Gepräge, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Gepräges · Nominativ Plural: Gepräge
Aussprache
WorttrennungGe-prä-ge
Grundformprägen
Wortbildung mit ›Gepräge‹ als Letztglied: ↗Münzgepräge · ↗Zeitgepräge
eWDG, 1967

Bedeutung

äußere Prägung
Beispiele:
das Gepräge einer Münze
nicht die Kostbarkeit des Diamants, nicht die Kunst des Gepräges – die Liebe macht seinen [des Ringes] Wert aus [SchillerRäuberI 3]
übertragen
Beispiel:
gehoben einer Sache, Zeit, Epoche das Gepräge geben, verleihen (= sie entscheidend formen)
Kennzeichen, Merkmal
Beispiel:
alle seine Gebäude trugen das Gepräge eines beständigen Strebens nach Formen- und Gedankenreichtum [G. KellerGr. Heinrich4,17]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

prägen · ausprägen · einprägen · Gepräge
prägen Vb. ‘Material auf seiner Oberfläche reliefartig formen, (in Münzen) ein Bild, Muster oder Schriftzeichen einpressen, Münzen herstellen’, übertragen ‘mit einer bestimmten Eigenart versehen, formen, gestalten, (einen sprachlichen Ausdruck) bilden, formulieren’, ahd. brāhhen ‘einritzen, eingraben, einprägen’ (um 800), mhd. bræchen, præchen, (md.) brēchen, prēchen, frühnhd. (mit Übergang von ch in g) brēgen, prēgen (15. Jh.), aengl. ābracian ‘einpressen’, ostfries. prakken ‘pressen’. Die Verben können als Kausativa zu dem unter ↗brechen (s. d.) behandelten Verb angesehen werden, etwa im Sinne von ‘brechen machen, gebrochene Arbeit hervorbringen’, woraus sich die Bedeutung ‘eingraben, stempelnd einpressen’ entwickelt. Die nhd. Schreibung schwankt bis ins 17. Jh. zwischen präcken, pregen, preckchen und brechen; prägen setzt sich im 18./19 Jh. durch. ausprägen Vb. ‘(zu Münzen) prägen, formen’, meist übertragen ‘deutlich gestalten, formen’, reflexiv ‘deutlich zum Ausdruck kommen’, oft im Part. Prät. ausgeprägt ‘stark herausgebildet, entwickelt’ (17. Jh.). einprägen Vb. ‘eindrücken, einpressen’, meist übertragen ‘eindringlich ins Bewußtsein bringen’, reflexiv ‘fest in das Gedächtnis aufnehmen’ (17. Jh.). Gepräge n. ‘Prägung (auf Münzen)’, übertragen ‘besondere Note, Eigenart, Kennzeichen’, ahd. gibrāhhi (um 800), mhd. gebræche, gepræche ‘getriebene Arbeit, Gravier-, Ziselierarbeit’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Abbildung · ↗Abdruck · ↗Abguss · Gepräge · ↗Guss
Synonymgruppe
Art · ↗Charakter · ↗Eigenart · ↗Eigentümlichkeit · Gepräge · ↗Wesen
Synonymgruppe
Art · ↗Fasson · ↗Formgebung · Gepräge · ↗Machart · ↗Manier · ↗Stil · ↗Weise
Synonymgruppe
Ambiente · ↗Atmosphäre · ↗Flair · Gepräge · ↗Klima · ↗Stimmung  ●  Ambiance  schweiz. · Atmo  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Charakter · ↗Eigenart · ↗Format · ↗Gemüt · ↗Gemütsart · Gepräge · ↗Natur · ↗Naturell · ↗Persönlichkeit · ↗Temperament · ↗Veranlagung · ↗Wesen · ↗Wesenheit · ↗Wesensart  ●  ↗Profil  fachspr.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Echtheit altertümlich anmutend archaisch aufdrücken besonder bezeichnend charakteristisch eigenartig eigenständig eigentümlich einheitlich einzigartig festlich geistig individuell kirchlich konfessionell mittelalterlich orientalisch originell spezifisch städtisch tragen typisch unverwechselbar verleihen volkstümlich weltstädtisch würdig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gepräge‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er versucht, dem freien Montag jeweils ein möglichst sonntägliches Gepräge zu geben.
Der Tagesspiegel, 18.09.2003
Den Dörfern der anmutigen Champagne verleiht das aristokratische Getränk ein ganz besonderes Gepräge.
Die Welt, 08.10.1999
Trotzdem muß sie auch in der didaktischen Gestaltung ihr eigenes seelsorgerliches Gepräge behalten.
Frör, K.: Christenlehre. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1957], S. 20672
Eigentlich hat Dein Brief dem heutigen Tage ein besonderes Gepräge gegeben.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 12.04.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Dieses soziale Gepräge des wissenschaftlichen Betriebes bleibt nicht ohne inhaltliche Folgen.
Fleck, Ludwik: Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1980 [1935], S. 52
Zitationshilfe
„Gepräge“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Gepräge>, abgerufen am 22.04.2019.

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