Gelbgießer

WorttrennungGelb-gie-ßer (computergeneriert)
Duden GWDS, 1999

Bedeutung

veraltend Handwerker, der Messing verarbeitet
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gießen · Gießer · Gießerei · Zinngießer · Weißgießer · Rotgießer · Gelbgießer · Schwarzgießer · ausgießen · begießen · Gießkanne
gießen Vb. ‘Flüssigkeit ausfließen lassen, mit Wasser tränken, eine flüssig gemachte Masse, Geschmolzenes in eine Form schütten’. Das gemeingerm. Verb ahd. gioʒan ‘gießen, einschmelzen, vermischen’ (8. Jh.), mhd. gieʒen, asächs. giotan, mnd. gēten, mnl. ghieten, nl. gieten, aengl. gēotan, anord. gjōta (nur ‘laichen, Blicke werfen’), schwed. gjuta, got. giutan ‘gießen’ (germ. *geutan) führt mit nasaliertem lat. fundere (fūsum) ‘gießen, fließen lassen, schmelzen’ auf eine Dentalerweiterung, dagegen anord. gjōsa ‘hervorbrechen’, anord. isl. geysa ‘hervorstürzen’ (s. ↗Geiser), ahd. gussi (um 800), gussa (9. Jh.) ‘Flut’ auf eine s-Erweiterung der Wurzel ie. *g̑heu- ‘gießen’ (Schwundstufe *g̑hu-). Zu dieser Wurzel gehören auch aind. juhṓti ‘opfert’ (und zwar ‘gießt Butter ins Feuer’), griech. chḗin (χεῖν) ‘gießen, ausschütten, ergießen, verbreiten’, ché͞uma (χεῦμα) ‘Guß, Strom’, choḗ (χοή) ‘Weiheguß, Trankopfer’. Seit ahd. Zeit wird gießen, wie auch lat. fundere, als Wort der Metalltechnik verwendet; so ist schon das Part. Prät. ahd. gigoʒʒan ‘gegossen, geschmolzen, durch Gußarbeit entstanden’ in diesem Sinne bezeugt. Aus dieser Verwendung werden ferner Gießer m. ‘Arbeiter in der Gießerei’ (um 1500) und Gießerei f. ‘Betrieb, der Gegenstände durch Gießen schmelzbarer Stoffe in Hohlformen herstellt’ (17. Jh.) abgeleitet sowie die entsprechenden Bedeutungen von ↗Guß (s. d.). Zinngießer m. Hersteller von Zinnguß (14. Jh.), dafür auch Weißgießer m. (18. Jh.) und ↗Kannegießer m. (s. d.). Rotgießer m. (16. Jh.), Gelbgießer m. (18. Jh.) Hersteller von Bronzeguß (einer Kupfer/Zinnlegierung), Messingguß (einer Kupfer/Zinklegierung). Schwarzgießer m. Hersteller von Eisenguß (18. Jh.). ausgießen Vb. ‘Flüssigkeit aus einem Gefäß ausfließen lassen, überschütten, mit Gußmasse füllen’, ahd. ūʒgioʒan (9. Jh.), mhd. ūʒgieʒen. begießen Vb. ‘Flüssigkeit auf etw. schütten’, heute auch ‘etw. mit alkoholischen Getränken feiern’, ahd. bigioʒan (8. Jh.), asächs. bigiotan, mhd. begieʒen. Gießkanne f. (16. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Gürtler

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gelbgießer‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Heute arbeitet er vorwiegend mit Messing und ist damit einer der wenigen Gelbgießer und Gürtler, die das seltene Handwerk noch beherrschen und pflegen.
Die Welt, 04.07.2000
Ein Jahr lang durfte der Junge das Jesuiten-Gymnasium besuchen, dann arbeitete er als Gelbgießer und in einer Laternenfabrik.
Die Zeit, 06.11.1987, Nr. 46
Neben den Malern kamen Mechaniker, Glastechniker, Majolikahersteller, Teppichweber und Gelbgießer.
Die Zeit, 10.01.1994, Nr. 02
Zitationshilfe
„Gelbgießer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Gelbgießer>, abgerufen am 15.10.2019.

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