Ger, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Ger(e)s · Nominativ Plural: Gere
Aussprache
eWDG, 1967

Bedeutung

historisch germanischer Wurfspieß
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ger · Gehre · Gehren · Gehrung
Ger m. ‘Wurfspeer der Germanen’, ahd. gēr (9. Jh.), mhd. gēr, asächs. afries. mnd. gēr, mnl. geer, aengl. gār, anord. geirr, vgl. auch Radagaisus (Name eines gotischen Heerführers). Das zuerst als Bestandteil von Personennamen (seit dem 3. Jh.; heute noch Gerhard, Gertrud, Rüdiger u. ä.) sowie in langobard. gairethinx ‘Rechtshandlung, für deren Gültigkeit der Speer Symbolwert hat’ (7. Jh.) bezeugte germ. *gaiza- (wozu auch die Ableitung ↗Geißel, s. d.) steht neben air. gae ‘Speer’ und (aus dem Gall. stammendem) lat. gaesum ‘schwerer eiserner Wurfspieß’, griech. gá͞ison, gá͞isos (γαῖσον, γαῖσος) ‘leichter Wurfspieß’, eigentlich ‘Wurfspieß der Gallier’ (zur umstrittenen Frage möglicher Lehnbeziehungen zwischen dem Kelt. und dem Germ. vgl. Walde/Hofmann ³1, 576 und de Vries Nl. 156). Verwandt ist wohl griech. chá͞ios (χαῖος) ‘Hirtenstab’, so daß sich ie. *ghaiso- ‘Stecken, Wurfspieß’ als Etymon ergibt oder ie. *g̑haiso-, sofern auch aind. hḗsaḥ ‘Waffe’ hierher gehört. Man hat darüber hinaus alle genannten Formen mit aind. hiaṓti ‘treibt an, schleudert’, hētíḥ ‘Geschoß, Waffe’, langobard. gaida ‘(Pfeil)spitze’, aengl. gād ‘(Speer-, Pfeil)spitze’ unter der Wurzel ie. *g̑hē̌i- ‘antreiben, lebhaft bewegen, bewegt sein, schleudern, (geschleudertes) Geschoß’ vereinigt. Das Etymon für Ger und seine engeren Verwandten wäre dann ie. *g̑həiso-. In seiner ursprünglichen Bedeutung kommt Ger (bis auf vereinzelte frühnhd. Zeugnisse) bereits im Mhd. außer Gebrauch (dafür mhd. sper, s. ↗Speer), um 1800 werden aber Versuche einer Neubelebung unternommen (besonders in der Turnersprache seit Jahn, 1816). Schon im Ahd. belegter übertragener Gebrauch für spitzzulaufende Dinge (namentlich ‘Landspitze’ und ‘keilförmiges Stoffstück, Falte, Saum’, daher auch ‘Kleiderschoß’), der sich vor allem an die schwach flektierte Form heftet (ahd. gēro, 10. Jh., mhd. gēre, nhd. Gehre f. auch Gehren m. ), ist dagegen noch im älteren Nhd. verbreitet und setzt sich fachsprachlich bis in jüngere Zeit fort; hierzu Gehrung f. ‘Zuschnitt zweier Teile, der deren Verbindung unter einem bestimmten Winkel ermöglicht’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Ger · ↗Lanze · ↗Speer · ↗Spieß · ↗Wurfspeer  ●  ↗Wurfspieß  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • griechischer Speer  ●  Dorata  griechisch · Dory  griechisch · Dourata  griechisch
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Nymphenburg

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ger‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Schüchtern deutet jetzt das Mädchen in Richtung der drei schneeweißen Gers, mongolischer Jurten.
Süddeutsche Zeitung, 24.06.2003
Die Ehe mit Ger, dem ersten Sohn des Juda, blieb kinderlos, denn Ger starb bald.
Die Zeit, 01.03.1993, Nr. 09
Er sei, so die Legende, mit dem damals noch wenig bekannten Gere in der Wüste unterwegs gewesen.
Süddeutsche Zeitung, 25.09.2000
Gestern, am Lido in Venedig, war Gere nach bewährter Manier der Mann für die meisten Fotos.
Die Welt, 01.09.2000
Sprecher Ger Neuber riet Betroffenen, eine Rückbuchung der Kartenzahlungen zu beantragen.
Der Tagesspiegel, 22.02.2003
Zitationshilfe
„Ger“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Ger>, abgerufen am 16.10.2019.

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