Gott, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Gottes · Nominativ Plural: Götter
Aussprache
Wortbildung mit ›Gott‹ als Erstglied: ↗Gottchen · ↗Gottebenbildlichkeit · ↗Gotterbarmen · ↗Gottergebenheit · ↗Gottesacker · ↗Gottesanbeterin · ↗Gottesbegriff · ↗Gottesbeweis · ↗Gottesbeziehung · ↗Gottesbezug · ↗Gottesbraut · ↗Gottesdienst · ↗Gottesebenbildlichkeit · ↗Gotteseinsamkeit · ↗Gottesfrage · ↗Gottesfriede · ↗Gottesfrieden · ↗Gottesfurcht · ↗Gottesgabe · ↗Gottesgebärerin · ↗Gottesgelehrtheit · ↗Gottesgericht · ↗Gottesgeschenk · ↗Gottesglaube · ↗Gottesglauben · ↗Gotteshaus · ↗Gotteskindschaft · ↗Gotteslehre · ↗Gottesleugner · ↗Gotteslob · ↗Gotteslohn · ↗Gotteslästerer · ↗Gotteslästerung · ↗Gottesmutter · ↗Gottesreich · ↗Gottessohn · ↗Gottesstaat · ↗Gottesstreiter · ↗Gottesurteil · ↗Gottesverhältnis · ↗Gottesvolk · ↗Gotteswort · ↗Gotteswunder · ↗Gottgläubigkeit · ↗Gottheit · ↗Gottmensch · ↗Gottseibeiuns · ↗Gottsuche · ↗Gottsöberste · ↗Gottvater · ↗Gottvertrauen · ↗Gottwesen · ↗Gottähnlichkeit · ↗Götterbild · ↗Götterbote · ↗Götterdämmerung · ↗Götterfunke · ↗Götterfunken · ↗Göttergatte · ↗Göttergeschenk · ↗Götterliebling · ↗Göttermahl · ↗Göttersage · ↗Götterspeise · ↗Göttertrank · ↗Göttervater · ↗Göttin · ↗Wertverhältnis · ↗gottbegnadet · ↗gottbewahre · ↗gottergeben · ↗gottesfürchtig · ↗gotteslästerlich · ↗gottfroh · ↗gottgefällig · ↗gottgegeben · ↗gottgeweiht · ↗gottgläubig · ↗gotthaft · ↗gottlob · ↗gottlos · ↗gottselig · ↗gottserbärmlich · ↗gottsjämmerlich · ↗gottverdammt · ↗gottverlassen · ↗gottvoll · ↗gottwohlgefällig · ↗gottähnlich · ↗göttergleich
 ·  mit ›Gott‹ als Letztglied: ↗Donnergott · ↗Flankengott · ↗Fußballgott · ↗Hauptgott · ↗Kriegsgott · ↗Muttergottes · ↗Rachegott · ↗Schicksalsgott · ↗Schlachtengott · ↗Schutzgott · ↗Schöpfergott · ↗Sondergott · ↗Sonnengott · ↗Tastengott · ↗Vergeltsgott · ↗Vielgötterei · ↗Waldgott · ↗Wassergott · ↗Wettergott
eWDG, 1969

Bedeutung

höchstes und verehrungswürdiges, außerhalb der realen Welt gedachtes Wesen in einer Religion, besonders der christlichen
Beispiele:
der Gott der Christen, Juden
die germanischen, griechischen, heidnischen Götter
der dreieinige, liebe Gott
ein allmächtiger, gütiger, gerechter, lebendiger, persönlicher, unbekannter Gott
wie ein junger Gott
Gott Vater und Sohn
Gott, der Herr
das Reich, der Name, das Lob, die Gnade Gottes
Gottes Gebote halten
Gottes Wort verkünden (= predigen)
die Mutter Gottes
in Gottes Namen handeln
um Gottes Lohn
vor Gottes Thron
Gott loben, preisen, fürchten, lieben, anrufen
Gott leugnen, lästern
Gott dienen
sich Gott allein anvertrauen
seinem Gott ganz ergeben sein
Gott sei Lob und Dank für die Rettung
sprichwörtlich der Mensch denkt, Gott lenkt
