Geiger, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Geigers · Nominativ Plural: Geiger
Aussprache
WorttrennungGei-ger
Wortbildung mit ›Geiger‹ als Erstglied: ↗geigerisch  ·  mit ›Geiger‹ als Letztglied: ↗Kaffeehausgeiger · ↗Primgeiger · ↗Stehgeiger · ↗Tanzgeiger · ↗Teufelsgeiger
eWDG, 1967

Bedeutung

jmd., der (beruflich) Geige spielt
Beispiel:
der erste Geiger (= Konzertmeister)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Geige · geigen · Geiger
Geige f. viersaitiges Streichinstrument, ‘Violine’. Man hat versucht, die erst spät bezeugte und nur im Dt. heimische Bezeichnung des Musikinstruments ahd. gīga (Hs. 12. Jh.), mhd. gīge aus den Armbewegungen mit dem Bogen zu erklären, was jedoch wegen der schwierigen Bedeutungsübergänge nicht überzeugen kann. Als verwandt gelten anord. geiga ‘seitwärts abweichen, schwanken’, norw. (mundartlich) geiga ‘hin und her schwanken’, aengl. forgǣgan ‘vorbeigehen, übertreten’, auch (allerdings nur resthaft in Mundarten nachweisbares) nhd. geigen ‘sich hin und her bewegen’. Daraus läßt sich Anschluß an eine Gutturalerweiterung der Wurzel ie. *g̑hēi-, *g̑hē- ‘gähnen, klaffen’ (s. ↗gähnen) herstellen (vgl. Pokorny 1, 421). Doch handelt es sich wohl eher um ein lautmalendes Wort, vgl. ahd. irgickazzen (s. ↗gackern), mhd. frühnhd. geksen, gichsen, gichzen, md. gī̌ksen, südd. gīgen, geigen ‘hohe, schrille Töne von sich geben’. Geige verdrängt älteres ↗Fiedel (s. d.), wird aber selbst im 17. Jh. durch ↗Violine (s. d.) in seinem Geltungsbereich eingeschränkt; bei Adelung gilt Geige als Wort „vertraulicher Sprechart“. Häufig in redensartlichen Wendungen: jmdm. hängt der Himmel voller Geigen ‘jmd. ist glücklich und blickt froh in die Zukunft’ (um 1500); nach jmds. Geige tanzen ‘sich in allem nach jmdm. richten’ (19. Jh., in konkretem Sinne bereits mhd. nāch der gīgen tanzen); die erste Geige spielen ‘den Ton angeben’ (19. Jh.). geigen Vb. ‘auf der Geige spielen’, mhd. gīgen, Ableitung vom Substantiv; jmdm. die Wahrheit geigen ‘sagen’, mhd. die wārheit gīgen. Geiger m. mhd. gīgære, gīger.

Thesaurus

Musik
Synonymgruppe
Geigenspieler · Geiger · Violinenspieler · ↗Violinist · Violinspieler  ●  ↗Fiedler (leicht abwertend)  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bassist Bratschist Cellist Cellistin Cembalist Dirigent Flötist Gitarrist Hofkapelle Hornist Klarinettist Kontrabassist Konzertmeister Oboist Perkussionist Pfeifer Pianist Pianistin Saxophonist Schlagzeuger Solist Trompeter begnadet berühmt fiedeln geigen hochbegabt tüchtig virtuos weltberühmt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Geiger‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das haben schon so viele Geiger gemacht, das muss ich nicht auch noch tun.
Süddeutsche Zeitung, 10.11.2000
Die Geiger legten ihre Instrumente in die Kästen, verschlossen diese aber noch nicht.
Maron, Monika: Stille Zeile Sechs, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1991, S. 134
Das fragt sich Kühn, fragt sich der schwarze Geiger in dessen Roman.
Die Zeit, 30.11.1990, Nr. 49
Er war bis zu seinem Tode als konzertierender Geiger tätig.
Schwarz, Boris: Elman. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1979], S. 23799
Der Geiger war nicht älter als acht Jahre, aber sein Instrument schien sehr alt zu sein.
Hartung, Hugo: Ich denke oft an Piroschka, Frankfurt a. M.: Büchergilde Gutenberg 1980 [1954], S. 7
Zitationshilfe
„Geiger“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Geiger#1>, abgerufen am 19.05.2019.

