Gespenst, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Gespenst(e)s · Nominativ Plural: Gespenster
Aussprache
WorttrennungGe-spenst (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Gespenst‹ als Erstglied: ↗Gespensterfurcht · ↗Gespenstergeschichte · ↗Gespensterglaube · ↗Gespensterglauben · ↗Gespensterroman · ↗Gespensterschiff · ↗Gespensterstunde · ↗gespensterhaft
 ·  mit ›Gespenst‹ als Letztglied: ↗Burggespenst · ↗Hungergespenst
eWDG, 1967

Bedeutung

Spukgestalt, Geist
Beispiele:
in dem alten Schloss geht ein Gespenst um
der Tote soll ihm als Gespenst erschienen sein
Angst, Furcht vor Gespenstern haben
nicht an Gespenster glauben
die Zeit, Stunde der Gespenster (= Zeit zwischen 24 Uhr und 1 Uhr)
er sah mich an, als wäre ich ein Gespenst
er sieht aus wie ein Gespenst (= blass und hohlwangig)
bildlich
Beispiel:
umgangssprachlich du siehst ja Gespenster (= machst dir unnötige Sorgen)
gehoben, übertragen drohende Gefahr
Beispiel:
das Gespenst des Hungers, der Armut, Arbeitslosigkeit
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gespenst · gespenstern · gespenstig · gespenstisch
Gespenst n. ‘Spukgestalt, Geist’, ahd. gispensti n. ‘Anlockung, Verführung, Eingebung’ (9. Jh.), mhd. gespanst, gespenst f., gespenste n., asächs. gispensti n., mnd. gespens(t) stehen wie ahd. spanst f. (9. Jh.), mhd. spenst f. n. ‘Verlockung, Verführung’ als Verbalabstrakta zu dem unter ↗spannen (s. d.) angeführten, im Nhd. ausgestorbenen starken Verb ahd. spanan, mhd. spanen ‘locken, reizen’, asächs. aengl. spanan (s. auch ↗abspenstig, ↗widerspenstig). Gespenst ist daher eigentlich das, ‘was jmdn. wegzieht, weglockt’, ein ‘(teuflisches) Trugbild’. gespenstern Vb. ‘wie ein Gespenst umhergehen, spuken’ (19. Jh.). gespenstig Adj. ‘gespenstähnlich, unheimlich’ (19. Jh.), ahd. spenstīg ‘lockend, verführerisch’ (um 1000), mhd. gespenstec ‘verführerisch, zauberisch’; auch gespenstisch Adj. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(unheimliches o.ä.) Wesen · ↗Geist · Gespenst · ↗Phantom · ↗Schemen · ↗Spirit · ↗Spuk · ↗Spukgestalt  ●  ↗Manen  ugs., Plural
Oberbegriffe
  • Fabelwesen · Fantasiegeschöpf · Phantasiegeschöpf · übernatürliches Wesen
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Deflation Dämon Germania Gespenst Hexe Kommunismus Monster Nichts Rezession Spuk Stagflation Vampir Vergangenheit bannen beschwören bleich geistern heimsuchen heraufbeschwören herumgeistern lauern malen schrecken schweben spuken umgehen verjagen verscheuchen vertreiben wiederkehren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gespenst‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber ein Gespenst lässt sich damit allemal an die Wand malen.
Die Welt, 06.11.2003
Draußen ein Nebel, daß schon die Bäume im Hof aussahen wie Gespenster.
Walser, Martin: Ein springender Brunnen, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1998, S. 61
Da malt er sich den Tag an, wie es ihm paßt, oder er leidet unter zehn schrecklichen Gespenstern, die er sich letztendlich ausgedacht hat.
Der Tagesspiegel, 19.06.1998
Hier gibt es keine Gespenster, hier ist es richtig gemütlich.
Fritsch, Gerhard: Fasching, Hamburg: Rowohlt 1967, S. 74
Damit setzte sich das mächtige Gespenst an des Alten Bett.
Dürrenmatt, Friedrich: Der Verdacht, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1965 [1953], S. 26
Zitationshilfe
„Gespenst“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Gespenst>, abgerufen am 16.10.2019.

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