sprichwörtlich Gott gibt's den Seinen im Schlaf
sprichwörtlich hilf dir selbst, so hilft dir Gott
sprichwörtlich Gottes Mühlen mahlen langsam
Es gibt keinen Gott, denn: Entweder hat Gott die Welt geschaffen oder nicht [BüchnerDantonIII]
Gott ist den Sündern gnädig [Suderm.Reise nach Tilsit6,42]
ich habe nie von dem geträumt, was sie Gott nennen [NossackSpirale100]
Ich kenne nichts Ärmeres / Unter der Sonn als euch, Götter! [GoethePrometheus]
wie die Schafsnatur des Christen in seiner Gleichheit mit dem Lamm Gottes [MarxKapital1,57]
Es ist bestimmt in Gottes Rat [Volkslied]
mit Präposition
in Verbindung mit »an«
Beispiele:
an Gott glauben
Man glaubt nicht mehr an Gott [J. RothRadetzkymarsch192]
in Verbindung mit »auf«
Beispiel:
Wir wollen trauen auf den höchsten Gott [SchillerTellII 2]
in Verbindung mit »bei«
Beispiel:
gehoben, verhüllend jmd. ist bei Gott (= jmd. ist gestorben und beerdigt)
in Verbindung mit »in«
Beispiele:
gehoben, verhüllend jmd. ruht in Gott (= jmd. ist gestorben und beerdigt)
hier ruht in Gott ... (= Grabinschrift)
in Verbindung mit »mit«
Beispiel:
mit Gott!
in Verbindung mit »zu«
Beispiel:
zu Gott bitten, beten, flehen
übertragen
Beispiele:
umgangssprachlich großer, allmächtiger Gott!, o Gott! (= Ausruf, der Bestürzung, Erregung ausdrückt)
umgangssprachlich, salopp ach, du lieber Gott!
umgangssprachlich Gott behüte!, um Gottes willen! (= Ausruf, der Ablehnung, Abwehr ausdrückt)
Gott sei Dank!, Gott sei's gedankt! (= Ausruf der Erleichterung)
salopp Gott sei's getrommelt und gepfiffen! (= Ausruf, der Erleichterung ausdrückt)
du bist wohl (ganz und gar) von Gott verlassen, von allen Göttern verlassen! (= Ausruf der Missbilligung)
derb Gott verdamm' mich! (= Fluch)
leider Gottes (= leider, zu meinem Bedauern) ging meine Uhr falsch
tue das in Gottes Namen (= meinetwegen)
das war weiß Gott (= wirklich) nicht einfach
salopp Gott weiß wo, wohin, wer, was, wen
gehoben, veraltend Gott befohlen! (= Abschiedsgruß)
landschaftlich grüß (dich) Gott! (= Grußformel)
landschaftlich, veraltet Gott zum Gruß!
salopp dem lieben Gott den Tag (ab)stehlen (= faulenzen)
salopp den lieben Gott einen guten, frommen Mann sein lassen (= unbekümmert in den Tag hinein leben)
salopp jmd. lebt wie Gott in Frankreich (= lebt im Überfluss)
landschaftlich »Doch ich muß gehen und – Gott zum Gruß, Meister Dill!« [WeismantelRiemenschneider129]
abwertend jmd., etw. ist jmds. Gottjmd. liebt jmdn., etw. kritiklos
Beispiel:
der Junge, das Geld ist ihr Gott
salopp dass Gott erbarm'drückt eine negative Kritik aus
Beispiel:
er spielte, dass Gott erbarm' (= spielte jämmerlich)
umgangssprachlich gnade dir Gott!Drohung
Beispiel:
wenn du zu spät kommst, dann gnade (dir) Gott!
