Gelage, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Gelages · Nominativ Plural: Gelage
Aussprache
WorttrennungGe-la-ge
Wortbildung mit ›Gelage‹ als Letztglied: ↗Biergelage · ↗Festgelage · ↗Fressgelage
eWDG, 1967

Bedeutung

abwertend Fest, Zusammenkunft mit üppiger Trinkerei und Esserei
Beispiele:
sie feierten ein wüstes Gelage
Die Tanzereien und Gelage gingen in diesem Winter besonders flott im Kretscham von Halbenau [PolenzBüttnerbauer1,426]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gelage n. ‘üppiges Gastmahl’ stammt aus dem nd.-nl. Bereich, vgl. mnd. gelach ‘Trink-, Tischgesellschaft, Gildenmahlzeit, Zeche’, mnl. ghelach, ghelāghe ‘Festmahl, Zeche’, nl. gelag ‘Trinkgelage, Zeche’. Über niederrhein. gelōch, geloyg (14. Jh.) dringt das Wort in vielen Formen ins Md. und Obd., vgl. hess. gloge (15. Jh.), glag (16. Jh.), omd. gelach (Anfang 16. Jh.), Gelack (17. Jh.), obd. gloch, gelōch (16. Jh.). Im 18. Jh. setzt sich Gelag, im 19. Jh. Gelage als korrekt empfundene Form der Literatursprache durch. Die Kollektivbildung zu den Formen von ↗legen (s. d.) bedeutet eigentlich ‘(zum Essen und Trinken) Zusammengelegtes’ (vgl. got. gabaúr ‘Festgelage, Schmaus’, eigentlich ‘Zusammengetragenes’, zu got. gabaíran ‘zusammengetragen’).

Thesaurus

Synonymgruppe
Alkoholexzess · Gelage · ↗Rauschtrinken · ↗Saufexzess · ↗Trinkgelage · ↗Zecherei · ↗Zechgelage · wüstes Gelage  ●  Binge-Drinking  engl. · (das) Kneipen  fachspr., burschenschaftlich, Jargon · ↗Bacchanal  geh. · ↗Besäufnis  ugs. · ↗Druckbetankung  ugs., fig. · ↗Kampftrinken (neudeutsch)  ugs. · ↗Kneipabend  fachspr., burschenschaftlich, Jargon · ↗Komasaufen  ugs. · ↗Komatrinken (neudeutsch)  ugs. · ↗Konvivium  geh., lat. · ↗Sauferei  ugs. · ↗Saufgelage  ugs., Hauptform · ↗Sauforgie  ugs. · ↗Sturztrunk  geh., veraltet · ↗Symposion (Antike)  geh.
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Alkohol · Teufel Alkohol  ●  ↗Alk  ugs.
  • sturzbetrunken · ↗volltrunken  ●  stark betrunken  Hauptform · ↗hackedicht  derb · rotzbesoffen  ugs. · sternhagelblau  ugs. · ↗sternhagelvoll  ugs. · ↗stockbesoffen  ugs. · ↗sturzbesoffen  ugs. · total besoffen  ugs.
  • Bierreise · ↗Kneipenbummel · ↗Kneipentour · ↗Sauforgie · ↗Sause · ↗Zechtour  ●  Zug durch die Gemeinde  ironisch · ↗Sauftour  ugs.
  • Geselligkeit · ↗Menschenfreundlichkeit · ↗Soziabilität · ↗Umgänglichkeit
  • Flatrate-Trinken  ●  Flatrate-Saufen  derb
  • (ein) wüstes Zechgelage veranstalten · (sich) hemmungslos besaufen
  • Bier-Bike · Bierbike
  • (die) Puppen tanzen lassen · ausgelassen feiern · kräftig feiern  ●  (die) Sau rauslassen  ugs. · ↗(sich) austoben  ugs., fig. · (so richtig) einen draufmachen  ugs. · auf den Putz hauen  ugs. · auf die Pauke hauen  ugs. · die Korken knallen lassen  ugs. · es krachen lassen  ugs. · steil gehen (jugendsprachl.)  ugs.
  • Absacker · ↗Dämmerschoppen · ↗Schlummertrunk · geselliger Trunk am frühen Abend
  • (es ist) richtig was los · Stimmung in der Bude · es geht (richtig) zur Sache · hoch hergehen  ●  (die) Puppen tanzen lassen  fig.
  • Sex and Drugs and Rock'n'Roll  Spruch, engl. · Wein, Weib und Gesang  Spruch
  • Teufel Alkohol · alkoholhaltiges Getränk  ●  ↗Alkoholika  Plural · alkoholisches Getränk  Hauptform · ↗Alk  ugs., salopp · ↗Alkohol  ugs.
  • Beschleuniger · Bierbong · Bierrutsche · Bierstürzer · ↗Trichter  ●  Saufmaschine  selten
  • (sich) einen (...) genehmigen · Alkohol trinken  ●  (eine Flasche Wein o.ä.) verpitschen  ugs., ruhrdt. · (sich) (die) Kehle anfeuchten  ugs. · (sich) (die) Kehle ölen  ugs. · (sich) (einen) hinter die Binde kippen  ugs. · einen heben  ugs.
  • (stark) alkoholisiert · betrunken, wie er war · im Rausch · in angetrunkenem Zustand · unter Alkoholeinfluss (stehen)  ●  im Suff  ugs. · im Tran  ugs. · in seinem besoffenen Zustand  ugs. · unter Alkohol  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alkohol Fest Gesang Langschwein Lärm Orgie Pest Tanz abendlich anschließend ausarten ausgiebig ausschweifend ausufernd bacchantisch festlich feucht-fröhlich feuchtfröhlich fröhlich hingeben mittelalterlich nächtlich opulent rauschend römisch veranstalten wild wüst zünftig üppig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gelage‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nach dem süßen Gelage flüchteten die Damen gemeinschaftlich in ein chinesisches Restaurant.
Die Welt, 08.12.2005
Das Gelage setzen sie in der Nacht bei einem befreundeten Paar fort.
Der Tagesspiegel, 10.10.2003
Die Opern im Barock liefen die halbe Nacht durch - von üppigen Gelagen unterbrochen.
Bild, 23.02.1999
Bei Gelagen der fränkischen oder späteren Zeit ist sicher nie die Rede davon gewesen.
Fischer, Hermann: Grundzüge der Deutschen Altertumskunde, Leipzig: Quelle & Meyer 1917 [1908], S. 55
Von dem verschwiegenen Gelage waren ihre Köpfe gerötet und die Augen satt und blank.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Das dritte Reich des Paracelsus, München: J. F. Lehmanns 1964 [1925], S. 756
Zitationshilfe
„Gelage“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Gelage>, abgerufen am 18.07.2019.

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