Geselligkeit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Geselligkeit · Nominativ Plural: Geselligkeiten
Aussprache
WorttrennungGe-sel-lig-keit (computergeneriert)
Wortzerlegunggesellig-keit
Wortbildung mit ›Geselligkeit‹ als Letztglied: ↗Abendgeselligkeit
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
nur im Singular
Umgang, Verkehr mit anderen Menschen
Beispiele:
die Geselligkeit pflegen
die Geselligkeit lieben
Lästig ist nur der kollektive Zeitvertreib, ich meine das, was man Geselligkeit nennt [NossackSpirale94]
offenes Haus, Gastfreiheit
Beispiel:
Eine ungezwungene anmutige Geselligkeit herrschte in seinem Haus [Chamisso3,296]
2.
geselliges Beisammensein, geselliger Abend
Beispiele:
die Geselligkeiten des letzten Winters
Vielleicht hatte die müde Zwergin ihn [den Schreckschuß] abgegeben, um die Geselligkeit zu sprengen [Th. MannZauberb.2,811]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Geselle · gesellen · gesellig · Geselligkeit · Gesellschaft · gesellschaftlich · Gesellschafter · Gesellschaftsordnung
Geselle m. ‘Facharbeiter, Handwerksbursche, Kamerad’, ahd. gisello ‘Wohn-, Hausgenosse, Freund’ (9. Jh.), mhd. geselle, auch ‘Geliebte(r), Standesgenosse, Handwerksgeselle, junger Mann’, mnd. geselle, mnl. gheselle, nl. gezel ist eine Präfixableitung (westgerm. *ga-salja-) zu dem unter ↗Saal (s. d.) behandelten Substantiv. Es bezeichnet eigentlich den, ‘der den Saal (die Unterkunft) mit (einem) anderen teilt’ (zur Bildung s. ↗Bauer und ↗Gefährte). Geselle wird als Bezeichnung für den gelernten, abhängigen Handwerker (seit dem Mhd.) heute durch Facharbeiter (s. ↗Fach) ersetzt; vgl. E. Adelberg in: Zur Ausbildung d. Norm d. dt. Literaturspr. 2 (1976) 165. gesellen Vb. reflexiv ‘sich zusammenfinden’, mhd. gesellen ‘zum Gesellen machen, geben’, (reflexiv) ‘sich freundschaftlich verbinden’. gesellig Adj. ‘Gesellschaft, zwanglose Gemeinschaft liebend’, mhd. gesellec ‘zugesellt, verbunden’; Geselligkeit f. ‘freundschaftliches Zusammensein, unterhaltsame Veranstaltung’, mhd. gesellecheit ‘freundschaftliches Verhältnis, Beisammensein’. Gesellschaft f. ‘Gruppe von Menschen, zweckgebundene Vereinigung von mehreren Personen, geselliger Kreis’, ahd. gisellascaft, giselliscaft (9. Jh.), mhd. geselleschaft ‘fürstliches Gefolge, Vereinigung mehrerer, Genossenschaft, freundschaftliches Beisammen- oder Verbundensein, Liebe’. Seit dem 15. Jh. auch die in Gruppen gegliederte menschliche Gemeinschaft, z. B. bürgerliche Gesellschaft ‘Gemeinschaft der Bürger’ (15. Jh.); die (gute) Gesellschaft ‘durch Stand, (adlige) Geburt oder Bildung verbundene Bevölkerungsschichten’ (18. Jh.); zeitweilig nahezu synonym mit Staat, im 18. Jh. von frz. société beeinflußt (Rousseau). Für die deutsche bürgerliche politische Ökonomie des 19. Jhs. ist Gesellschaft bereits die in Klassen gespaltene, in (naturgegebenen) Produktionsverhältnissen lebende Gesamtheit der Menschen. gesellschaftlich Adj. ‘gemeinschaftlich, die Gesellschaft betreffend’ (18. Jh.). Gesellschafter m. ‘Mitglied einer Gesellschaft, Vereinigung’, auch ‘Begleiter, Unterhalter’ (16. Jh.). Gesellschaftsordnung f. ‘Struktur und Gliederung der in gleichartigen ökonomischen, sozialen und politischen Verhältnissen lebenden Menschen auf einer bestimmten historischen Entwicklungsstufe’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Geselligkeit · ↗Menschenfreundlichkeit · ↗Soziabilität · ↗Umgänglichkeit
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Brauchtum Einsamkeit Entspannung Freizeit Frohsinn Gemütlichkeit Genuß Hort Kameradschaft Lebensfreude Pflege Unterhaltung Vergnügung Zerstreuung abendlich ausgelassen derb festlich gepflegt heiter häuslich höfisch kulinarisch kultiviert niveauvoll pflegen ungesellig ungezwungen urban zwanglos

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Geselligkeit‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das zweite Mal geschah es erst unlängst auf einer größeren Geselligkeit.
Süddeutsche Zeitung, 23.08.2003
Wenn das Vergnügen am schönsten ist, soll man aufhören, wenigstens bei Geselligkeiten.
Dänhardt, Reimar: Fein oder nicht fein, Berlin: Deutscher Militärverl. 1972 [1968], S. 168
Selbst die Geselligkeit in den guten Hotels ist von heiterer Ruhe.
Die Zeit, 03.12.1965, Nr. 49
Damit hat die Dame des Hauses bereits zwei die Geselligkeit sehr störende Gespenster beseitigt.
Meißner, Hans-Otto: Man benimmt sich wieder, Giessen: Brühl 1950, S. 74
Zu den zwanglosen Geselligkeiten gehören häufig die Abende im Heim der unverheirateten Frau.
Goetz von Schüching, Ruth: Durch gute Lebensart zum Erfolg, Leipzig: Hesse & Becker 1932 [1925], S. 58
Zitationshilfe
„Geselligkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Geselligkeit>, abgerufen am 25.04.2019.

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