Gemütlichkeit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Gemütlichkeit · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungGe-müt-lich-keit (computergeneriert)
Wortzerlegunggemütlich-keit
eWDG, 1967

Bedeutung

entsprechend der Bedeutung von gemütlich
Beispiele:
dem Zimmer fehlt es an Gemütlichkeit
er liebt die Gemütlichkeit, hat sonntags gern seine Gemütlichkeit
es geht nichts über die Gemütlichkeit
umgangssprachlich da hört aber doch die Gemütlichkeit auf! (= das ist unerhört!)
umgangssprachlich in Geldsachen hört die Gemütlichkeit auf
in aller Gemütlichkeitin Ruhe, Beschaulichkeit
Beispiele:
etw. in aller Gemütlichkeit tun, sagen
wir werden das in aller Gemütlichkeit erledigen, besprechen
er hat erst noch in aller Gemütlichkeit eine Zigarette geraucht
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gemüt · gemütlich · Gemütlichkeit
Gemüt n. ‘Empfindungsvermögen, Sinn für Gefühlswerte’. Die Kollektivbildung zu dem unter ↗Mut (s. d.) behandelten Substantiv ahd. gimuoti (9. Jh.), mhd. gemüete, gemuote, mnd. gemȫde, mnl. ghemoede, nl. gemoed bezeichnet zunächst die Gesamtheit aller Sinnesregungen und seelischen Kräfte (in Anlehnung an mhd. muot ‘Gesinnung’), erfährt dann eine Einengung der Bedeutung und gilt für die gefühlsmäßigen Empfindungen und Stimmungen (besonders seit etwa 1800). gemütlich Adj. ‘behaglich, zwanglos-heiter’, mhd. (selten) gemuotlich, gemüetlich ‘dem muote entsprechend, angenehm, vollkommen’, dann ‘dem Gemüt angehörig, das Gemüt betreffend’ (16. Jh.), ‘lieb, willkommen, dem Sinn und Wunsch entsprechend’ (16. Jh., geläufig seit 18. Jh.; vgl. ahd. gimuoti, 9. Jh., mhd. gemuot ‘den Sinn ansprechend, wohlgefallend, lieb’); oft im Unterschied zu ‘verstandesmäßig’ (1. Hälfte 18. Jh., in pietistischen Kreisen entwickelt und verbreitet), daher ‘was das Gemüt anspricht und befriedigt’ sowie ‘was aus dem Gemüt kommt’ (Ende 18. Jh.), woraus sich die heutige, oben genannte Bedeutung entwickelt. Gemütlichkeit f. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Behaglichkeit · Gemütlichkeit · ↗Wärme
Oberbegriffe
Assoziationen
  • angenehm warm · ↗kuschelig (warm) · ↗mollig · mollig warm · ↗wohlig · wohlig warm  ●  lecker warm  ugs., rheinisch · muckelig  ugs., regional
Synonymgruppe
Bequemlichkeit · Gemütlichkeit · ↗Komfort
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Behaglichkeit Dämonie Frohsinn Geborgenheit Hort Inbegriff Prosit altdeutsch anheimelnd aufhören ausstrahlen bajuwarisch bayrisch behäbig bieder biedermeierlich gediegen gutbürgerlich häuslich jovial kuschelig plüschig rheinisch rustikal schwäbisch spießig sprichwörtlich urig verordnet verströmen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gemütlichkeit‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn man nichts versteht von Gemütlichkeit, dann kommt man darin um.
Süddeutsche Zeitung, 11.01.2003
Ende der Sechziger war es dann auch mit dieser Gemütlichkeit vorbei.
Der Tagesspiegel, 07.06.2000
Aber auch bezüglich der Gemütlichkeit haben die Begriffe sich gewandelt.
Weber, Annemarie (Hg.), Die Hygiene der Schulbank, Wiesbaden: Falken-Verl. 1955, S. 247
Ich bin entschlossen, diesen aufregenden Tag mit einer faustdicken Gemütlichkeit zu beschließen.
Flake, Otto: Scherzo. In: ders., Lichtenthaler Allee, Gütersloh: Mohn 1965 [1935], S. 388
Aber, wenn man ihr ihr Geld nehmen will, da hört die Gemütlichkeit auf.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 272
Zitationshilfe
„Gemütlichkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Gemütlichkeit>, abgerufen am 24.04.2019.

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