Gespinst, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Gespinstes · Nominativ Plural: Gespinste
Aussprache
WorttrennungGe-spinst (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Gespinst‹ als Erstglied: ↗Gespinstfaser · ↗Gespinstpflanze  ·  mit ›Gespinst‹ als Letztglied: ↗Fantasiegespinst · ↗Phantasiegespinst · ↗Seidengespinst · ↗Wollgespinst · ↗Wunschgespinst · ↗Zellwollgespinst
eWDG, 1967

Bedeutung

Garn, gesponnener Faden
Beispiele:
ein feines, dünnes, zartes, grobes, seidenes Gespinst
die Spinnerei produziert täglich 40 Tonnen Gespinst
das Gespinst (= Kokon) einer Raupe
gehoben, bildlich das Ausgesonnene, Netz
Beispiel:
ein Gespinst von Lüge, Heuchelei, Betrug zerreißen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gespinst · Hirngespinst
Gespinst n. ‘Gesponnenes, zartes Gewebe’ entsteht im 16. Jh. (durch Entrundung des Stammsilbenvokals) aus älterem Gespünst, Gespunst, mhd. gespunst n. f. ‘Gespinst, die Arbeit des Spinnens’, dem Verbalabstraktum zu dem unter ↗spinnen (s. d.) behandelten Verb. Hirngespinst n. ‘Einbildung, Phantasiebild’ (18. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Andeutung Ausflucht Draht Faden Fiktion Gerücht Gewebe Halbwahrheit Lüge Phantasie Verrat dicht dünn entwirren fein filigran hangen luftig raffiniert undurchdringlich unentwirrbar verfangen verstricken verweben verwirrend weben wuchernd zart zerreißen überziehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gespinst‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wir weben ja auch mit am feinen Gespinst allgegenwärtiger Verbindungen der Dinge.
Der Tagesspiegel, 11.05.1996
Er tastete sich an den Gespinsten seiner Worte zurück in die Welt.
Die Zeit, 14.03.1986, Nr. 11
Aber sie sitzt fest und verwirrt sich nur noch mehr in das Gespinst.
Welt und Wissen, 1927, Nr. 2, Bd. 16
Seine Einflußsphäre war ein feineres Gespinst, der nach außen gewandten Geschichte nicht ohne weiteres abzulesen.
Heuß, Alfred: Hellas. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 3571
Die Eier werden bei den mit Spinndrüsen versehenen Arten gewöhnlich mit einem Gespinst umgeben, sorgfältig bewacht und von manchen besorgten Müttern herumgetragen.
Reinhardt, Ludwig: Vom Nebelfleck zum Menschen, München: Reinhardt 1909, S. 217
Zitationshilfe
„Gespinst“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Gespinst>, abgerufen am 19.10.2019.

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