Gewand, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Gewand(e)s · Nominativ Plural: Gewänder
Aussprache
WorttrennungGe-wand (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Gewand‹ als Erstglied: ↗Gewandmeister · ↗Gewandstudie  ·  mit ›Gewand‹ als Letztglied: ↗Alltagsgewand · ↗Arbeitsgewand · ↗Beingewand · ↗Bettgewand · ↗Brautgewand · ↗Brokatgewand · ↗Bußgewand · ↗Büßergewand · ↗Chorgewand · ↗Engelsgewand · ↗Faltengewand · ↗Feiertagsgewand · ↗Festgewand · ↗Frauengewand · ↗Hausgewand · ↗Hochzeitsgewand · ↗Kardinalsgewand · ↗Messgewand · ↗Ministrantengewand · ↗Morgengewand · ↗Mönchsgewand · ↗Nachtgewand · ↗Obergewand · ↗Pilgergewand · ↗Prachtgewand · ↗Priestergewand · ↗Prunkgewand · ↗Purpurgewand · ↗Reisegewand · ↗Schlafgewand · ↗Seidengewand · ↗Sonntagsgewand · ↗Sterbegewand · ↗Totengewand · ↗Untergewand · ↗Werktagsgewand · ↗Zeitgewand · ↗Übergewand
eWDG, 1967

Bedeutung

gehoben, süddeutsch, österreichisch Kleid, Anzug
Beispiele:
In ihrem besten Gewand und kokett frisiert lehnte sie ... an der Mauer [GanghoferHubertus310]
hätt' ihn der Teufel geholt, so wär' das Gewand zurückgeblieben [RoseggerWaldschulmeister1,11]
übertragen
Beispiel:
Erklärungen, die er um ihretwillen in ein kindlich volkstümliches Gewand kleidete [WerfelVeruntreuter Himmel172]
langes (feierliches) Oberkleid
Beispiele:
ein wallendes, flutendes, flatterndes, seidenes, weißes Gewand
ein geistliches, sakrales Gewand
die schweren Falten eines Gewandes
Zu Dionys, dem Tyrannen, schlich / Damon, den Dolch im Gewande [SchillerBürgschaft]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gewand · Gewandhaus
Gewand n. ‘anspruchsvolles Festkleid, Ornat’, ahd. giwant ‘Kleid’ (um 1000), mhd. gewant ‘Kleidung, Rüstung, Gewandstoff, Zeug’, mnd. (ge)want ‘Gewand, Tuch, Zeug’ ist zu dem unter ↗wenden (s. d.) behandelten Verb gebildet und bedeutet eigentlich ‘das Gewendete’, z. B. auch ‘das in Falten gelegte und in Rollen oder Ballen aufbewahrte Tuch’. Danach in der Geschäftssprache des 14./15. Jhs. ‘Tuch, gewebter Stoff, Zeug’ (vgl. Gewandschneider ‘Tuchschneider, Tuchhändler’, mhd. gewantsnīder), dagegen in der Dichtung ‘Kleid, Rüstung’ (wie mhd. wāt, gewæte; zu dessen Herkunft s. ↗Leinwand). In dieser Bedeutung wird Gewand (meist historisierend) noch im 19. Jh. verwendet, sonst seit dem 16. Jh. durch md. Einfluß (Luther) von Kleid verdrängt. Gewandhaus n. ‘Haus, in dem Tuche geprüft, aufbewahrt und verkauft werden, Tuchhalle’, spätmhd. gewanthūs (14. Jh.). Werden diese Häuser vorübergehend nicht benutzt, finden in ihnen öffentliche Veranstaltungen (Bälle, Konzerte) statt, vgl. das Leipziger Gewandhaus, ehemals eine Tuchhalle, dann Name für die neuerbaute Konzerthalle mit den Zusammensetzungen Gewandhausorchester (1781), -kapellmeister.

Thesaurus

Synonymgruppe
Bekleidung · ↗Garderobe · Gewand · Kleider · ↗Kleidung · ↗Kluft · ↗Mode · ↗Outfit · ↗Textilie(n)  ●  ↗Anziehsachen  ugs. · ↗Gewandung  geh. · Klamotten  ugs. · ↗Kledage  ugs., salopp, regional · ↗Konfektion  geh. · ↗Plünnen  ugs., norddeutsch · Sachen  ugs. · ↗Zeug  ugs.
Oberbegriffe
  • Textilien · ↗Textilware  ●  Wirkwaren  geh., veraltet
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bart Falte Faltenwurf Saum Turban bestickt bodenlang bunt daherkommen farbenfroh farbenprächtig flatternd fließend geistlich hären hüllen kleiden knöchellang kostbar liturgisch orientalisch prachtvoll prächtig schlüpfen schwarz seiden traditionell wallend wehend weiß

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gewand‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Manche Rituale sind banal, andere kommen im sakralen Gewand daher.
Der Tagesspiegel, 13.06.1998
Der kleine Herr im schwarzen Gewand hatte sich nichts vorzuwerfen.
Süddeutsche Zeitung, 12.09.1995
Da zieht man eben Sackleinen über sein Gewand aus Seide.
Meißner, Hans-Otto: Man benimmt sich wieder, Giessen: Brühl 1950, S. 0
Und so ist es mehr als ein im Gewande der Kirche gesichertes Dasein.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1936, S. 399
Ein Pfeiler trägt das Bild eines bärtigen Mannes in langem Gewande.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. III. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 9508
Zitationshilfe
„Gewand“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Gewand>, abgerufen am 17.10.2019.

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