Weitere Informationen …

Geiger

GrammatikEigenname
WorttrennungGei-ger
Wortbildung mit ›Geiger‹ als Erstglied: ↗Geigerzähler
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Geige · geigen · Geiger
Geige f. viersaitiges Streichinstrument, ‘Violine’. Man hat versucht, die erst spät bezeugte und nur im Dt. heimische Bezeichnung des Musikinstruments ahd. gīga (Hs. 12. Jh.), mhd. gīge aus den Armbewegungen mit dem Bogen zu erklären, was jedoch wegen der schwierigen Bedeutungsübergänge nicht überzeugen kann. Als verwandt gelten anord. geiga ‘seitwärts abweichen, schwanken’, norw. (mundartlich) geiga ‘hin und her schwanken’, aengl. forgǣgan ‘vorbeigehen, übertreten’, auch (allerdings nur resthaft in Mundarten nachweisbares) nhd. geigen ‘sich hin und her bewegen’. Daraus läßt sich Anschluß an eine Gutturalerweiterung der Wurzel ie. *g̑hēi-, *g̑hē- ‘gähnen, klaffen’ (s. ↗gähnen) herstellen (vgl. Pokorny 1, 421). Doch handelt es sich wohl eher um ein lautmalendes Wort, vgl. ahd. irgickazzen (s. ↗gackern), mhd. frühnhd. geksen, gichsen, gichzen, md. gī̌ksen, südd. gīgen, geigen ‘hohe, schrille Töne von sich geben’. Geige verdrängt älteres ↗Fiedel (s. d.), wird aber selbst im 17. Jh. durch ↗Violine (s. d.) in seinem Geltungsbereich eingeschränkt; bei Adelung gilt Geige als Wort „vertraulicher Sprechart“. Häufig in redensartlichen Wendungen: jmdm. hängt der Himmel voller Geigen ‘jmd. ist glücklich und blickt froh in die Zukunft’ (um 1500); nach jmds. Geige tanzen ‘sich in allem nach jmdm. richten’ (19. Jh., in konkretem Sinne bereits mhd. nāch der gīgen tanzen); die erste Geige spielen ‘den Ton angeben’ (19. Jh.). geigen Vb. ‘auf der Geige spielen’, mhd. gīgen, Ableitung vom Substantiv; jmdm. die Wahrheit geigen ‘sagen’, mhd. die wārheit gīgen. Geiger m. mhd. gīgære, gīger.

Thesaurus

Musik
Synonymgruppe
Geigenspieler · Geiger · Violinenspieler · ↗Violinist · Violinspieler  ●  ↗Fiedler (leicht abwertend)  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bassist Bratschist Cellist Cellistin Cembalist Dirigent Flötist Gitarrist Hofkapelle Hornist Klarinettist Kontrabassist Konzertmeister Oboist Perkussionist Pfeifer Pianist Pianistin Saxophonist Schlagzeuger Solist Trompeter begnadet berühmt fiedeln geigen hochbegabt tüchtig virtuos weltberühmt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Geiger‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das haben schon so viele Geiger gemacht, das muss ich nicht auch noch tun.
Süddeutsche Zeitung, 10.11.2000
Die Geiger legten ihre Instrumente in die Kästen, verschlossen diese aber noch nicht.
Maron, Monika: Stille Zeile Sechs, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1991, S. 134
Das fragt sich Kühn, fragt sich der schwarze Geiger in dessen Roman.
Die Zeit, 30.11.1990, Nr. 49
Er war bis zu seinem Tode als konzertierender Geiger tätig.
Schwarz, Boris: Elman. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1979], S. 23799
Der Geiger war nicht älter als acht Jahre, aber sein Instrument schien sehr alt zu sein.
Hartung, Hugo: Ich denke oft an Piroschka, Frankfurt a. M.: Büchergilde Gutenberg 1980 [1954], S. 7
Zitationshilfe
„Geiger“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Geiger#2>, abgerufen am 19.05.2019.

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