Gebälk, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Gebälk(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungGe-bälk (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Gebälk‹ als Erstglied: ↗Gebälkträger  ·  mit ›Gebälk‹ als Letztglied: ↗Eichengebälk · ↗Stützgebälk
eWDG, 1967

Bedeutung

sämtliche Balken eines Bauwerkes, besonders des Dachstuhles
Beispiele:
festes, eichenes Gebälk
altes, morsches, verkohltes Gebälk
das Gebälk knackt, kracht, knistert
Wie Splitter brach das Gebälk entzwei [FontaneBrück' am Tay]
bildlich
Beispiel:
umgangssprachlich es kracht (bedenklich) im Gebälk (= Widersprüche in einer menschlichen Gemeinschaft, im Staat treten zutage)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Balken · Gebälk
Balken m. ‘langes Stück Bauholz’. Die westgerm. Formen ahd. balko (9. Jh.), mhd. mnd. balke, asächs. balko, mnl. balke, balc, nl. balk, afries. balka, aengl. balc (germ. *balkan-) lassen sich ebenso wie anord. bjalki, schwed. bjälke, dän. bjelke (n-Stamm germ. *belkan), anord. bǫlkr (u-Stamm germ. *balku-), auf ie. *bhelg̑-, *bhelg- zurückführen, eine mit ie. *bhleg̑-, *bhleg- (s. ↗Block) korrespondierende Erweiterung der in ↗Bohle (s. d.) vorliegenden Wurzel ie. *bhel-. Außergerm. Verwandte, die auf unterschiedliche Gutturalerweiterungen dieser Wurzel zurückgehen, sind griech. phálkēs (φάλκης) ‘Balken’, lat. fulcīre ‘tragen, stützen’ und wohl auch griech. phálanx (φάλαγξ) ‘Rolle, Walze, Balken, Schlachtreihe’. Gebälk n. ‘sämtliche Balken im Bauwerk, besonders des Dachstuhls’, mhd. gebelke ‘Stockwerk’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Balken · Gebälk · ↗Hauptgesims
Synonymgruppe
Balkenverband · ↗Balkenwerk · Gebälk

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dachstuhl Fries Giebel Holz Kapitell Knacken Knirschen Knistern Krachen Pilaster Riß Schwamm Säule Wurm braun brennend fressen gerad knacken knarren knarzen knirschen knistern krachen morsch nisten verkohlt verkröpft wackeln ächzen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gebälk‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Meistens kündigen sie sich leise an, mit einem Knirschen im Gebälk.
Die Zeit, 29.12.2008 (online)
Und dennoch hat es so heftig wie schon lange nicht mehr im Gebälk der hauptstädtischen Kultur gekracht.
Der Tagesspiegel, 03.03.2000
Er trinkt ein Glas Wein auf das Wohl der künftigen Bewohner und zerschellt das Glas im Gebälk.
Schwarz, Peter-Paul (Hg.), Gepflegte Gastlichkeit, Wiesbaden: Falken-Verl. Sicker 1967, S. 243
So knicken sie das Gebälk ein, schichten Steine über die Leiber.
Fries, Fritz Rudolf: Der Weg nach Oobliadooh, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1966, S. 45
Über mir im Gebälk höre ich ein unheimliches Ächzen und Krachen.
Scherbening, Otto von: Safari. In: Exotische Jagdabenteuer, Reutlingen: Enßlin & Laiblin 1927 [1926], S. 379
Zitationshilfe
„Gebälk“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Gebälk>, abgerufen am 23.08.2019.

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