Gedöns, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Gedönses · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungGe-döns
eWDG, 1967

Bedeutung

landschaftlich, salopp, abwertend unnützes Gerede
Beispiele:
macht darum, wegen dieser Angelegenheit nicht solches Gedöns!
das ganze Gedöns missfiel ihm
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gedöns n. ‘Gezerre, Aufhebens, Lärm (um nichts)’. Wohl eine nd. Form mit Rundung des Stammvokals zu ö, dann zu verbinden mit mhd. gedense ‘das Herumziehen’, nhd. (älter) Gedens(e) ‘schleppender Zug, Treck, Gezerre, Handgemenge’. Heutiges Gedöns in breiter Bedeutungsentfaltung für Geringgeschätztes jeder Art wie ‘Getue, Tumult, überflüssiger Kram’. Hierher vielleicht auch nd. (Hamburg) Döns ‘Gerede, alte Geschichten’. Zu mhd. dinsen ‘ziehen, schleppen’, ahd. thinsen (9. Jh.) githinsen (8. Jh.); s. ↗aufgedunsen.

Thesaurus

Synonymgruppe
Dinge · ↗Gimmick · Sachen · Utensilien · ↗Zeug  ●  Gedöns  ugs. · ↗Pipapo  ugs. · Teile  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Aufheben · ↗Gewese · unnötige Aufmerksamkeit · unnötiger Aufwand · viel Aufhebens  ●  ↗Aufstand  ugs. · ↗Bohei  ugs. · ↗Brimborium  ugs. · ↗Buhei  ugs. · Gedöns  ugs. · ↗Lärm (um nichts)  ugs. · ↗Trara  ugs. · Tullus  ugs., regional, veraltend
Assoziationen
  • Affäre · ↗Aufsehen · ↗Schande · ↗Skandal
  • (sich) (gespielt) empören · ↗(sich) (in etwas) hineinsteigern · ↗(sich) (künstlich) aufregen  ●  (die) Welle machen  ugs. · (einen) Aufriss machen  ugs.
  • (das) große Wort führen · (eine) Schau machen · ↗(sich) aufblasen · (sich) aufführen wie der große Zampano · ↗(sich) aufplustern · Eindruck schinden · große Reden schwingen · laut werden  ●  (sich) auf die Brust klopfen  fig. · (sich) aufs hohe Ross setzen  fig. · ↗(sich) aufspielen  Hauptform · (den) (großen) Zampano machen  ugs. · (den) Dicken markieren  ugs. · (den) Hermann machen  ugs. · (den) Larry machen  ugs. · (den) Lauten machen  ugs. · (den) Molli machen  ugs., regional · (den) Mund (sehr) voll nehmen  ugs., fig. · (den) Mund zu voll nehmen  ugs. · (den) dicken Mann markieren  ugs. · (den) dicken Max machen  ugs. · (den) dicken Max markieren  ugs. · (die) (große) Welle reißen  ugs. · (die) Backen aufblasen  ugs. · (die) Schnauze aufreißen  ugs., fig. · (die) Welle machen  ugs. · (eine) (dicke) Lippe riskieren  ugs. · (eine) Show abziehen  ugs. · (eine) große Fresse haben  derb · (eine) große Klappe haben  ugs. · (eine) große Schnauze haben  ugs. · (einen) auf dicke Hose machen  derb · (einen) auf großer Zampano machen  ugs. · (gewaltig) das Maul aufreißen  ugs. · (groß) herumtönen  ugs. · (sich) aufmandeln  ugs., bair. · (sich) aufpupsen  derb · (sich) großtun (mit)  ugs. · (sich) in die Brust werfen  geh. · (sich) wichtig machen  ugs. · Sprüche klopfen  ugs. · auf den Putz hauen  ugs., fig. · auf die Kacke hauen  derb, fig. · auf die Pauke hauen  ugs., fig. · auf die Pferde hauen  ugs., fig. · blärzen  ugs., regional · den (...) raushängen lassen  ugs. · dicke Backen machen  ugs. · ↗dicketun  ugs. · ↗dicktun  ugs. · einen auf (...) machen  ugs. · groß rumtönen  ugs. · große Töne spucken  ugs. · herumblärzen  ugs., regional · ↗pranzen  ugs. · strunzen  ugs., regional · wichtigtun  ugs.
  • in einer großen Show  ●  mit viel Schaumschlägerei  abwertend · ↗öffentlichkeitswirksam  Amtsdeutsch · mit großem Tamtam  ugs. · mit großem Trara  ugs.
  • (große) Aufregung (um) · ↗(große) Beachtung · ↗Aufgeregtheit(en) · ↗Aufsehen · ↗Rummel (um) · ↗Wirbel (um)  ●  ↗Furore  geh., Hauptform
Synonymgruppe
Gerümpel · ↗Klüngel · ↗Kram  ●  ↗(wertloses) Zeug  Hauptform · ↗Klumpert  österr. · Driss  ugs., kölsch · ↗Firlefanz  ugs. · Gedöns  ugs., norddeutsch · ↗Gelumpe  ugs. · ↗Geraffel  ugs. · Gesumsel  ugs. · Glump  ugs., mitteldeutsch, süddt., bair. · ↗Glumpert  ugs., bair., österr. · Graffel  ugs., österr., bair. · Grusch  ugs. · ↗Kladderadatsch  ugs. · ↗Klimbim  ugs. · Kramuri  ugs., österr. · ↗Krempel  ugs., Hauptform · ↗Krimskrams  ugs. · Krusch(t)  ugs. · ↗Müll  derb · ↗Nippes  ugs. · ↗Plunder  ugs. · Plörren  ugs., ruhrdt. · ↗Ramsch  ugs. · ↗Schnickschnack  ugs. · ↗Schrott  derb, abwertend · ↗Tand  geh., veraltet · ↗Tinnef  ugs. · ↗Trödel  ugs. · ↗Zeugs  ugs., abwertend · ↗Zinnober  ugs.
Oberbegriffe
  • nicht lebendes Objekt · unbelebtes Objekt
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Familienpolitik Ministerin Ministerium abtun

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gedöns‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Land ist protestantisch geprägt, seine Bewohner machten nie viel Gedöns ums Essen.
Die Zeit, 14.10.2013, Nr. 41
Er sammelt Platten; und macht darum in seinem Buch ein ziemliches Gedöns.
Süddeutsche Zeitung, 17.05.2004
Aber warum diskutieren sie dann neuerdings so viel über Gedöns?
Der Tagesspiegel, 14.04.2001
Das ist besser als gar nichts, wäre aber ohne pseudoradikales Gedöns leichter erträglich.
konkret, 1998
Der Jubilar ist übrigens bei dem ganzen Gedöns grienend sitzen geblieben.
Degenhardt, Franz Josef: Für ewig und drei Tage, Berlin: Aufbau-Verl. 1999, S. 264
Zitationshilfe
„Gedöns“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Gedöns>, abgerufen am 24.10.2019.

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