Gespött, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Gespött(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungGe-spött
formal verwandt mitspotten
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Spott, Hohn
Beispiele:
mit jmdm. sein Gespött treiben
jmdn. dem Gespött preisgeben
das Gespött der Leute fürchten
ich kann sein Gespött nicht ertragen
2.
Gegenstand des Spottes
Beispiele:
zum Gespött (der Leute, Welt) werden
jmdn., sich zum Gespött machen
jmds. Gespött sein
jmdm. zum Gespött dienen
O Deutschland, bleiche Mutter! / Wie haben deine Söhne dich zugerichtet, / Daß du unter den Völkern sitzest / Ein Gespött oder eine Furcht! [BrechtGedichte256]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Spott · spotten · spötteln · Spötter · spöttisch · spottbillig · Gespött
Spott m. ‘empfindlich treffender Scherz, Hohn’, ahd. (8. Jh.), mhd. spot, auch ‘Zweifel, Sünde’, asächs. spott, mnd. mnl. nl. spot, afries. spott, anord. spottr m., spott n. (germ. *spuþþa-) und das abgeleitete, expressive Konsonantendoppelung aufweisende spotten Vb. ‘sich über jmdn., etw. lustig machen, verhöhnen’, ahd. spottōn (10. Jh.; bispottōn, 9. Jh.), mhd. spot(t)en, mnd. mnl. nl. spotten, anord. spotta ‘verhöhnen’, schwed. spotta ‘speien, spucken’ lassen sich mit ahd. spīwizzōn (Hs. 12. Jh.), mhd. spiutzen, spūtzen ‘speien’, mnl. spoiten, nl. spuiten ‘(Wasser) speien, spritzen’, anord. spȳta ‘spucken’ als Intensivbildungen (s. auch ↗spucken) zu dem unter ↗speien (s. d.) behandelten Verb stellen. Die Herkunft ist freilich ungewiß, doch könnte die Bedeutung von ‘jmdn. anspucken als Zeichen der Verachtung’ ausgegangen sein. spötteln Vb. ‘leicht spotten’, Iterativbildung zum Verb (16. Jh.). Spötter m. ‘wer spottet’, ahd. spottāri ‘gewerbsmäßiger Spaßmacher’ (Hs. 12. Jh.), mhd. spottære, spotter, auch (mit Umlaut seit 13. Jh.) spötter. spöttisch Adj. ‘voller Spott, höhnisch’ (16. Jh.); vgl. mhd. spottec, spottic und spöttischen Adv. spottbillig Adj. ‘sehr, außerordentlich preiswert’ (18. Jh.); vgl. spottwohlfeil (17. Jh.) sowie Spottgeld ‘lächerlich geringer (eigentlich den Spott herausfordernder) gebotener Betrag für etw.’ (17. Jh.), dann ‘äußerst niedriger Preis’, ferner um ein Spott (‘ganz billig’) geben (16. Jh.). Gespött n. ‘Verspottung’, mhd. gespötte, Kollektivbildung zu Spott.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Branche Dorf Fachwelt Fan Gegenstand Kamerad Kollege Kritiker Landsleute Leut Leutchen Liga Medium Mitmensch Mitschüler Nachbar Nation Presse Publikum Republik Welt allgemein ausliefern aussetzen machen preisgeben Öffentlichkeit

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gespött‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie waren kurz davor, zum Gespött der Liga zu werden.
Der Tagesspiegel, 06.05.2003
Renommierte Unternehmen machen sich mit ihren schwachsinnigen Angeboten öffentlich zum Gespött.
C't, 2000, Nr. 23
Wer den Schaden hat, braucht ums Gespött nicht zu sorgen.
Christ, Lena: Mathias Bichler. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1914], S. 17221
Er ist wirklich auf dem besten Weg, sich zum Gespött der Leute zu machen.
Düffel, John von: Houwelandt, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2004, S. 177
Die Tanks sind vom Gespött zu einer schweren Waffe geworden.
Remarque, Erich Maria: Im Westen nichts Neues, Berlin: Propyläen 1929, S. 267
Zitationshilfe
„Gespött“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Gespött>, abgerufen am 24.05.2019.

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