drückt die Unkenntnis des genauen Sachverhaltes aus
Beispiele:
er ist jetzt Gott weiß wo
sie läuft deshalb Gott weiß wohin
das hat nun Gott weiß wer
sie redete Gott weiß was
ich habe Gott weiß wen (alles) gefragt
sie hat es Gott weiß wem gegeben
umgangssprachlich das wissen die Götterdas ist ganz unbestimmt
Beispiele:
wie hoch der Gewinn sein wird, das wissen die Götter
es war ein Bild für die Götter (= ein ergötzlicher Anblick)
Ob er ihn wiedersehen würde, wußten nur die Götter [Kellerm.Totentanz469]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gott · Göttin · vergöttern · Gottheit · göttlich · Gottesdienst · Gottesfurcht · gottesfürchtig · Gotteshaus · gottlob · gottlos · Gottlosigkeit
Gott m. (in polytheistischen Religionen) übermenschliches, (in monotheistischen Religionen) höchstes, übernatürliches Wesen, von dem sich der religiöse Mensch seinem Glauben gemäß abhängig fühlt, ahd. (8. Jh.), mhd. mnd. got, asächs. aengl. engl. mnl. nl. god, anord. goð, guð, schwed. gud, got. guþ weisen auf germ. *guða- ‘Gott, Gottheit’, im Plur. ‘Schicksalsmächte’, das als Neutr. für männliche und weibliche Gottheiten gilt. Unter christlichem Einfluß wird das Genus mask., und das Substantiv bezeichnet im gesamten germ. Sprachbereich den ‘Christengott’. Die Herkunft ist nicht sicher geklärt. Allgemein führt man germ. *guða- auf ein mit -to- gebildetes Part. Perf. ie. *g̑hū̌to- ‘angerufen’, zur Wurzel ie. *g̑hau-, *g̑hau̯ə- ‘rufen, anrufen’, zurück, so daß die substantivierte Form ie. *g̑hū̌tom als ‘das (durch Zauberwort) angerufene oder berufene Wesen’ zu deuten wäre; vgl. dazu aind. hávatē ‘ruft (an, herbei)’, hūtá- ‘angerufen, herbeigerufen’, puruhūtá- ‘von vielen angerufen’ (als Beiname Indras in den Veden), griech. kauchā́sthai (καυχᾶσθαι) ‘sich rühmen, prahlen’, air. guth ‘Stimme’, gall.-lat. gutuater ‘gallischer Priester’, wohl aus *g̑hutupətēr ‘Vater (d. h. Meister) des Anrufs (an Gott)’, lit. žavė́ti, lett. zavēt ‘zaubern’, aslaw. zъvati, russ. zvat’ (звать) ‘rufen’. Eine andere Deutung knüpft germ. *guða- als ‘das (Wesen), dem geopfert wird’ an die Wurzel ie. *g̑heu- (s. ↗gießen) an, mit einem im Germ. allerdings nicht belegten Bezug auf das Trankopfer. Göttin f. ‘weibliche Gottheit’, ahd. gutin, gutinna (um 1000), mhd. gotinne, gotin, gotīn, seit dem 14. Jh. umgelautet göt(t)in. vergöttern Vb. ‘zu einem Gott, göttlich machen, wie einen Gott behandeln, hoch verehren’ (17. Jh.), Präfixbildung zu frühnhd. göttern, gottern ‘Gott weihen’ (16. Jh., Luther ‘göttlich machen, göttliche Art verleihen’); daneben frühnhd. gotten, götten ‘vergöttlichen, ein Gott werden, zu einem Gott erklären’, mhd. goten und frühnhd. vergotten ‘zu einem Gott machen, göttliche Verehrung erweisen’, mhd. vergoten ‘göttlich machen, in Gott verwandeln’; Ableitungen vom Substantiv. Gottheit f. ‘als Gott verehrtes Wesen, Göttlichkeit, Gott’, ahd. got(a)heit (um 1000), mhd. got(e)heit, mnd. gothēt, mnl. godheit, nl. godheid, aengl. godhād, engl. godhead. göttlich Adj. ‘Gott betreffend, von Gott kommend, einem Gott ähnlich, herrlich, wunderbar’, ahd. got(a)līh (8. Jh.), mhd. got(e)lich, göt(e)lich, göttelich, mnd. gȫdelīk, mnl. god(d)elijc, nl. goddelijk, aengl. godlic, engl. godly, anord. guðligr. Gottesdienst