Gefallsucht, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungGe-fall-sucht
Wortzerlegunggefallen1Sucht
eWDG, 1967

Bedeutung

abwertend Sucht, anderen gefallen zu wollen
Beispiele:
eitle, weibliche Gefallsucht
daß sie jene niedrigstehende Gefallsucht hat, die jeden erobern will [FontaneTreibelI 3,376]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gefallen · gefällig · Gefälligkeit · Gefallsucht
gefallen Vb. ‘zusagen, anziehend, angenehm, hübsch sein’, ahd. gifallan ‘fallen, zufallen, zuteil werden, zutreffen, zusagen’ (um 800), mhd. mnd. mnl. nl. gevallen, aengl. gefeallan stehen als Präfixbildungen zu dem unter ↗fallen (s. d.) angeführten Verb. Die im Nhd. allein herrschende Bedeutung ist von (durch den Fall der Würfel oder das Los) ‘zufallen, zuteil werden’ und daher ‘angenehm sein’ herzuleiten (s. ↗Fall); vgl. mhd. mir gevellet eʒ wol eigentlich ‘ich habe ein gutes Los gezogen, Glück gehabt’ (schon ahd. wol gifallan). gefällig Adj. ‘zuvorkommend, hilfsbereit, angenehm, hübsch’, ahd. gifellīg ‘gelegen, geeignet, recht’ (um 1000), mhd. gevellec, -vellic ‘angemessen, möglich, günstig, gefallend’. Gefälligkeit f. ‘Hilfe, Entgegenkommen’, mhd. gevellekeit ‘was gefällt, Gunst’. Gefallsucht f. ‘ausgeprägter Drang zu gefallen, Eitelkeit’ (18. Jh.; s. ↗Sucht), zuerst Übersetzungswort für ↗Koketterie (s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Eitelkeit · Gefallsucht · ↗Koketterie
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Seine Helden erliegen der Sucht nach dem Gift, seine Bilder leiden unter Gefallsucht.
Die Zeit, 30.05.1997, Nr. 23
Sein Schaffen ist nicht frei von Gefallsucht, aber er geht dabei nicht so weit, sich zu erniedrigen.
Corbin, Solange u. a.: Frankreich. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1955], S. 14375
Noch fühlt er sich in der Tradition seiner Überväter, schreibt, nicht immer frei von Gefallsucht und unter stetem Beweisdruck, eigenwillig über das Besondere.
Der Tagesspiegel, 10.04.2001
Sie kann einem mit ihrer Gefallsucht auf den Wecker gehen oder über den Verstand mitten ins Herz dringen.
Die Welt, 13.05.2000
Neben dem wahrhaften Gottvertrauen und dem aufrichtigen Glauben steht hier oft die religiöse Gefallsucht, die Koketterie der Frömmigkeit.
Baeck, Leo: Das Wesen des Judentums, Frankfurt a. M.: Kauffmann 1932 [1905], S. 45
Zitationshilfe
„Gefallsucht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Gefallsucht>, abgerufen am 22.05.2019.

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