Geldsack, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungGeld-sack
WortzerlegungGeldSack
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
veraltet
Synonym zu Geldbeutel
Beispiel:
Mit wichtiger Miene öffnete der Bauer den Geldsack [PolenzBüttnerbauer1,66]
umgangssprachlich, bildlich
Beispiele:
auf dem Geldsack sitzen (= kein Geld ausgeben)
der Erlös sollte dazu dienen, das Loch im Geldsack zu stopfen (= die finanziellen Verhältnisse zu verbessern)
2.
salopp, abwertend
Synonym zu Geldmann
Beispiele:
die Herrschaft der Geldsäcke
in diesem Lokal verkehren die Geldsäcke
unser Kampf gilt ... den korrupten und schmarotzenden Geldsäcken [PutlitzUnterwegs96]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Geld · Gelder · Papiergeld · geldlich · Geldbeutel · geldgierig · Geldsack · Geldsäckel · Geldschneiderei · Geldschrank · Geldstrafe · Geldsumme
Geld n. ‘Zahlungsmittel’ in Form von Münzen und Banknoten, ahd. gelt (um 800), asächs. geld ‘Bezahlung, Vergeltung, Lohn, Opfer’, mhd. mnd. mnl. gelt ‘Bezahlung, Vergütung, Zahlung, Schuldforderung, Preis, Zahlungsmittel’, afries. jeld, aengl. gield ‘Opfer, Zahlung, Abgabe, Tribut, Vergeltung, Bruderschaft’ (s. ↗Gilde), anord. gjald ‘Bezahlung, Lohn, Strafe, Steuer’, got. gild ‘Steuer, Zins’, germ. *gelda- ist ein Verbalsubstantiv zu dem unter ↗gelten (s. d.) behandelten Verb. Es gehört anfangs in die kultische und rechtliche Sphäre und bedeutet ‘Opfer, Buße, Tribut’, eigentlich ‘das, womit man Opfer, Buße erstatten, entrichten kann’, begegnet später im wirtschaftlichen Bereich für ‘Abgabe, Zahlung’ (in Zusammensetzungen wie Brücken-, Wege-, Kost-, Lehr-, Schulgeld bewahrt) und bezeichnet schließlich das, ‘was als Zahlungsmittel dient’. Vom 14. Jh. an nimmt Geld allmählich seine heutige Bedeutung ‘gesetzliches Zahlungsmittel’ an. Neben der Schreibung mit -d im Nhd. (aus flektierten Formen des Mhd.) hält sich auslautendes -t bis ins 17. Jh., in Entgelt (s. ↗gelten) bis heute. Im 17. Jh. wird der Plur. Gelder ‘für einen bestimmten Zweck vorgesehene größere Geldsumme, feste Beträge’ gebildet. Da sich im Gebrauchswert des Geldes der Wert aller anderen Waren ausdrückt, gewinnt das Geld eine zentrale Position im gesellschaftlichen und im persönlichen Leben, die sprachlich in zahlreichen Umschreibungen, Entlehnungen, Redensarten und Sprichwörtern ihren Niederschlag findet (s. ↗Blech, ↗Kies, ↗Kröte, ↗Moos, ↗Moneten, ↗Pinke, ↗Pulver, ↗Zaster; vgl. das liebe Geld, nicht für Geld und gute Worte, Geld haben wie Heu, Geld regiert die Welt, Zeit ist Geld). Nach dem gemünzten Geld kommt Geld in Banknoten in Umlauf, daher Papiergeld n. (Anfang 18. Jh.), nach engl. paper-money (1691) und frz. papiermonnaie (1727). geldlich Adj. ‘das Geld betreffend, finanziell’ (15. Jh.). Geldbeutel m. ‘Geldbörse, Portemonnaie’ (17. Jh.). geldgierig Adj. (16. Jh.). Geldsack m. ‘Geldbeutel, geiziger Reicher’ (vgl. nl. geldzak) und Geldsäckel m. ‘Geldbeutel’ (16. Jh.). Geldschneiderei f. ‘Wucher’ (um 1700), eigentlich ‘betrügerische Münzbeschneidung’. Geldschrank m. ‘Stahlschrank zum Aufbewahren von Geld und Wertsachen’ (17. Jh.). Geldstrafe f. ‘Zahlung einer festgesetzten Summe als Strafe für eine Rechtsverletzung’ (15. Jh.). Geldsumme f. (Anfang 16. Jh.), älter eine Summe Geldes (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Brieftasche · ↗Geldbeutel · ↗Geldbörse · Geldsack · ↗Geldtasche · ↗Portemonnaie · ↗Portmonee
Synonymgruppe
(ein) Krösus · ↗(ein) Nabob · (ein) Reicher · (ein) Schwerreicher · ↗Finanzgröße · ↗Finanzkapitalist · ↗Finanzmagnat · ↗Geldaristokrat · ↗Milliardär · ↗Millionär · Superreicher · reicher Mann  ●  (ein) Rockefeller  ugs. · Geldsack  derb · ↗Pfeffersack  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Genius Gold-Nugget Herrschaft Mark Transporter aufmachen beschimpfen dick flüchten fremd füllen gefüllt leer prall prallgefüllt riesig sitzen stapeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Geldsack‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Käufer muss alle Münzen nehmen - und die füllen achteinhalb Geldsäcke.
Die Zeit, 29.07.2010 (online)
Geldsäcke haben dadurch also kaum noch die Chance, sich in Arme zu verlieben.
Süddeutsche Zeitung, 31.07.2004
Sie erhalten Preise in Höhe von je 1500 Mark in handlichen Geldsäcken.
Bild, 23.09.1997
Das Weib soll gewählt werden um seiner selbst willen, nicht dem Geldsack zuliebe.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 18649
Eine Vierzigerin, groß und stattlich, hat sie einen schuldenfreien Hof und einen ansehnlichen Geldsack.
Christ, Lena: Der Steinriegerbauer. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1919], S. 10349
Zitationshilfe
„Geldsack“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Geldsack>, abgerufen am 17.06.2019.

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