Gottesgnadentum, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Gottesgnadentums · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungGot-tes-gna-den-tum (computergeneriert)
GrundformGottesgnade
eWDG, 1969

Bedeutung

historisch Herrschaftsanspruch der Fürsten, der sich, unabhängig vom Volkswillen oder sogar im Gegensatz zu ihm, auf eine angebliche besondere Gnade Gottes stützte
Beispiel:
Die Herrscher des mittelalterlichen Reiches wurden in ihrem Gottesgnadentum durch die kirchliche Krönung legalisiert [KlempererLTI125]

Typische Verbindungen
computergeneriert

Glaube Herrschaft Herrscher König Monarch Monarchie königlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gottesgnadentum‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Karl scheint auch das Gottesgnadentum sehr direkt interpretiert zu haben.
Süddeutsche Zeitung, 22.12.2003
Er stammt, vereinfacht gesprochen, einerseits aus monarchischen Zeiten, andererseits aus dem Gottesgnadentum.
Die Zeit, 14.03.2007, Nr. 12
Gebt auf den Glauben an ein Gottesgnadentum und wandelt menschlich unter Menschen!
Klabund: Bracke. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1918], S. 2325
Preußen entwickelt eine staatliche Haltung und Gesinnung, jedoch gebunden an das Gottesgnadentum.
Plessner, Helmuth: Die verspätete Nation, Stuttgart: Kohlhammer 1962 [1935], S. 35
Einen Sonderfall stellt das Gottesgnadentum im Christentum und Islam dar.
Soden, W. von: Königtum. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1959], S. 9468
Zitationshilfe
„Gottesgnadentum“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Gottesgnadentum>, abgerufen am 24.03.2019.

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