Gewirr, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Gewirr(e)s · Nominativ Plural: Gewirre
Nebenform seltenGewirre · Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Gewirres · Nominativ Plural: Gewirre
WorttrennungGe-wirr · Ge-wir-re
Grundformwirr
Wortbildung mit ›Gewirr‹ als Letztglied: ↗Astgewirr · ↗Fadengewirr · ↗Felsengewirr · ↗Felsgewirr · ↗Gassengewirr · ↗Kabelgewirr · ↗Lautgewirr · ↗Menschengewirr · ↗Pflanzengewirr · ↗Sprachengewirr · ↗Sprachgewirr
eWDG, 1967

Bedeutung

Durcheinander, Wirrwarr
Beispiele:
ein Gewirre/Gewirr von Menschen, Stimmen, Ästen, Gassen
ein dichtes, wüstes, aufgeregtes, großes Gewirre/Gewirr
Sie ... befanden sich in einem Gewirr kleiner Zimmer und winkliger Gänge [MusilMann1001]
übertragen
Beispiel:
gleichsam das Gewirr der unruhigen Gedanken hinter sich lassend [ApitzNackt193]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

verwirren · Verwirrung · Verworrenheit · entwirren · Gewirr
verwirren Vb. ‘in Unordnung bringen, jmdn. unsicher machen, aus der Fassung bringen, irremachen’, reflexiv ‘in Unordnung geraten’, mhd. verwirren, verwürren ‘sich verwickeln, sich entzweien, in Kampf geraten’. Das schwache Verb übernimmt von stark flektierendem ahd. firwerran ‘beunruhigen, verwirren’ (um 1000), mhd. verwerren ‘in Verwirrung, Unordnung, Unruhe bringen, entzweien’ (literarisch bis ins 17. Jh. belegt) das zugehörige Part. Prät. verworren, das bis heute neben verwirrt erhalten bleibt. Zur Etymologie s. ↗wirr. Verwirrung f. ‘Unordnung, Durcheinander, Aufregung’ (15. Jh.). Verworrenheit f. (15. Jh.); vgl. mhd. verworrenkeit. entwirren Vb. ‘(ungeordnet Verschlungenes) auseinanderziehen, ordnend auflösen, die Unklarheit, Schwierigkeit einer Sache auflösen’ (16. Jh.); vgl. mhd. (stark) entwerren ‘in Ordnung bringen, entwirren’. Gewirr n. ‘Durcheinander, Wirrwarr’ (16. Jh.); vgl. mhd. gewerre m. n. ‘Zwietracht, Streit, Durcheinander’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(ein) Mix (an) · ↗(wilde) Mischung · ↗Chaos · Gemeng(e) · ↗Gemisch · Gewirr · ↗Sammelsurium · ↗Unordnung · ↗Verhau · ↗Wirrnis · ↗Wirrwarr · ↗Wust  ●  ↗(wüstes / regelloses / wildes) Durcheinander  Hauptform · ↗Dschungel  fig. · ↗Pelemele  franz. · ↗Tohuwabohu  hebräisch · ↗Kuddelmuddel  ugs. · ↗Mischmasch  ugs. · ↗Salat  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Altstadtgasse Baukran Draht Einbahnstraße Fallstrick Förderband Gasse Kabel Kran Liane Rohr Rohrleitung Röhre Schlauch Schnellstraße Stahlträger Stromkabel Stromleitung Tau Zahnrad babylonisch durchschaubar heillos labyrinthisch undurchdringlich undurchschaubar unüberschaubar unübersichtlich verheddern zurechtfinden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gewirr‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In dem Gewirr kann man schon mal den Überblick verlieren.
Bild, 20.01.2001
Das Heulen im Gewirr der Masten klingt wie eine Drohung.
Der Tagesspiegel, 04.11.2000
Schon geraten sie in das ruinenhafte Gewirr der innersten Stadt.
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh II, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 163
So kamen sie aus dem Gewirr der alten engen Straßen heraus.
Boy-Ed, Ida: Vor der Ehe. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1915], S. 3382
Dann klatschte der Regen nieder in langen hellen Streifen, in einem betäubenden Gewirr von Ringen und Tropfen.
Reventlow, Franziska Gräfin zu: Ellen Olestjerne. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1903], S. 6087
Zitationshilfe
„Gewirr“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Gewirr>, abgerufen am 18.06.2019.

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