Gedankenstrich, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungGe-dan-ken-strich
WortzerlegungGedankeStrich
eWDG, 1967

Bedeutung

Sprachwissenschaft Satzzeichen, das eine Pause oder eine Einschaltung im Satz kennzeichnet
Beispiele:
einen Gedankenstrich setzen
umgangssprachlich einen Gedankenstrich machen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gedanke · Gedankenfreiheit · gedankenlos · Gedankenstrich
Gedanke m. ‘Ergebnis des Denkens, Idee, geistiger Einfall’, ahd. githanc ‘Denken, Sinn, Gesinnung, Absicht, Einsicht’ (8. Jh.), mhd. gedanc, asächs. githanko, mnd. gedanke, mnl. gedanc m. n., aengl. geþanc, geþonc m. n. (westgerm. *giþanka-, *giþankon) sind Verbalabstrakta zu den unter ↗denken (s. d.) behandelten Verbformen. Gedankenfreiheit f. ‘Möglichkeit der freien Gedankenäußerung’ (18. Jh., Schiller). gedankenlos Adj. ‘unüberlegt, zerstreut’ (18. Jh.). Gedankenstrich m. (18. Jh.).

Thesaurus

Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
Gedankenstrich · bis-Strich  ●  EN DASH  fachspr., engl., Jargon · Halbgeviertstrich  fachspr. · ↗Streckenstrich  fachspr.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ausrufezeichen Doppelpunkt Fragezeichen Klammer Komma

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gedankenstrich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich habe mich an meinen unbewußt interpolierten Gedankenstrich derart gewöhnt, daß ich ihn kaum noch wegdenken kann.
Die Zeit, 23.10.1992, Nr. 44
Einen langen Gedankenstrich muß ich hier machen, denn ich bin abgeschweift, habe zurückgegriffen und bin vorangeeilt.
Liliencron, Adda Freifrau von: Krieg und Frieden, Erinnerungen aus dem Leben einer Offiziersfrau. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 45222
Dieser Gedankenstrich hat den Zweck, einen unvollendeten Satz lebendig zu halten, den Ton zu bewahren, den Atem zu retten.
Reimann, Hans: Vergnügliches Handbuch der Deutschen Sprache, Düsseldorf: Econ-Verl. 1964 [1931], S. 177
Er wurde daraus nicht klug und begnügte sich schließlich damit, Schillers Spiel mit dem inflationären Gebrauch der Gedankenstriche nachzuahmen.
Safranski, Rüdiger: Friedrich Schiller, München Wien: Carl Hanser 2004, S. 144
In Kinkels "kritischem Dialog" wurde jedes Komma registriert und jeder Gedankenstrich hinterfragt.
Die Welt, 13.07.2000
Zitationshilfe
„Gedankenstrich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Gedankenstrich>, abgerufen am 22.10.2019.

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