Gegensatz, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
WorttrennungGe-gen-satz
Wortzerlegunggegen-Satz
Wortbildung mit ›Gegensatz‹ als Erstglied: ↗Gegensatzpaar · ↗Gegensatzwort · ↗gegensätzlich
 ·  mit ›Gegensatz‹ als Letztglied: ↗Interessengegensatz · ↗Interessensgegensatz · ↗Klassengegensatz · ↗Parteigegensätze
eWDG, 1967

Bedeutung

äußerste Verschiedenheit entgegengesetzter Personen, Sachen
Beispiele:
der Gegensatz von ›schwarz‹ ist ›weiß‹, der Gegensatz von ›gut‹ ist ›böse‹
etw. bildet einen diametralen, schroffen Gegensatz zu etw.
im Gegensatz zu seinem Bruder ist er klein, freundlich
der Kampf der Gegensätze
Gegensätze ziehen sich an
Widerspruch
Beispiele:
etw. steht in einem krassen, scharfen Gegensatz zu etw.
zwischen beiden Parteien besteht ein unüberbrückbarer, unversöhnlicher Gegensatz
soziale Gegensätze
durch ihre Haltung wurden die Gegensätze vertieft
Gegensätze überbrücken, beilegen, abschleifen
Seine nasale, schleppende Redeweise stand in starkem Gegensatz zu den krassen Worten, die er gebrauchte [FalladaJeder stirbt509]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gegen · gen · entgegen · entgegnen · Entgegnung · Gegenfüßler · Gegengift · Gegensatz · gegenseitig · Gegenstand · gegenständlich · Gegenstück · Gegenwart · gegenwärtig · vergegenwärtigen · gegenüber · Gegenüber
gegen Präp. ‘wider (zur Abwehr von, zum Schutz vor), in Richtung auf, in Beziehung auf, fast, annähernd, im Austausch für’, ahd. gagan, gegin Präp. Adv. (9. Jh.), gagani, gegini Adv. (9. Jh.), mhd. gegen Präp., gegen(e), gagen(e) Adv., kontrahiert gein, gēn (daraus als Richtungsangabe nhd. gen Präp. asächs. gegin-, mnd. jēgen, mnl. jeghen(s), nl. jegens, aengl. gegn, gēn Adv., anord. gegn Präp. Adv. (germ. *gagna-, *gegni-) ist, da außergerm. Vergleichsmöglichkeiten fehlen, etymologisch ungeklärt. gegen gibt ursprünglich die Richtung an ‘auf etw. zu, auf etw. hin’ (räumlich gegen den Baum laufen, zeitlich gegen Abend), dann auch das Verhältnis zu Menschen oder Sachverhalten (gütig gegen alte Leute, empfindlich gegen Kälte). Daraus entwickelt sich eine Bedeutung ‘wider’ im Sinne eines absichtlichen Entgegenwirkens, einer Feindseligkeit (gegen jmdn. kämpfen, gegen jeden Versöhnungsversuch sein). Häufig in nominalen Zusammensetzungen, z. B. für die entsprechende Erwiderung eines Vorgangs (Gegendruck, -gruß, -wirkung), einer feindlichen Absicht (Gegenwehr, -stoß), für Personen und Sachverhalte, die einander völlig (Gegenbild, -stück), rivalisierend (Gegenkönig, -spieler, -partei) oder in umgekehrtem Sinne, also gegenläufig (Gegenrichtung, -strömung, -rhythmus) entsprechen. entgegen Adv. ‘in Richtung auf’, Präp. ‘im Gegensatz zu’, ahd. ingagan, ingegin Präp. ‘gegen, entgegen’ (8. Jh.), ingagani, ingegini Adv. (um 800), mhd. engegen Präp., engegen(e), engagen(e) Adv., asächs. angegin, aengl. (westsächs.) ongēan, ongēn, (angl.) angægn, ongegn, engl. again; im Nhd. an das Präfix ↗ent- (s. d.) angelehnt; dazu entgegnen Vb. ‘erwidern, antworten’ (16. Jh.); vgl. dagegen ahd. ingaganen, ingeginen ‘entgegenkommen, empfangen, zurückkehren’ (9. Jh.), mhd. engegenen ‘begegnen’; Entgegnung f. ‘Erwiderung’ (19. Jh.). Gegenfüßler m. ‘auf dem entgegengesetzten Punkt der Erdkugel lebender Mensch’, übertragen ‘Widersacher’, Übersetzung (17. Jh.) von ↗Antipode (s. d.); älter gegenfüßig (16. Jh.). Gegengift n. ‘einem anderen Gift entgegenwirkendes Gift’, Übersetzung (17. Jh.) von mfrz. frz. contrepoison oder unmittelbar von diesem zugrundeliegenden griech.-lat. antidotum (s. ↗Antidot). Gegensatz m. ‘das Entgegengesetzte, Widerspruch, Kontrast, Feindschaft’, zuerst (15. Jh.) in der Rechtssprache ‘Gegenbehauptung, -argumentation’. gegenseitig Adj. ‘wechselseitig, beiderseitig’ (18. Jh.), anfangs ‘auf der entgegengesetzten Seite befindlich, der Gegenpartei angehörend’. Gegenstand m. ‘Ding, Thema, Angelegenheit’, zuerst ‘Widerstand’ (16. Jh.), ‘Gegensatz’, auch ‘das Entgegenstehende’ (17. Jh.), dann (Ende 17. Jh.) Übersetzung von Objekt bzw. lat. obiectum in philosophischer Sprache, davon ausgehend die heutige allgemeine Verwendung; gegenständlich Adj. um 1800 für objektiv, heute im Sinne von ‘dinglich, konkret’ als Gegensatz zu begrifflich. Gegenstück n. ‘etw. Entsprechendes, Passendes’, auch ‘Gegenteil’, Übersetzungswort (18. Jh.) von ↗Pendant (s. d.). Gegenwart f. ‘Jetztzeit, Anwesenheit, Dasein’, ahd. gaganwart, geginwart (9. Jh.), mhd. gegenwart; vgl. auch ahd. gaganwerta (8. Jh.), gaganwertī, geginwertī (8. Jh.), gaganwurti (10. Jh.), mhd. gegenwurt, -würte ‘Gegenwart, Anblick, Angesicht’; zum zweiten Kompositionsglied s. ↗-wärts. Seit dem 19. Jh. grammatischer Terminus für ↗Präsens (s. d.), wofür älter gegenwürtig(e) Zeit (um 1400), die gegenwärtige Zeit oder die Gegenwart (Campe 1801); gegenwärtig Adj. ‘in der Gegenwart lebend, augenblicklich, jetzig’, ahd. gaganwertīg, geginwertīg (9. Jh.), mhd. gegenwertec, -würtec; vergegenwärtigen Vb. ‘(sich) deutlich in der Gegenwart vorstellen’ (17. Jh.), zu gegenwärtigen (15. Jh.). gegenüber Adv. Präp. ‘auf der anderen Seite, im Hinblick auf, gegen, zu’, aus gegen und ↗über (s. d.) zusammengewachsen (16. Jh.), anfangs daher getrennt geschrieben mit dem abhängigen (von der Präp. gegen regierten) Kasus zwischen beiden Bestandteilen (noch im 18. Jh. gegen ihm über); substantiviert Gegenüber n. ‘das oder der auf der anderen Seite Befindliche’ (um 1800), nach frz. le vis-à-vis.

