Geldbeutel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungGeld-beu-tel
WortzerlegungGeldBeutel
eWDG, 1967

Bedeutung

kleiner Beutel, in dem Geld aufbewahrt wird
Beispiele:
veraltend ein Geldbeutel voller Taler, Dukaten
veraltend er schloß seinen Mund dabei so fest wie einen Geldbeutel, den man mit Schnüren zusammenzieht [Th. MannBuddenbrooks1,152]
umgangssprachlich, bildlich
Beispiele:
einen dicken, vollen Geldbeutel haben (= viel Geld haben)
tief in den Geldbeutel greifen (= viel Geld ausgeben)
den Daumen auf den Geldbeutel halten (= kein Geld hergeben)
er war vom väterlichen Geldbeutel (= Geld) abhängig
für diese Anschaffung reicht mein Geldbeutel nicht
Reisende mit schmalem Geldbeutel finden in Paturien keinen Einlaß [KusenbergNicht zu glauben26]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Geld · Gelder · Papiergeld · geldlich · Geldbeutel · geldgierig · Geldsack · Geldsäckel · Geldschneiderei · Geldschrank · Geldstrafe · Geldsumme
Geld n. ‘Zahlungsmittel’ in Form von Münzen und Banknoten, ahd. gelt (um 800), asächs. geld ‘Bezahlung, Vergeltung, Lohn, Opfer’, mhd. mnd. mnl. gelt ‘Bezahlung, Vergütung, Zahlung, Schuldforderung, Preis, Zahlungsmittel’, afries. jeld, aengl. gield ‘Opfer, Zahlung, Abgabe, Tribut, Vergeltung, Bruderschaft’ (s. ↗Gilde), anord. gjald ‘Bezahlung, Lohn, Strafe, Steuer’, got. gild ‘Steuer, Zins’, germ. *gelda- ist ein Verbalsubstantiv zu dem unter ↗gelten (s. d.) behandelten Verb. Es gehört anfangs in die kultische und rechtliche Sphäre und bedeutet ‘Opfer, Buße, Tribut’, eigentlich ‘das, womit man Opfer, Buße erstatten, entrichten kann’, begegnet später im wirtschaftlichen Bereich für ‘Abgabe, Zahlung’ (in Zusammensetzungen wie Brücken-, Wege-, Kost-, Lehr-, Schulgeld bewahrt) und bezeichnet schließlich das, ‘was als Zahlungsmittel dient’. Vom 14. Jh. an nimmt Geld allmählich seine heutige Bedeutung ‘gesetzliches Zahlungsmittel’ an. Neben der Schreibung mit -d im Nhd. (aus flektierten Formen des Mhd.) hält sich auslautendes -t bis ins 17. Jh., in Entgelt (s. ↗gelten) bis heute. Im 17. Jh. wird der Plur. Gelder ‘für einen bestimmten Zweck vorgesehene größere Geldsumme, feste Beträge’ gebildet. Da sich im Gebrauchswert des Geldes der Wert aller anderen Waren ausdrückt, gewinnt das Geld eine zentrale Position im gesellschaftlichen und im persönlichen Leben, die sprachlich in zahlreichen Umschreibungen, Entlehnungen, Redensarten und Sprichwörtern ihren Niederschlag findet (s. ↗Blech, ↗Kies, ↗Kröte, ↗Moos, ↗Moneten, ↗Pinke, ↗Pulver, ↗Zaster; vgl. das liebe Geld, nicht für Geld und gute Worte, Geld haben wie Heu, Geld regiert die Welt, Zeit ist Geld). Nach dem gemünzten Geld kommt Geld in Banknoten in Umlauf, daher Papiergeld n. (Anfang 18. Jh.), nach engl. paper-money (1691) und frz. papiermonnaie (1727). geldlich Adj. ‘das Geld betreffend, finanziell’ (15. Jh.). Geldbeutel m. ‘Geldbörse, Portemonnaie’ (17. Jh.). geldgierig Adj. (16. Jh.). Geldsack m. ‘Geldbeutel, geiziger Reicher’ (vgl. nl. geldzak) und Geldsäckel m. ‘Geldbeutel’ (16. Jh.). Geldschneiderei f. ‘Wucher’ (um 1700), eigentlich ‘betrügerische Münzbeschneidung’. Geldschrank m. ‘Stahlschrank zum Aufbewahren von Geld und Wertsachen’ (17. Jh.). Geldstrafe f. ‘Zahlung einer festgesetzten Summe als Strafe für eine Rechtsverletzung’ (15. Jh.). Geldsumme f. (Anfang 16. Jh.), älter eine Summe Geldes (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Brieftasche · Geldbeutel · ↗Geldbörse · ↗Geldsack · ↗Geldtasche · ↗Portemonnaie · ↗Portmonee
Botanik
Synonymgruppe
Hirtentäschel  ●  Beutelschneiderkraut  ugs. · Blutkraut  ugs. · Geldbeutel  ugs. · ↗Gänsekresse  ugs. · Hellerkraut  ugs. · Herzelkraut  ugs. · Herzkreitsche  ugs. · Himmelmutterbrot  ugs. · Schinkensteel  ugs. · Seckelkraut  ugs. · ↗Täschelkraut  ugs. · Täschenkraut  ugs.
Oberbegriffe
  • Kreuzblütengewächs · ↗Kreuzblütler  ●  Brassicaceae  fachspr., Plural, botanisch · Cruciferae  fachspr., Plural, botanisch

Typische Verbindungen
computergeneriert

Autoschlüssel Elter Gebührenzahler Geschmack Gesäßtasche Griff Gusto Handtasche Hosentasche Personalausweis Schlüsselbund Schonung Umwelt Verbraucher dick gefüllt gutgefüllt klauen ledern leer leeren prall schmal schonen spüren stehlen strapazieren strapaziert zuschnüren zücken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Geldbeutel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch ihr Geldbeutel ist oft schmal, ein geregeltes Einkommen haben sie selten.
Der Tagesspiegel, 20.04.2001
Die Damen lieferten je nach Geldbeutel ein breit gefächertes Angebot.
Die Welt, 03.09.1999
Grundsätzlich wird man die Klasse des Hotels seinem Geldbeutel anpassen.
Graudenz, Karlheinz u. Pappritz, Erica: Etikette neu, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1967 [1956], S. 412
Natürlich heißt es hier planen, vor allem bei schmalem Geldbeutel.
Oheim, Gertrud: Das praktische Haushaltsbuch, Gütersloh: Bertelsmann 1967 [1954], S. 218
Gewöhnlich aber wird man eine kleine Liste noch fehlender Dinge erhalten und kann dann bequem, seinem Geldbeutel angemessen, die Wahl treffen.
Baudissin, Wolf von u. Baudissin, Eva von: Spemanns goldenes Buch der Sitte. In: Zillig, Werner (Hg.), Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1901], S. 17677
Zitationshilfe
„Geldbeutel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Geldbeutel>, abgerufen am 14.10.2019.

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