Gerber, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Gerbers · Nominativ Plural: Gerber
Aussprache
WorttrennungGer-ber
Wortbildung mit ›Gerber‹ als Erstglied: ↗Gerberhandwerk · ↗Gerberlohe · ↗Gerbermeister
eWDG, 1967

Bedeutung

Handwerker, der aus Tierhäuten und Tierfellen Leder herstellt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gerben · Gerber · Gerberei
gerben Vb. ‘Tierhäute zu Leder verarbeiten’, ahd. gar(a)wen (8. Jh.), mhd. ger(e)wen, garwen, asächs. gar(u)wian, ger(i)wian, gir(i)wian, mnd. ger(e)wen, gēren (sämtlich mit unfestem Sekundärvokal zwischen r und w), aengl. gearwian ‘bereiten, fertigmachen, zurüsten’, ahd. mhd. mnd. aengl. außerdem ‘bekleiden, schmücken’, anord. ger(v)a, gør(v)a, gjǫr(v)a, schwed. göra ‘machen, tun’. Das (nach de Vries Anord. 164 vielleicht im Westgerm. gebildete und von hier nach Skandinavien gelangte) Verb (germ. *garwijan) ist Faktitivum zu dem unter ↗gar (s. d.) behandelten Adjektiv germ. *garwa- ‘fertig, bereit’. Aus der ursprünglichen Bedeutung ‘bereiten, zurüsten’, die sich in den nord. Sprachen zu ‘machen, tun’ erweitert, geht im Mhd. und Mnd. (um 1300) der fachspezifische Gebrauch ‘Leder zubereiten’ hervor. Dieser ermöglicht schon spätmhd. die Übertragung ‘prügeln, schlagen’, die bis heute besonders in der Fügung jmdm. das Fell gerben (16. Jh.) geläufig ist. Infolge des lautgesetzlichen Wandels von -rw- zu -rb- (s. ↗Erbse, ↗Farbe, ↗mürbe) tritt mhd. frühnhd. gerben neben das bis ins 15. Jh. noch übliche gerwen. Gerber m. als Berufsbezeichnung dienendes Nomen agentis zu gerben (s. oben), mhd. ger(e)wer, gerber, vorher (wegen der anfangs umfassenderen Verbbedeutung) in der verdeutlichenden Zusammensetzung ahd. ledargar(a)wāri (11. Jh.), mhd. ledergerwer; vgl. auch anders abgeleitetes gleichbed. ahd. ledergar(a)wo (11. Jh.), spätmhd. ledergerwe; dazu Gerberei f. ‘Vorgang des Gerbens’ (17. Jh.), ‘Werkstätte des Gerbers’ (Anfang 18. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

96-Manager 96-Sportdirektor FC Färber Leiter Manager Nachfolger Profi Sportdirektor Trainer Verpflichtung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gerber‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In allen Städten suchte er immer zuerst die Viertel der Gerber auf.
Süskind, Patrick: Das Parfum, Zürich: Diogenes 1985, S. 203
G. stammt aus einer linken sozialdemokratischen Arbeiterfamilie, sein Vater war Gerber.
Baumgartner, Gabriele u. Hebig, Dieter (Hg.): Biographisches Handbuch der SBZ/DDR - G. In: Enzyklopädie der DDR, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1997], S. 16437
Der Gerber ging mit ihm, voller Neugierde, in den Wald und stieg dort, um dem Kampfe mit dem Bären zuzusehen, auf einen gar hohen Baum.
Röhrich, Lutz: Bärenhaut. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 923
In den Häusern der Großmutter und zweier Onkel, von denen der eine Buchbinder, der andere Gerber war, fanden wir gastliche Aufnahme.
Deussen, Paul: Mein Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 30368
Er wurde ein Gerber und Färber, ein Kollege des Griechen Kleon, dessen sprichwörtliche Grobheit wohl auch hier und da einmal bei ihm atavistisch ausbrach.
Schleich, Carl Ludwig: Besonnte Vergangenheit, Lebenserinnerungen (1859-1919). In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1921], S. 31483
Zitationshilfe
„Gerber“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Gerber>, abgerufen am 24.07.2019.

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