Thesaurus

Synonymgruppe
Antithese (zu) · Gegensatz · ↗Gegenstimme · ↗Gegenthese · ↗Unterschied (zu) · genaues Gegenteil  ●  ↗Kontrapunkt  fachspr.
Synonymgruppe
Gegensatz · ↗Kontrast · ↗Unterschied
Synonymgruppe
Gegensatz · ↗Widerstand · ↗Widerstreit  ●  ↗Antagonismus  geh., griechisch
Synonymgruppe
Gegensatz · ↗Kontroverse · ↗Spannungsfeld · ↗Streitfrage
Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
Antonym · ↗Gegenbegriff · Gegensatz · ↗Gegensatzwort · ↗Gegenteil · ↗Gegenwort · ↗Komplement · ↗Umkehrung  ●  ↗Gegentum  ugs., scherzhaft · ↗Oppositionswort  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(das) Gegeneinander · Gegensatz · ↗Gegensätzlichkeit · ↗Widerstreit
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Auffassung Kollege Konkurrent Konkurrenz Meinung Vorgänger Vorjahr Wettbewerber aufeinanderprallen aufheben bestehen bilden diametral fundamental ideologisch konfessionell konstruieren krass scharf schroff sozial stehen unvereinbar unversöhnlich unüberbrückbar verfügen verschärfen Überwindung überbrücken überwinden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gegensatz‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Im Gegensatz zu ihr ist Rudi immer sehr sorgfältig gekleidet.
Noll, Ingrid: Ladylike, Zürich: Diogenes 2006, S. 47
Das Regime stürzt in sich zusammen - eine echte Revolution, die vom Volk ausgeht, im Gegensatz zur russischen Revolution von 1917.
Küsters, Hans Jürgen: Entscheidung für die deutsche Einheit. In: Deutsche Einheit, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1998], S. 172
Im Gegensatz zu seinen Opfern kennt er sie und weiß sie zu kontrollieren.
konkret, 1993
Zwischen beiden besteht ein Gegensatz, wie man ihn sich größer kaum vorstellen kann.
Halfpenny, Eric: Hipkins. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1957], S. 36976
Ebenso ist er sich bewußt, daß im italienischen Leben eine gründliche Revision der Haltung erfolgen muß, wodurch alte Gegensätze hinfällig werden.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1943]
Zitationshilfe
„Gegensatz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Gegensatz>, abgerufen am 17.10.2019.

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