Gebärde, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Gebärde · Nominativ Plural: Gebärden
Aussprache
WorttrennungGe-bär-de (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Gebärde‹ als Erstglied: ↗Gebärdenspiel · ↗Gebärdensprache · ↗gebärdenreich
 ·  mit ›Gebärde‹ als Letztglied: ↗Affektgebärde · ↗Ausdrucksgebärde · ↗Demutsgebärde · ↗Drohgebärde · ↗Schmerzgebärde
eWDG, 1967

Bedeutung

Bewegung der Hände, Gesichtszüge, Augen, die einen inneren Vorgang, ein Gefühl ausdrückt
Beispiele:
etw. mit Worten und Gebärden, durch eine Gebärde ausdrücken
eine einladende, feierliche Gebärde machen
jmdm. mit einer unwilligen, wegwerfenden, hochmütigen, heftigen Gebärde das Wort abschneiden
jmdn. mit einer flehenden, beschwörenden, demütigen, hilflosen Gebärde um etw. bitten
etw. mit einer nachlässigen Gebärde wegwerfen
eine Rede mit vielen Gebärden begleiten, durch Gebärden unterstreichen
etw. mit einer Gebärde verneinen, ablehnen
Geste
Beispiel:
die Gebärde des Essens, Trinkens machen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gebärde · gebärden · gebärdig · Ungebärde · ungebärdig
Gebärde, f. bis ins 19. Jh. meist Geberde, ‘eine Empfindung, einen Willen, einen inneren Vorgang ausdrückende Bewegung mit Hilfe der Hände, des Gesichts oder des ganzen Körpers, Geste’, ahd. gibārida (8. Jh.), mhd. gebærde ‘Verhalten, Benehmen, Wesen’, asächs. gibāriða, mnd. gebērde, mnl. ghebaerde, ghebeerde gehören als Verbalabstrakta zu ahd. gibāren (8. Jh.), mhd. gebæren ‘sich betragen, verhalten’, asächs. gibārian, mnd. gebēren, aengl. gebæran; dazu vgl. noch ahd. gibārī f. ‘Verhalten’ (11. Jh.), mhd. gebære ‘Verhalten, Aussehen, Wesen’, ahd. gibāri Adj. ‘sich verhaltend, geartet’ (9. Jh.), mhd. gebære ‘angemessen, schicklich, gebührend’. Zur weiteren Verwandtschaft s. ↗gebaren und ↗gebären. Vom Substantiv abgeleitet gebärden Vb. reflexiv ‘sich außergewöhnlich benehmen, verhalten, aufführen’ (2. Hälfte 15. Jh.). gebärdig Adj. ‘sittsam, freundlich’ (16. Jh.). Ungebärde f. ‘übles, unziemliches Benehmen’, mhd. ungebærde. ungebärdig Adj. ‘widersetzlich, störrisch, wild’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Fingerzeig · Gebärde · ↗Geste · ↗Handbewegung
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Deutscher Gruß · ↗Hitlergruß · ↗Nazigruß
  • Merkel-Dach · Merkel-Raute · Raute der Macht  ●  Merkelizer  selten
  • Quenelle-Gruß · französische Nazi-Geste · umgekehrter Hitlergruß

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bitten Flehen Gestik Mienenspiel Mimik abwehrend auftrumpfend ausdrucksvoll ausgreifend ausholend ausladend bittend ekstatisch exaltiert expressiv flehend herrisch herrscherlich hinweisend imperial lautsprachbegleitend martialisch pathetisch priesterlich segnend theatralisch verneinend verächtlich wegwerfend weitausholend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gebärde‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das leuchtete mich aus seinem Golde an, das raunte mir aus seinen gebundenen Gebärden zu.
Süddeutsche Zeitung, 21.12.2002
Ich überlegte, ob sie versuchen würde, mich mit feuchtwarmen Gebärden zu überrumpeln.
Arjouni, Jakob: Happy birthday, Türke!, Zürich: Diogenes 1987 [1985], S. 92
Vergebens habe ich mich angestrengt, den Kopf zu schütteln, meine Arme in einer flehenden Gebärde zu heben.
Rasp, Renate: Ein ungeratener Sohn, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1967, S. 134
Mit einer stummen Gebärde lud er mich lediglich zum Sitzen ein.
Die Zeit, 24.09.1953, Nr. 39
Mit großartiger Gebärde lud er sie in die Bibliothek ein.
Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 19
Zitationshilfe
„Gebärde“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Gebärde>, abgerufen am 19.05.2019.

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