Gnom, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Gnomen · Nominativ Plural: Gnomen
Aussprache
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›Gnom‹ als Erstglied: ↗gnomenhaft
eWDG, 1969

Bedeutung

zwergenhafter Naturgeist, Kobold
Beispiele:
wer eine Rasenfläche von dem läppischen Humor tönerner Gnomen, Hasen und Pilze geschändet sieht [RathenauKommende Dinge92]
alle guten Gnomen des Klimas nicht zu vergessen [A. ZweigJunge Frau225]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gnom · gnomenhaft
Gnom m. ‘zwergenhafter Erdgeist, Kobold’, von Paracelsus um 1530 geprägt, sowohl in der Form nlat. gnomus als auch eingedeutscht Gnom. An welche Vorstellung und an welche sprachliche Ausgangsform die Wortschöpfung anknüpft, ist ungewiß. Da Paracelsus Gnomen als Elementargeister der Erde auffaßt, wird ein in Anlehnung an das vereinzelt belegte griech. thalassonómos (θαλασσονόμος) ‘im Meere lebend, Meeresbewohner’ analog gebildetes griech. *gēnómos (*γηνόμος) ‘Erdbewohner’ angenommen; auch Ableitung von griech. gnṓmē (γνώμη) ‘Verstand’ wird erwogen und Gnom als ‘erkennender Geist’ gedeutet. gnomenhaft Adj. ‘wie ein Gnom, klein, ältlich, runzelig’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Däumling · Gnom · ↗Heinzelmännchen · ↗Kobold · ↗Wicht · ↗Wichtel · ↗Wichtelmann · ↗Wichtelmännchen · ↗Winzling · ↗Zwerg
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Buschemann · ↗Butz · ↗Butzemann · böser Mann · schwarzer Mann  ●  Bullemann  regional
  • Abkömmling · Heranwachsender · ↗Nachfahre · ↗Nachkomme · ↗Nachwuchs · ↗Sprössling  ●  (die) lieben Kleinen (u.a. mediensprachlich)  Plural · ↗Kind  Hauptform · ↗Blag  ugs., ruhrdt. · Gschropp  ugs., bair. · ↗Gör  ugs., berlinerisch · ↗Kid  ugs. · Kiddie  ugs. · Kleiner  ugs. · Kniebeißer  ugs. · ↗Knirps  ugs. · Panz  ugs., kölsch · ↗Spross  ugs. · ↗Zögling  geh.
  • Kleinwüchsiger · ↗Pygmäe · ↗Zwergmensch  ●  ↗Liliputaner  derb
  • Gnom · ↗Kobold · ↗Troll · ↗Unhold
  • kleinwüchsiger Mensch  ●  ↗Zwerg  abwertend · Nabelküsser  ugs. · Schrumpfgermane  ugs., NS-Jargon · abgebrochener Riese  ugs., ironisch · laufender Meter  ugs., ironisch
Synonymgruppe
Gnom · ↗Kobold · ↗Troll · ↗Unhold
Oberbegriffe
  • Fabelwesen · Fantasiegeschöpf · Phantasiegeschöpf · übernatürliches Wesen
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

bös häßlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gnom‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zum Schluss war er nur noch ein verhutzelter Greis, gebeugt wie ein böser Gnom, auf den Stock gestützt.
Bild, 27.05.2000
Nein, kichert der Gnom, und du bist nicht ich, soviel kannst du gar nicht sein.
Die Zeit, 02.12.1977, Nr. 49
Der Gnom, der bis jetzt unbeweglich in der Sonne gestanden hatte, setzte sich plötzlich in Bewegung und ging in den Schuppen.
Widmer, Urs: Im Kongo, Zürich: Diogenes 1996, S. 142
Der Gnom zog ein blankes, kurzes Schwert hinter seinem Rücken hervor, holte mit seinem rechten Arm weit aus und schlug sich den Kopf ab.
Strauß, Botho: Der junge Mann, München: Hanser 1984, S. 311
Als böser Gnom wirbelt Zwerg Zack durch seinen leblos erstarrten Wald, bis auch er den Klängen des Zauberbaums nicht mehr widerstehen kann.
Der Tagesspiegel, 10.12.2004
Zitationshilfe
„Gnom“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Gnom>, abgerufen am 22.07.2019.

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