Glockenblume, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungGlo-cken-blu-me (computergeneriert)
WortzerlegungGlockeBlume
eWDG, 1969

Bedeutung

im Garten oder wild wachsende, artenreiche Pflanze mit blauen, rötlichvioletten oder auch weißen Glockenblüten oder Trichterblüten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Glocke · glockig · Glöckner · Glockenblume · Glockenstuhl
Glocke f. bei Anschlag laut und anhaltend tönender, unten offener Metallhohlkörper. Seit dem 4. Jh. sind Glocken im christlichen Gottesdienst bezeugt. Sie werden im Spätlat. sīgnum und campāna (eigentlich ‘kampanisches Metallgerät’, vgl. campānum ‘ehernes Gefäß’, zu lat. Campānia, der wegen ihres Erzvorkommens bekannten Landschaft Mittelitaliens) genannt; vgl. Frings/M. Germania Romana 2 (1968) 190. Mit der Christianisierung germanischer Stämme durch irische Mönche im 7. Jh. übernehmen die Germanen die ir.-mlat. Bezeichnung. Ahd. glocka (um 1000), mhd. glocke, afries. klokke, mnd. klocke, mnl. clocke, nl. klok, aengl. clucge (engl. clock ‘Uhr’ aus dem Mnl.), anord. klokka, klukka (aus dem Mnd.) sind Entlehnungen aus (seit dem ausgehenden 7. Jh. bezeugtem) mlat. clocca, dessen kelt. Ursprung sich aus mir. clocc, kymr. cloch ‘Schelle, Glocke’ ergibt. Es ist verwandt mit lat. clangere ‘schallen’, nhd. ↗lachen (s. d.) und wie diese letztlich auf die Schallwurzel ie. *kel(ə)- ‘rufen, schreien, lärmen, klingen’ zurückzuführen. Ebenfalls kelt.-mlat. Herkunft ist afrz. cloche, cloque, frz. cloche. glockig Adj. ‘glockenförmig’ (um 1800), älter klockicht (17. Jh.). Glöckner m. ‘wer das Läuten der Glocken zu besorgen hat, Kirchendiener’, mhd. glockenære, gloggener, mit Umlaut glöckner (2. Hälfte 15. Jh.). Glockenblume f. Blume mit glockenförmigen, meist blauen Blüten (15. Jh.). Glockenstuhl m. ‘Gestell, an dem die Glocke hängt’ (16. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Margerite Primel Vergißmeinnicht blau blühen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Glockenblume‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nur als sie durch den Wald gegangen waren, hatte sie am Wegrand ein paar Glockenblumen für ihre Mutter gepflückt.
Pressler, Mirjam: Malka Mai, Weinheim Basel: Beltz & Gelberg 2001, S. 17
Ein Fischreiher zieht hoch oben noch seine Bahnen, unten wiegen sich die Glockenblumen sacht im Wind.
Die Welt, 12.08.1999
Zierlich trippelt es durch die große Stadt, sieht in einem Schaufenster weiße Glockenblumen, die es kaufen will.
Die Zeit, 03.04.1964, Nr. 14
Unter dem Kopfkissen lagen, verwelkt und zerdrückt, zwei kleine Glockenblumen.
Tucholsky, Kurt: Schloß Gripsholm. In: ders., Werke und Briefe, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1931], S. 3051
Die ehemalige Postkutschenstation liegt in einem Tal, das von blau blühenden Glockenblumen übersät ist.
Süddeutsche Zeitung, 07.03.2000
Zitationshilfe
„Glockenblume“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Glockenblume>, abgerufen am 27.06.2019.

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