Genus, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Genus · Nominativ Plural: Genera
Aussprache
WorttrennungGe-nus
HerkunftLatein
eWDG, 1967

Bedeutung

Sprachwissenschaft Geschlecht
Beispiele:
das Genus des Substantivs
das grammatische, natürliche Genus
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Genus n. ‘grammatisches Geschlecht der Nomina und Pronomina’, in der Fügung Genus verbi auch ‘(als Aktiv, Passiv oder Medium auftretende) Aktionsform des Verbs’. Das heute vor allem als sprachwissenschaftlicher Terminus übliche Substantiv geht zurück auf lat. genus (Genitiv generis) ‘Abstammung, Geschlecht, Gattung, Art und Weise’; dieses stellt sich mit griech. génos (γένος), aind. jánaḥ ‘Geschlecht, Abkunft’ als Nominalbildung (es-/os-Stamm) ie. *g̑enos zur Wurzel ie. *g̑en(ə)- ‘erzeugen, gebären’, zu der auch ↗Genesis, ↗Genie, ↗Genitiv sowie ↗Kind, ↗König, ↗Nation, ↗Natur (s. d.) gehören. Lat. genus bleibt bis in die Neuzeit in der lat. Wissenschaftssprache verschiedener Bereiche als Bezeichnung für eine durch gemeinsame Merkmale verbundene Klasse von Objekten lebendig und wird von dort seit dem 17. Jh. in dt. Texte übernommen; häufig steht es lat. speciēs ‘Art’ als die umfassendere Kategorie gegenüber, so in der Philosophie und im Anschluß daran seit dem 18. Jh. in der zoologischen und botanischen Systematik (hier im Dt. durch ↗Gattung wiedergegeben, s. d.); in der Grammatik behauptet es sich als Fachwort neben ↗Geschlecht (s. d.).

Thesaurus

Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
grammatisches Geschlecht  ●  Genus  fachspr., Hauptform
Oberbegriffe
  • grammatische Kategorie
Unterbegriffe
  • Maskulinum · männliches Genus · männliches Geschlecht
  • Neutrum · neutrales Genus · neutrales Geschlecht · sächliches Genus · sächliches Geschlecht
  • Femininum · weibliches Genus · weibliches Geschlecht
  • Pseudogenerikum · generisches Maskulinum · maskulines Generikum
Assoziationen
  • Verständigungsmittel · mündliches Kommunikationsmittel · schriftliches Kommunikationsmittel · verbales Kommunikationsmittel  ●  ↗Sprache  Hauptform
  • 4 Fälle · ↗Fall · vier Fälle  ●  Beugungsfall  fachspr. · ↗Kasus  fachspr., Hauptform
  • Sexus · biologisches Geschlecht
Synonymgruppe
Gattung  biologisch · Genus  fachspr., biologisch
Oberbegriffe
  • Familie  biologisch · Familia  fachspr.
Unterbegriffe
  • Art  biologisch · Species  fachspr.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Kasus Schöne Sexus grammatisch literarisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Genus‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Für den Cent ist das maskuline Genus sozusagen bereits Tradition.
Süddeutsche Zeitung, 26.11.2001
Im so überaus exotischen Wortreich ist so ein Geschlechtswechsel, ein Wechsel des Genus, gar nicht so selten.
Süddeutsche Zeitung, 19.08.2000
Daneben wird ein antikisierendes System der Taktarten errichtet, das sich auf die alten rhythmischen Genera stützen möchte.
Dürr, Walther u. Gerstenberg, Walter: Rhythmus. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1963], S. 33171
Für mich gehört er nicht zur Gattung Homo, aber uns stehen praktisch nur die beiden Genera Homo und Australopithecus zur Verfügung.
Die Welt, 18.10.2005
In der Formenmaschine ist ein Wort angegeben, das nach Typ, Kasus, Numerus und Genus bestimmt wird.
Der Tagesspiegel, 05.02.2004
Zitationshilfe
„Genus“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Genus>, abgerufen am 20.10.2019.

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