Gemächlichkeit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungGe-mäch-lich-keit (computergeneriert)
Wortzerlegunggemächlich-keit
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gemach · gemächlich · Gemächlichkeit · Gemach · Ungemach
gemach Adv. ‘gemächlich, langsam, allmählich’, ahd. gimah ‘passend, geeignet, bequem’ (8. Jh.), mhd. gemach ‘bequem, ruhig, langsam’, asächs. -gimak ‘geziemend, passend’, mnd. gemak, aengl. gemæc, anord. makr ist im Sinne von ‘was sich gut fügt, was zusammenpaßt’ eine Adjektivbildung zu dem unter ↗machen (s. d.) in seiner frühen Bedeutung ‘zusammenfügen, -bringen’ angeführten Verb und wird vornehmlich (vgl. ahd. gimahho, 9. Jh., mhd. gemach) als Adverb verwendet. gemächlich Adj. ‘langsam, ruhig, bequem, behaglich’, ahd. gimahlīh ‘bequem’ (11. Jh.), gimahlīhho Adv. (um 800), mhd. gemechlich ‘bequem’, gemechlīch, -līche, -līchen Adv.; in frühnhd. Zeit auch gleichbed. mit ↗allmählich (s. d.). Gemächlichkeit f. (16. Jh.). Gemach n. ‘Wohnraum, Zimmer’, ahd. gimah ‘Vorteil, Bequemlichkeit, Annehmlichkeit’ (9. Jh.), mhd. gemach, übertragen ‘Ort, wo man Ruhe und Bequemlichkeit findet, Zimmer, Wohnung’, Substantivierung des Adjektivs (s. oben). Die alte Bedeutung ‘was sich gut fügt’ ist noch in der Verneinung Ungemach n. ‘Unruhe, Unbehagen, Verdruß, Kummer, Leid’, mhd. ungemach, bewahrt; vgl. ahd. ungimah Adj. ‘unpassend’ (8. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ruhe Vielfalt gewiss

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gemächlichkeit‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Jenseits aller Gemächlichkeit erklang der zweite Satz als ein vitales Adagio.
Der Tagesspiegel, 14.02.2002
Die Stadt hat sich eine heitere Gemächlichkeit bewahrt, wie sie auch auf Java längst nicht mehr allen solchen Orten gegönnt ist.
Die Zeit, 10.02.1986, Nr. 06
Die Gemächlichkeit der Marsmission ergibt sich für Bush vor allem daraus, dass sie mit anderen Ländern verwirklicht werden soll.
Die Welt, 16.01.2004
Touristen waren bislang fasziniert von der altbackenen Gemächlichkeit der alten Marktstadt.
Süddeutsche Zeitung, 10.03.1994
Ich setzte mir die Mütze auf und schlenderte scheinbar in größter Gemächlichkeit nach dem Bahnhof.
Renn, Ludwig [d. i. Vieth v. Golßenau, Arnold Friedrich]: Krieg - Nachkrieg, Berlin: Aufbau-Verl. 1951 [1930], S. 473
Zitationshilfe
„Gemächlichkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Gemächlichkeit>, abgerufen am 18.06.2019.

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