. In: ders., Lichtenthaler Allee, Gütersloh: Mohn 1965 [1935], S. 413
Zu Halle hatte bereits der Gründer jenes Stiftes, Erzbischof Ernst, vor Jahren begonnen, kostbare Schätze an Reliquien zu sammeln.
Weismantel, Leo: Die höllische Trinität, Berlin: Union-Verl.1966 [1943], S. 614
Zitationshilfe
„Gründer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Gründer>, abgerufen am 17.10.2019.

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