Gesinde, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Gesindes · Nominativ Plural: Gesinde
Aussprache
WorttrennungGe-sin-de (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Gesinde‹ als Erstglied: ↗Gesindehaus · ↗Gesindeordnung · ↗Gesindestube
 ·  mit ›Gesinde‹ als Letztglied: ↗Hofgesinde
eWDG, 1967

Bedeutung

veraltet Gesamtheit der Lohnarbeiter, die auf einem Gutshof beschäftigt sind
Beispiele:
dem Gesinde Anweisungen erteilen
streng gegen das Gesinde sein
Früher da bekam das Gesinde Geld überhaupt nicht zu sehen [PolenzBüttnerbauer1,277]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gesinde · Gesindel
Gesinde n. ‘Gefolgs-, Kriegsleute, Hausdienstleute, Knechte und Mägde eines Bauern-, Gutshofes’, ahd. gisindi (9. Jh.), asächs. gisīði, mhd. mnd. gesinde, (mit Assimilation) gesinne ‘Begleitung, (Kriegs)gefolge, Dienerschaft’ (germ. *ga-sinþja-) sind Kollektivbildungen zu stark flektiertem ahd. gisind (9. Jh.), mhd. gesint, asächs. gisīð, aengl. gesīþ (germ. *ga-sinþa-) und schwach flektiertem ahd. gisindo (9. Jh.), mhd. gesinde, aengl. gesīþa, got. gasinþa, anord. sinni ‘Gefährte, Weggenosse, Gefolgs-, Dienstmann, Hausgenosse’ (germ. *ga-sinþan-). Die Personenbezeichnung ist ein Präfixkompositum zu ahd. sind ‘Weg, Richtung, Seite’, mhd. sint, auch ‘Reise, Fahrt’, asächs. sīð, aengl. sīþ ‘Weg, Gang, Reise’, anord. sinn ‘Gang, Fahrt’, got. sinþs ‘Gang’ (germ. *sinþa-) und meint ursprünglich den, ‘der den Weg, die Reise gemeinsam mit (einem) anderen macht’, das Kollektivum Gesinde dagegen die ‘Gesamtheit der Begleiter, Gefährten auf dem gemeinsamen Weg, auf der Reise’. Zur Bildungsweise s. ↗Bauer, ↗Genosse, ↗Geselle, ↗Gefährte; zur Etymologie des Grundworts s. ↗senden. Dazu die Deminutivbildung Gesindel n. ‘kleines Gefolge’, mhd. gesindelīn, dann ‘Hausleute, kleine Dienerschaft’, vor allem jedoch pejorativ ‘heruntergekommenes, sich herumtreibendes Volk, Pack’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(das) Gesinde · ↗(das) Personal · ↗(die) Diener · (die) Dienstboten · ↗Dienerschaft · ↗Hausangestellte
Unterbegriffe
Synonymgruppe
(die) Knechte und Mägde  ●  (das) Gesinde  Landwirtschaft

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arbeiter Bauer Herrschaft Hof Küche Leutchen Vieh

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gesinde‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Als alles vorbei war, verabschiedeten sie sich traurig vom Gesinde.
Der Tagesspiegel, 10.11.2004
Sobald sie sexuell nicht mehr reizte, kam das Gesinde dran.
Die Zeit, 20.09.1974, Nr. 39
Man hörte das Gesinde auf dem Hof zusammenlaufen und durchs Tor verschwinden.
Stehr, Hermann: Der Heiligenhof, München: List 1952 [1918], S. 351
Wenn das Gesinde irgendwo sichtbar wurde, schien es so seltsam verstört.
Schaper, Edzard: Der Henker, Zürich: Artemis 1978 [1940], S. 354
Das Gesinde wies ihn unter die Treppe, wo nachts der Platz der Hunde ist.
Hofmannsthal, Hugo von: Der Dichter und diese Zeit. In: Bertram, Mathias (Hg.) Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1907], S. 27825
Zitationshilfe
„Gesinde“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Gesinde>, abgerufen am 17.10.2019.

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