m. ‘gemeinsame Verehrung Gottes durch die Gemeinde, Anbetung Gottes’, mhd. gotsdienst, Zusammenrückung aus der schon ahd. bezeugten Genitivverbindung zi gotes thionōste (9. Jh.). Gottesfurcht f. ‘Ehrfurcht vor Gott’ (Ende 15. Jh.), Zusammenrückung der seit ahd. Zeit als Übersetzung von lat. timor deī bestehenden Genitivverbindung gotes forhta (um 1000). gottesfürchtig Adj. ‘von Ehrfurcht vor Gott erfüllt’ (17. Jh.), älter mhd. gotevorhtec; vgl. ahd. gotafor(a)htal (9. Jh.). Gotteshaus n. ‘Kirchengebäude, Tempel’, ahd. goteshūs (Hs. 12. Jh.), mhd. gothūs, got(e)shūs, frühnhd. Gothaus, im 17. Jh. Gotteshaus; vgl. die Genitivverbindung ahd. gotes hūs (9. Jh.) und got. gudhūs. gottlob Interjektion Ausruf der Erleichterung; aus Fügungen wie ahd. gilobōt sī got (um 1000), mhd. dem gote sī lop, nhd. Gott sei Lob (16. Jh.) entwickelt sich die Kurzform mhd. gote lop, zusammengerückt mhd. gotelop, -lob. gottlos Adj. ‘Gott leugnend, nicht achtend, ruchlos’, mhd. gotlōs (vereinzelt), geläufig seit Anfang des 16. Jhs.; vgl. anord. goðlauss, got. gudalaus; Gottlosigkeit f. (1. Hälfte 16. Jh.).

Thesaurus

Religion
Synonymgruppe
Allmächtiger · ↗Allvater · Der Ewige · Gott · ↗Herrgott · ↗Schöpfer · Urschöpfer · ↗Weltenlenker  ●  lieber Gott (Anrede)  ugs., Kindersprache
Oberbegriffe
  • Fabelwesen · Fantasiegeschöpf · Phantasiegeschöpf · übernatürliches Wesen
Religion
Synonymgruppe
Gott · ↗Gottheit
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Horusauge · Mondauge · Udjat-Auge · Udzat-Auge
Religion
Synonymgruppe
Abraxas [gnostisch] · Adonai [jüdisch] · Allah [islamisch] · Demiurg [gnostisch] · Elohim [jüdisch] · Gott · ↗Herr · Jehova [jüdisch]
Assoziationen
Synonymgruppe
(ein) Gott  fig. · ↗Gigant  fig. · ↗Riese  fig. · ↗Titan  fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dämon Ehre Geist Glaube Gnade Gott Held Himmel Liebe Mensch Natur Schöpfung Seele Teufel Vaterland Welt allmächtig antik beten danken erschaffen glauben gnädig griechisch lebendig lieb opfern schwören verehren wahr

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gott‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wer sich in "anamnetischer Solidarität" an das ungesühnte Leid der Opfer erinnert, erinnert an den gekreuzigten Gott.
Die Zeit, 14.01.1999, Nr. 3
Wir fordern sie daher auf, dieses Wort Gottes so zu lehren, daß es nicht in einer die Einheit zerstörenden Weise verfälscht wird.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1989]
Es gibt nicht den Gott neben der Welt, es gibt nicht die Welt neben dem Gott.
Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 10672
Seine Taten sind vielfältig wie die Taten eines wandernden Gottes.
Hofmannsthal, Hugo von: Das Gespräch über Gedichte. In: Bertram, Mathias (Hg.), Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1904], S. 32010
Daher ist die volle Macht auf Erden erst in der Verbindung beider Götter enthalten.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. I,2. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1884], S. 19190
Zitationshilfe
„Gott“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Gott>, abgerufen am 24.03.2019.

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