Gebiss, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Gebisses · Nominativ Plural: Gebisse
Aussprache
WorttrennungGe-biss (computergeneriert)
Ungültige SchreibungGebiß
Rechtschreibregeln§ 2, § 25 (E1)
Wortbildung mit ›Gebiss‹ als Erstglied: ↗Gebissabdruck · ↗Gebissklempner  ·  mit ›Gebiss‹ als Letztglied: ↗Milchgebiss · ↗Pferdegebiss · ↗Restgebiss · ↗Zaumgebiss
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
alle Zähne eines Menschen, Tieres
Beispiele:
er hat ein blendendes, weißes, kräftiges, gesundes Gebiss
der Hund bleckte, fletschte das Gebiss
2.
vollständiger Zahnersatz, Zahnprothese
Beispiele:
sich [Dativ] ein (künstliches) Gebiss anpassen, anfertigen lassen
das Gebiss sitzt, haftet nicht richtig, wackelt
das Gebiss herausnehmen, einsetzen
3.
eisernes Mundstück des Pferdezaumes
Beispiel:
[das Vollblut] hatte ... das Gebiß zwischen die Zähne genommen und mich an die Spitze getragen [SchomburgkAfrika55]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

beißen · Biß · Gebiß · bissig · Bissen · bißchen · bissel
beißen Vb. ‘mit den Zähnen zupacken, die Zähne in etw. hineindrücken, scharf sein, brennen, ätzen’. Ahd. bīʒan ‘(hinein)beißen, stechen’ (8. Jh.), mhd. bīʒen, asächs. bītan, mnd. mnl. bīten, nl. bijten, afries. bīta, aengl. bītan, engl. to bite, anord. bīta, schwed. bita, got. beitan (germ. *bītan) gehören mit aind. bhinátti ‘spaltet, zerschlägt, durchsticht, bricht ein’ und lat. findere ‘spalten’ zu ie. *bheid- ‘spalten’, vielleicht eine Erweiterung der unter ↗Beil (s. d.) angeführten Wurzel ie. *bhei-, *bhei̯ə-, *bhī- ‘schlagen’. Eng verwandt mit dem gemeingerm. Verb sind die unter ↗beizen und ↗bitter (s. d.) genannten Formen. Biß m. ‘Zugriff mit den Zähnen, durch Beißen entstandene Verletzung’, ahd. biz (mit ungeklärtem Lautstand z oder ʒ am Wortende, s. ↗beizen) ‘das Beißen, Biß, Bissen, Brocken’ (9./10. Jh.), mhd. biʒ, biz, asächs. biti, mnd. bēte, mnl. bete, nl. beet ‘Biß, Bissen’, aengl. bite, engl. bit ‘Biß’. Gebiß n. ‘Gesamtheit der Zähne’, ahd. gibiʒ ‘Gebiß, Bissigkeit, Schärfe’ (10. Jh.), mhd. gebiʒ, mnd. (ge)bit(te), gebēte ‘Gebiß, Zaum’. bissig Adj. ‘schnell und scharf zubeißend, durch scharfe Worte verletzend’, seit frühnhd. Zeit, vom 15. bis 19. Jh. auch beißig, mhd. bīʒec, erhalten in ↗bärbeißig (s. d.); vgl. ahd. bīʒīg, biʒʒīg (Hs. 12. Jh.). Bissen m. ‘was man auf einmal abbeißen und in den Mund stecken kann, Happen, kleine Mahlzeit, Imbiß’, ahd. biʒʒo ‘abgebissenes Stück, Bissen, Klumpen, Brocken’ (9. Jh.), mhd. biʒʒe, mnd. bēte, aengl. bita, engl. bit, anord. biti, schwed. beta ‘Bissen’. bißchen (16. Jh.), landschaftlich bissel (15. Jh.) Adv. Adj., meist ein bißchen, ein bissel ‘ein wenig, etwas’, eigentlich ‘ein kleiner Bissen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Gebiss · Zähne  ●  ↗Beißer  ugs. · Kauleiste  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Gebiss · ↗Totalprothese · Vollprothese · ↗Zahnersatz  ●  dritte Zähne  ugs. · falsche Zähne  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Synonymgruppe
Gebiss · Gebissstange (eines Pferdes) · ↗Kandare · ↗Trense
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Gartenmöbel Goldzahn Hörgerät Maul Plombe Raubtier Röntgenaufnahme Röntgenbild Zahn blecken bleckend entblößen entblößt fletschen furchterregend gebleckt gefletscht kariesfrei kariös klappern klappernd künstlich löchrig lückenhaft makellos naturgesund saniert schadhaft stählern tadellos

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gebiss‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Immer noch drehte er den Beutel mit dem Gebiß in der Hand.
Riedel, Susanne: Eine Frau aus Amerika, Berlin: Berlin Verlag 2003, S. 219
Und als sie aufgestiegen war, hat sie sich ein neues Gebiß machen lassen.
Kuckart, Judith: Lenas Liebe, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2002, S. 39
Wie kann eine Frau ohne Gebiss einem Mann den Arm blutig beißen?
Bild, 19.05.2001
Das ist einfach sehr entwürdigend, einem Anderen das Gebiss herauszunehmen, der danach nicht mehr richtig sprechen kann.
Der Tagesspiegel, 14.10.1999
Im festgeschlossenen Mund knackt es unaufhörlich, er kaut an seinem Gebiß.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1948. In: ders., So sitze ich denn zwischen allen Stühlen, Berlin: Aufbau-Verl. 1999 [1948], S. 936
Zitationshilfe
„Gebiss“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Gebiss>, abgerufen am 22.09.2019.

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